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Grandioser Folkrock made in Bayern

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Die Musiker von IRXN sind Peter Gschwandtner, Bernie Maisberger, Trixi Weiss , Reinhold Alsheimer und Markus Traurig (verdeckt). (Foto: M. Heel)

Auch wer keine Ahnung hatte, was der altbairische Ausdruck »Irxn« bedeutet, allein schon der Anblick der fünf Musiker ließ erahnen, dass hier etwas Kraftvolles auf die Besucher des Studiotheaters im k 1 zukommen würde. Vier verwegen aussehende, kunterbunt gekleidete Kerle und eine junge Dame in gothicschwarz, die eher wie eine Bande Outlaws wirkten, wären da nicht ihre Instrumente gewesen. Die sie dann auch entsprechend zu bedienen wussten: energisch, zielgenau und mit durchschlagender Treffsicherheit.


Oder anders gesagt: Mit musikalisch so versierten Kumpanen wie Trixi Weiss (Geige, Flöte), Reinhold Alsheimer (Gitarre), Peter Gschwandtner (Bass, Tuba) und Markus Traurig (Schlagwerk) im Rücken, hatte der Anführer der Band, Sänger und Gitarrist Bernie Maisberger, leichtes Spiel mit dem Publikum. Denn von der Irxn bzw. Achsel/Schulter kommt das Irxnschmoiz oder Kraft haben, und ein wahres Kraftpaket sind die fünf Musiker allemal.

Mit sagenhaftem Drive und dennoch stark melodiebetont sowie mit intelligenten, tiefgründigen Texten, die Verstand und Gefühl gleichermaßen ansprachen, servierten die fünf einen einzigartigen Mix aus jazzigem Folkrock und bairischer Mundart, der sich gewaschen hatte. Vogelwuide Musik eben, die Lebensfreude ausdrückte, mal fröhlich und mal nachdenklich stimmte und hin und wieder sogar zum Tanzen anregte.

Ein Erfolg, der sicherlich auch damit zu tun hat, dass die fünf Musiker aus ganz unterschiedlichen Genres kommen: So liegen z. B. Reinhold Alsheimers Wurzeln im Punkrock, während Bernie Maisberger gemeinsam mit seiner Schwester Martina früher eine Größe in der bayerischen Volksmusik (»Geschwister Maisberger«) war. Das schafft natürlich eine Bandbreite, die selten ist, entsprechend dynamisch, vielschichtig und spannungsreich fielen Songs und Sound aus.

Da stimmte einfach alles, zumal Bernie Maisberger mit zupackender Stimme dafür sorgte, dass die vielen Songs wie »Maiaufstand«, »Vogelfrei« oder »A Tropfa (im Wasser, a Kerndl im Sand, a Sekund in der Ewigkeit host das Leb’n in der Hand)« ihre Wirkung nicht verfehlten. Outlaw-mäßig war auch, dass sie gleich zwei Lieder dem »bayerischen Hiasl« widmeten, und auf welchen Pfaden die Band ihren künstlerischen Weg sucht, erzählten sie in dem Song »Wolfspfad«.

Wirklich schade war es also, dass sich nur wenige Besucher zu diesem grandiosen, weit über zweistündigen Konzert eingefunden hatten. Aber wer möchte, kann auf die Alben »Vogelfrei«, »Wolfspfad« und »Saltatio Ignis« zurückgreifen. Wolfgang Schweiger