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Sinfonisches Blasorchester der Stadtkapelle Traunreut und die 3BA Concert Band

Großartiges Doppelkonzert in Traunreut

»Brass zu Gast« hieß das Motto eines Doppelkonzertes im voll besetzten k1-Saal. Das sinfonische Blasorchester der Stadtkapelle Traunreut hatte die »3BA Concert Band« zu einem Doppelkonzert eingeladen. Beide Orchester begeisterten die Zuhörer restlos.

Das sinfonische Blasorchester der Stadtkapelle Traunreut unter Leitung von Stephan Schilcher begeisterte. (Foto: Mix)

Stephan Schilcher, Dirigent und musikalischer Leiter des sinfonischen Blasorchesters der Stadtkapelle Traunreut, fungierte bei dem Konzert als versierter Moderator. Er kündigte nicht nur die Musikstücke an, sondern gab auch ausführliche Erläuterungen zu den beiden Orchesterarten. Seine Ausführungen waren überaus informativ, sorgten für mehr Verständnis und dadurch einen noch größeren Musikgenuss. Der aufmerksame Zuhörer konnte beispielsweise nach seiner Einführung in »Gullivers Reisen« von Bert Appermont genau heraushören, wenn es in dem einen Satz ums Land der zierlichen Zwerge oder im nächsten um gewaltige Riesen ging. Mit einem sinfonischen Blasorchester, in dem idealerweise alle Tonlagen mit den einzelnen Instrumentensätzen besetzt sind, könne man Musik sehr facettenreich gestalten und Klangmalerei betreiben, erklärte er dem Publikum. Ein weiteres Beispiel dafür war das Stück »Of castles and legends« von Thomas Doss, in dem die Geschichte der »weißen Jungfrau zur Kugelsburg« lautmalerisch beeindruckend erzählt wird.

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Die Besucher des Konzertes lernten an diesem Nachmittag einiges von Stephan Schilcher, so auch die vier unterschiedlichen Kategorien von Blasorchestern. In einem sinfonischen Blasorchester sitzen demnach bis zu 100 Leute und es gibt eine große Vielfalt an Instrumenten. Eine Brass Band ist dagegen wesentlich kleiner mit maximal 35 Personen und reiner Blechbesetzung. Dann gibt es noch die traditionelle Blasmusikkapelle und Fanfarenorchester.

Die »3BA Concert Band«, die den zweiten Teil des Doppelkonzertes bestritt, wurde im April 2005 als eine der ersten Brass Bands Deutschlands gegründet. Seit der Durchführung der ersten Deutschen Brass Band Meisterschaften 2008 ist sie dauerhaft Gewinner in der Höchststufe. Mit dem Sieg im Jahr 2014 qualifizierte sich die Band als erste deutsche in der Championship Section der Europäischen Meisterschaften teilzunehmen. Magister Thomas Ludescher ist künstlerischer Leiter der Band, Stephan Schilcher spielt als Trompeter darin mit. Anhand des 18-minütigen Wettbewerbsstücks »Extreme Make-Over« von Johan der Meij zeigte die Band die volle Bandbreite ihres Könnens. Es war Pflichtstück bei der europäischen Brassband-Meisterschaft im Jahr 2005 und wurde extra hierfür komponiert. Ein weiteres Stück, »Eventide« von W. H. Monk, klang homogen wie eine Kirchenorgel und mit »Bourbon Street Brass’in«, arrangiert von Joe Laube, war ein modernes jazziges Stück mit Solis zu hören, die vom Publikum gebührend geklatscht wurden. Gegen Ende des Stückes kamen die Musiker spielend von der Bühne und postierten sich beidseitig des Konzertsaales, um es so zu Ende zu spielen. Das ergab noch zusätzlich ein gewaltiges Raumklang-Erlebnis.

Die Besucher im k1 zeigten sich absolut begeistert von dem Konzert. »Es klingt einfach alles perfekt«, meinte eine Besucherin in der Pause nach dem Auftritt des sinfonischen Blasorchesters der Stadtkapelle Traunreut. Der Saal des k1 war am Sonntag restlos gefüllt, sogar neben den üblichen Stuhlreihen waren noch Sitzplätze aufgestellt. »Der Zuspruch zu unseren Konzerten ist enorm, da ist dieser Saal schon fast wieder zu klein«, stellte Rosmarie Schilcher erfreut fest.

Das sinfonische Blasorchester, in dem rund 55 Musikerinnen und Musiker aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus spielen, wurde 2008 ins Leben gerufen. Musikfreunde können sich schon jetzt auf einen neuen Hörgenuss freuen: Zum zehnjährigen Bestehen gibt es am 3. Februar 2018 ein Jubiläums-Konzert im k1. Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Pia Mix