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Große Stimmen und Emotionen

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Die »Compagnia d'Opera Italiana di Milano« überzeugte mit ihrer Operngala im k1 rundum. Das abendfüllende Programm voller Strahlkraft und Emotionen, war gespickt mit Höhepunkten des italienischen Opernschaffens. (Foto: Rasch)

Große Stimmen und große Emotionen: Die Operngala »Es leuchten die Sterne« der »Compagnia d'Opera Italiana di Milano« unter der musikalischen Leitung von Traian Ichim hat im Traunreuter k1 rundum überzeugt. Das Publikum war begeistert und dankte es mit lang anhaltendem Applaus. Auf eine vehement geforderte Zugabe mussten die Besucher im nur gut zur Hälfte besetzten Saal jedoch verzichten. Diese erfüllten die Künstler unmittelbar nach dem offiziellen Programm mit dem gemeinsam gesungenen Welthit »O Sole Mio.«


Mit einer Selbstverständlichkeit wurde schon beim Auftakt bei der Ouvertüre aus der »Hochzeit des Figaro« von Wolfgang Amadeus Mozart die Präzision des Orchesters spürbar. Aber nicht allein das Orchester überzeugte in allen Lagen, auch die Solisten und der Chor der Staatsoper Brasov ließen an Ausdrucksstärke nichts vermissen.

Der Zauber des Belcantos hatte das k1 fest im Griff. Rund zwei Stunden lang kamen die Zuhörer in den Genuss, sich von Arien, Duetten und Ensembles, die unter die Haut gingen, inspirieren zu lassen. Auf eine Konzerteinführung und Erklärungen zu den Handlungsthemen wurde jedoch verzichtet, was manche Besucher vermissten.

Das abendfüllende Programm war gespickt mit Höhepunkten des italienischen Opernschaffens, erweitert durch Stücke aus französischen Opern. Es war nicht zu überhören und zu übersehen, dass die Künstler nicht nur stimmlich, sondern auch mimisch und gestisch über eine reiche Bühnenerfahrung verfügen. Mit einer außergewöhnlichen Strahlkraft brachten die Solisten Annalisa d'Agosto und Elisa Maffi (Sopran), Sofija Amazova, Svetlana Kotina (Mezzosopran) Livivu Iftene, Eric Vivion-Grandi (Tenor) Jorge Martinez (Bariton) und Gianluca di Cannito (Bass) ihre Gefühle von Liebe und Verlust, von Eifersucht und Zorn zum Leuchten.

Ob in Donizettis »O Mio Fernando«, in dem Leonora ihr eigenes Glück dem Wohle ihres geliebten Fernandos opfert, im bekannten Trinklied »Brindisi« aus der Oper »La Traviata« von Giuseppe Verdi, oder in der berühmten »Barcarole« aus dem vierten Akt aus »Hoffmanns Erzählungen« von Jacques Offenbach, in der die schöne Nacht der Liebe besungen wird.

Das umfangreiche Repertoire wurde ergänzt mit Arien und Duetten aus Opern von George Bizet, Gioacchino Rossini, Camille Saint-Seans und Giacomo Puccini. Bei Puccini durfte natürlich die Arie »Nessum Dorma« aus der Oper »Turandot« nicht fehlen. Hier drohte die Stimmgewalt und die kaum zu bändigende Leidenschaft des Tenors die Dimension des k1 schier zu sprengen.

Der Abend verging trotz des umfangreichen Programms wie im Flug. Die Besucher erlebten einen glanzvollen Opernabend, der durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Die »Compagnia d'Opera Italiana di Milano« genießt seit 70  Jahren einen hervorragenden Ruf, dem sich auch in Traunreut gerecht wurde. Gabi Rasch