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Groovig und bes(ch)wingt ins neue Jahr

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Auf einem guten musikalischen Weg befindet sich die AlpenGROOVE Bigband Inzell unter der musikalischen Leitung von Anton Schreiner. (Foto: Bauregger)

Mitte 2017 übernahm Anton Schreiner die AlpenGROOVE Bigband aus Inzell und führt sie seither konsequent und mit einem feinen Gefühl für den Klangkörper und das Machbare tiefer in die Welt der legendären Bigband-Literatur.


Dass dieser Wandel sich auch in der Performance und dem Erscheinungsbild der Bigband widerspiegelt, davon konnten sich die Besucher beim Jahreskonzert im Hotel Bayerischer Hof in Inzell überzeugen. Insbesondere mit neu erarbeiteten Musiktiteln aus der klassischen Jazz- und Swing-Szene, mit Filmmusiken, lateinamerikanischer Musik, Rock und Funk wussten die Musikerinnen und Musiker ihre Zuhörer solistisch und im Kollektiv zu begeistern. Fürs Gemüt intonierte die Bigband treffsicher Titel wie »Sweet Caroline«, »Moon River«, »Only you« oder »Lucky Lips«.

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»Let it Swing« hieß der erste schwungvolle Titel, mit dem die Bigband ihr Publikum begrüßte. Vorstand Gerhard Brüderl freute sich besonders darüber, dass der Saal trotz des Nachmittagstermins voll besetzt war. Er übergab an Andreas Gastager, der es mit interessanten Details zu den Kompositionen und der Bigband wieder ausgezeichnet verstand das Publikum anzusprechen, mitzunehmen und gute Laune zu verbreiten. Der Gitarrist und Sologitarrist überzeugte aber auch durch seine markante, ausdrucksstark modulierte Stimme, die er bei Titeln wie »Sweet Caroline«, »A day in the life of a fool« oder »The Elvis Show« prägnant, aber auch gefühlvoll einzusetzen wusste.

Eine reizvolle Ergänzung fügte die Saxofonistin Monika Jüstel-Tichy etwa bei Duke Ellingtons »Satin Doll« dem Sound auf dem Klavier hinzu. Peter Baueregger zeigte sich als sicherer Solist mit starkem, kräftigem Ton unter anderem bei »Thunderbird«. Wie Andreas Gastager in seiner Anmoderation erwähnte, darf dieses selten gespielte Stück von Ray Anthony nicht nur als Highlight des heurigen Jahreskonzerts betrachtet werden. Vielmehr könne es nur gespielt werden, wenn ein gut trainierter und naturverbundener Baritonsaxofonist wie der Peter zum Orchester gehöre.

Als sichere Solistin mit groovigem, ausdrucksstarkem Klangbild trat einige Male Sonja Huber vor das Publikum, bei »In the mood« solistisch unterstützt von ihrer Satzkollegin Annette Croce. Im Trompetensatz zeigte sich einmal mehr Engelbert Plenk als starker Solist, der auch vor schwierigen Aufgaben keinen Rückzieher macht. Aber auch Dominik Lackner, die neue Trompeterin Sophie Strohm und Lukas Heinecke standen ihre Frau beziehungsweise ihren Mann. Bei den Posaunen war es Konrad Kirmse, der sich etwa bei »25 or 6 to 4« markant zu profilieren wusste.

Eine große Ausstrahlung ging aber nicht nur von den Solisten, sondern immer wieder auch vom Gesamtorchester aus. So bildeten an diesem Nachmittag das Rhythmustrio, bestehend aus Andreas Gastager auf der Gitarre, Wolfgang Hollinger am Schlagzeug und dem neuen Bassisten Bernhard Schoepe am Kontrabass, ein starkes, tragfähiges Fundament. Aber auch die einzelnen Register setzten im Kollektiv und mit wahrnehmbar engagierter Spielfreude markante Akzente im Background, in Solopassagen oder im Zusammenspiel mit anderen Registern.

Bei so viel Engagement war es allerdings für die Solisten ab und zu eine große Kraftanstrengung, ihre Soli wirkungsvoll und herausgehoben zu Gehör zu bringen. Schreiner meinte dazu schmunzelnd: »Wir arbeiten daran!«. Gerade diese Aussage zeigt auch, mit wie viel engagierter Gelassenheit Anton Schreiner die Bigband führt. Dass er es blendend versteht, die Musikerinnen und Musiker einerseits zu fordern, gleichzeitig aber ihre individuelle Leistungsfähigkeit, ihr Temperament und ihre Individualität feinfühlig im Blick hat, unterstreicht, dass hier der richtige Mann am richtigen Platz ist.

Die Entwicklung im Orchester zeigt, dass die Musikerinnen und Musiker bereit sind, den eingeschlagenen Weg von Schreiner mitzugehen und sich im kameradschaftlichen Miteinander weiter zu entwickeln. Auf diese Ergebnisse dürfen sich sicher alle Fans und solche, die es noch werden wollen, sicher freuen. Heftiger Beifall belohnte die Bigband. Werner Bauregger

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