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Gut »beschuht« und »behütet« im Festzelt

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Mit immer neuen Kostümen und lustigen Kopfbedeckungen sorgten »Da Huawa, da Meier und I« für eine optische Untermalung ihrer witzigen Beiträge. (Foto: T. Eder)

Als wahres Zugpferd für ein ausverkauftes Haus erwies sich das Kabarett-Trio »Da Huawa, da Meier und I« im Staudach-Egerndacher Festzelt. Das von Jung bis Alt bunt gemischte Publikum war begeistert von der urkomischen, bayrischen Art des Trios. Vorsichtshalber seien sie mit Schuhen gekommen, da die Gegend barfuß nicht sicher sei, betonte Siegi Mühlbauer kurz nach dem Beginn des Konzerts. Und das Publikum wusste natürlich sofort, worauf die drei Musiker abzielten, als es hieß, bevor »scharf geschossen« werde.


In ihrem Programm »Die Würfel san rund« ging es nicht um den Umkehrschluss, die Quadratur des Kreises, sondern vielmehr um kritisches Betrachten des Zeitgeschehens. Da begeisterten die Drei als Eigenstromerzeuger, mal mit Windrad auf dem Kopf oder auch mit Photovoltaikplatten als Hutschmuck oder ganz lapidar als Pumpspeicher und Biogasanlage. »Rett ma die Welt und wenn ma nix mehr ham, fress ma‘s Geld«, sangen die Drei mit einem Augenzwinkern. Bei diesem Lied war die Intelligenz des Publikums gefragt, das die einzelnen Strophen ergänzen durfte.

Natürlich besangen die bodenständigen Burschen die schöne Heimat und »jammerten dabei auf hohem Niveau«. Es sei schon zum Ärgern, wenn nun die Garage ausgeräumt werden muss, weil der neue Q7 nicht mehr hineinpasse. Stattdessen könne man doch mit der »Standortwahl in Bayern« zufrieden sein. Mit dem Lied der »Zähnsucht«, wurden die hohen Kosten für den Zahnersatz thematisiert, den sich ein Rentner nur mehr in Ungarn leisten könne. Allerdings trifft der Rentner hier wieder auf den deutschen Arzt, der sich in Ungarn nun sein Haus leisten könne.

Ständig wechselten die drei Kabarettisten auf der Bühne ihre Kostüme. Da protestierten sie mit Esels- und Pferdkappe leise gegen Pferdefleisch in Dosenravioli und nahmen in silberfarbenen Sakkos die Castingshows auf den Arm. Auch dem »Grenzverkehr« zwischen Tschechien und Bayern über die B 20, dem »Speedway«, widmeten sich die Künstler, wobei Drogen in Bayern ja nicht Neues sind, wie alte Ausdrücke wie »du armes Hascherl«, beweisen. Doch die größte bayrische Droge ist immer noch das Weißbier und das besangen die Drei mit dem »Weißbier-Reggae«. Zudem hatten sie auch den bayerischen Spion 007 dabei, der nichts mehr auszuspionieren habe, weil ohnehin alles auf Facebook gepostet werde. Als Geheimtipp, um dem Lauschangriff zu entgehen, rieten sie dem Publikum, künftig nur mehr in Bayrisch zu kommunizieren, denn diese »Geheimsprache« sei schwer zu verstehen.

Gewürzt wurden die kabarettistischen Betrachtungen mit hervorragender Musik. Ob mit Gitarre, Schlagzeug, Flöte oder Tenorhorn, traditionelle Volksmusik traf da auf Jazz, Folk, Blues und Reggae und brachte so zusätzliche Stimmung ins Zelt. Immer wieder wurde das Publikum ins Programm einbezogen und zum Mitsingen animiert. Die Festzeltbesucher zeigten sich begeistert und untermauerten dies mit viel Applaus. Erst zu später Stunde durfte die Gruppe die Bühne verlassen. Tamara Eder