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»Großer Schritt zurück«: Vettels Titelpläne fast gescheitert

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Enttäuschend
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Sebastian Vettel wurde beim Großen Preis von Spanien nur Vierter. Foto: Joan Monfort/AP Foto: dpa
Spanien-Sieger
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Lewis Hamilton freut sich über seinen dritten Saisonsieg. Foto: Emilio Morenatti/AP Foto: dpa
Hoch soll er leben
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Lewis Hamilton (r) und Valtteri Bottas (l) heben Daimler-Vorstand Dieter Zetsche auf dem Podium in die Luft. Foto: Joan Monfort/AP Foto: dpa
Hamilton
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Spanien-Sieger Hamilton hat nun bereits 48 Punkte Vorsprung auf Vettel. Foto: Emilio Morenatti/AP Foto: dpa
Fahrerfeld
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Das Fahrerfeld nach dem Start. Foto: Emilio Morenatti/AP Foto: dpa

Der Europa-Auftakt wird zum nächsten Rückschlag für Sebastian Vettel. Als Vierter schafft der Ferrari-Star es nicht einmal auf das Podium. Angeführt von Lewis Hamilton baut Mercedes seine Rekordserie aus.


Barcelona (dpa) - Sebastian Vettel war längst wieder enttäuscht verschwunden, als Spanien-Sieger Lewis Hamilton die nächste überschäumende Mercedes-Party in Schwung brachte.

Mit Daimler-Chef Dieter Zetsche auf den Schultern feierten der britische Formel-1-Titelverteidiger und Teamkollege Valtteri Bottas in Barcelona den fünften Doppelerfolg der Silberpfeile im fünften Saisonrennen. Ferrari-Star Vettel durfte als chancenloser Vierter hinter Red-Bull-Fahrer Max Verstappen nicht einmal mit aufs Podium, seine Titelpläne scheinen schon jetzt gescheitert.

»Es war ein großer Schritt zurück, Mercedes ist ganz weit weg. Wir hatten gedacht, dass wir viel schneller sind. Leider sind wir das nicht«, sagte der 31-Jährige nach dem ernüchternden Europa-Auftakt, der eigentlich für ihn die WM-Wende bringen sollte. Doch Ferrari war selbst mit einer neuen Motoren-Ausbaustufe klar zu langsam. Zudem trieb die Scuderia mit einer konfusen Taktik Vettel und seinen neuen Teamkollegen Charles Leclerc in mehrere unnötige Scharmützel. Der Monegasse wurde am Ende Fünfter.

So setzte Mercedes völlig ungefährdet seinen Rekordstart fort und wirkt derzeit unschlagbar. »Im Moment hat es keinen Sinn auf die WM zu schauen. Wir müssen von Rennen zu Rennen denken«, sagte Vettel. 48 Punkte Rückstand hat der Hesse als Gesamtvierter nun bereits auf Hamilton, der sich mit seinem dritten Saisonsieg die WM-Führung von Bottas holte. Mit 112 Punkten liegt der Brite sieben Zähler vor dem Finnen. Verstappen ist neuer Dritter mit 66 Punkten.

»Hier wird Geschichte geschrieben«, lobte Hamilton die erdrückende Übermacht von Mercedes. Dabei sei der Silberpfeil gar nicht mal so einfach zu fahren. »Wir kommen nicht immer miteinander klar, aber ich bin froh, dass wir im Rennen unsere Differenzen beilegen konnten«, scherzte der 34-Jährige.

Schon am Start hatte der fünfmalige Weltmeister die Entscheidung erzwungen. Er zog an Bottas vorbei, der von der Pole Position wegen Kupplungsproblemen zu langsam in Fahrt kam. »Ich habe es am Start verloren«, räumte der 29-Jährige ein. In den ersten Kurve wurde es zwischen Hamilton, Bottas und Vettel ganz eng. Die beiden Mercedes blieben vorn, Vettel musste heftig bremsen und fiel noch hinter Verstappen zurück.

Danach nahm ein lange ereignisarmer Grand Prix seinen Lauf, der wohl der vorerst letzte auf dem Circuit de Catalunya war. Weil das Geld fehlt, könnte die Strecke aus dem Kalender fallen. Vor allem Mercedes dürfte dies ein wenig bedauern, gewann das Team in Katalonien doch fünf der letzten sechs Rennen. Für Hamilton war es bereits der dritte Sieg in Barcelona nacheinander. »Das habe ich diesem unglaublichen Team zu verdanken«, versicherte der Champion.

Gegen die silberne Siegmaschine finden Ferrari und Vettel einfach kein Gegenmittel. Mit einem Bremsplatten aus der ersten Kurve mühte sich der Deutsche über die Anfangsrunden und sah die drei Führenden davonziehen. »Ich hatte unglaublich viel Unwucht und Vibrationen«, klagte der Heppenheimer. »Ein Schuss in den Ofen« sei dieser Rennabschnitt gewesen.

Nach einem rundenlangen Duell ließ Vettel dann den schnelleren Leclerc passieren und kam zum schon länger von ihm geforderten Reifenwechsel, der prompt doppelt so lange wie gewöhnlich dauerte. Hinten links klemmte es. Kurz darauf passierte bei Leclercs Stopp das gleiche. Von der Titelform, die der Scuderia nach den überzeugenden Wintertests in Barcelona noch attestiert worden war, ist der Rennstall derzeit weit entfernt.

Auch eine Safety-Car-Phase, die nach einem Crash von McLaren-Fahrer Lando Norris und Lance Stroll von Racing Point das Feld am Ende noch einmal zusammenbrachte, half den Mercedes-Jägern nicht. Kurz nach dem Neustart sicherte sich Hamilton sogar noch die schnellste Rennrunde und den damit verbundenen Zusatzpunkt für die Gesamtwertung.

Schon vor dem sechsten der 21 Saisonläufe in Monaco in zwei Wochen sieht alles nach einem Titel-Zweikampf der beiden Mercedes-Fahrer aus. »Da zählt jeder Punkt«, sagte der diesmal unterlegene Bottas.

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