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Große Welten aus kleinen Steinen

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Mosaikkünstlerin Marita Schauerte und Schlossverwalter Guido Burkhardt freuen sich über die gelungene Ausstellung. (Fotos: Merker)

Berchtesgaden – Im Rehmuseum im Schloss Berchtesgaden gastiert derzeit eine Ausstellung der Deutschen Organisation für Mosaikkunst. Zum Thema »Erde, Feuer, Wasser, Luft – Spiel der Elemente« haben 40 Mosaikkünstlerinnen und -künstler Arbeiten gefertigt. Die große Bandbreite der Interpretation des Themas macht den Besuch der Ausstellung lohnenswert.


Alle Arbeiten haben das gleiche Format. Sie sind 25 auf 25 Zentimeter groß und geben der Ausstellung einen Rahmen vor, der auf den ersten Blick wie ein Raster wirkt. Doch was sich innerhalb dieser Maße abspielt, ist enorm. 40 verschiedene Interpretationen zu den vier Elementen zeigen die unterschiedlichsten Möglichkeiten, mit kleinen Steinchen ein Bild zu fertigen.

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In seiner Begrüßung ging Schlossverwalter Guido Burkhardt bei der Ausstellungseröffnung auf das Thema in der Geschichte ein. »Die alten Griechen haben mit den vier Elementen versucht, die Welt zu erklären. Für Thales von Milet war das Wasser der Urstoff, bei Anaximenes stand die Luft im Mittelpunkt und bei Heraklit war das Feuer der Urstoff. Für ihn war der Krieg der Vater aller Dinge.« Es war Empedokles, der den Elementen die Götter zugeordnet hat und Platon tat dies mit geometrischen Körpern. »Dann übernimmt die Kunst die vier Elemente. Im Schloss drüben sind Allegorien aus Stuck an der Decke des Salons angebracht.« Burkhardt verwies auf moderne Entsprechungen in Comic und Film. »Die Fantastischen Vier« oder »Das 5. Element« sind Beispiele dafür, dass das Thema bis heute aktuell ist.

Erst während der Eröffnung stellte sich heraus, dass Mosaikkünstlerin Marita Schauertes eigenes Mosaik von dem Film »Das 5. Element« inspiriert war. Dort trägt die Hauptdarstellerin Milla Jovovich ein Tattoo am Handgelenk, das das fünfte Element, die Liebe, symbolisiert.

Die Wanderausstellung hat Marita Schauerte nach Berchtesgaden geholt. Sie ist Mitglied der Deutschen Organisation für Mosaikkunst und betreibt in Bischofswiesen ein Studio, in dem sie auch Kurse anbietet. »Die Domo, wie die Organisation kurz genannt wird, hat 180 Mitglieder und ihr Ziel ist es, die Mosaikkunst wieder in den Fokus zu bringen«, sagte sie. Der Kontakt zwischen den Mosaikkünstlerinnen und -künstlern soll verstärkt und das Bewusstsein für diese Kunstform in der Öffentlichkeit geweckt werden. »Das ist die zehnte Wanderausstellung des Vereins. Das Los hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entschieden, deswegen sind eher künstlerische und manche eher handwerkliche Herangehensweisen an das Thema in der Ausstellung vertreten«, sagte Schauerte bei der Eröffnung. Durch ganz Deutschland tourte diese Ausstellung schon und macht dank des Engagements von Marita Schauerte nun Station in Berchtesgaden, bevor sie weiter nach Karlsruhe geht.

Auffällig ist die Vielzahl an Materialien, aus denen die Mosaike geschaffen wurden. Von Holz über Kieselsteine, Halbedelsteine bis hin zum klassischen Glas findet sich alles. Die sogenannten tessere, die Steinchen, fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen. Auch aus diesem Grund passt das Thema wunderbar. So wie sich die Welt aus den vier Elementen zusammen setzt, formen sich die verschiedenen Kunstwerke aus kleinen Steinchen zu einem großen Bild. Mal farbintensiv, dann wieder stark reduziert, mal flach, wie man es von einem Mosaik erwarten würde, dann plastisch und dreidimensional ausgeführt, bis hin zur frei stehenden Arbeit. Es ist spannend zu sehen, wie kreativ die Mosaizisten mit dem unterschiedlichen Material umgehen. Das gleiche Format schafft einen strengen Rahmen, innerhalb dem ganz wunderbare Welten entstehen.

Die Ausstellung ist im Rehmuseum im Schloss Berchtesgaden bis 5. August zu besichtigen. Zugang über Richies Vintage oder das Schloss während der Öffnungszeiten. Christoph Merker

 

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