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Glanzvoller Konzertabend im Rahmen des »Musiksommers« im Festsaal des Klosters Seeon

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Mit einem virtuosen Konzert und akrobatischen Einlagen haben die »Brassmatiker« und die Gruppe »Akroartistica« 1600 Euro an Spenden für die Lebenshilfe gesammelt. (Foto: Rasch)

Durch den gut gefüllten Festsaal des Kloster Seeon bahnten sich die »Brassmatiker – Das Deutsche Ärzteblech« unter der Leitung von Dr. Benedikt Wittmann bei ihrem Benefizkonzert im Festsaal des Klosters Seeon ihren Weg. Swingend zogen die fünf jungen Musiker mit »Just a closer walk« bis zur Bühne ein. Dort angekommen wandelte sich die Trauermusik aus New Orleans zu einem Freudenkonzert.


Die Virtuosität des gesamten Ensembles, die Posaunist Dr. Bernhard Frey aus Rosenheim bereits beim Einmarsch bewies, wurde im Trompetenkonzert von Antonio Vivaldi weiter unter Beweis gestellt: Sicher führend genoss Dr. Dominik Scheruhn, Orthopäde aus Hof, an der Hoch-B-Trompete die wunderschönen Koloraturen des ersten Satzes.

Im Kanon brillieren Hornist und Trompeter

Im Kanon von Pachelbel zeigten sich Hornist Dr. Christian Albert, Kinderarzt aus Memmingen, und Trompeter Dr. Henning Büscher, Zahnarzt aus Neuhaus am Inn, von ihrer besten Seite. Brillierend »tanzten« die Finger Lauf für Lauf über die Ventile.

Nicht nur ein solides Fundament zeichnete Dr. Benedikt Wittmann, Zahnarzt aus Prien, an der Tuba aus. Auch von ihm waren flinke Finger gefragt, wie etwa im 1. Satz des Brandenburgischen Konzerts Nr. 3. Nach einer hollywoodreifen und tieftraurigen Interpretation von Samuel Barbers »Adagio for strings« im komplett abgedunkelten Saal ließen die »Brassmatiker« mit »Palladio« von Karl Jenkens ihre Instrumente zum Abschluss des ersten Konzertteils funkeln.

Abwechslungsreich begann der zweite Teil. Plötzlich »stürmten« die Akrobaten der Gruppe »Akroartistica« die Bühne. Die Schwerkraft schien schier inne zu halten, als Dr. Wolfgang Bachleitner seine Kollegen Kathrin und Matthias Wallner durch die Lüfte stemmte und die Figuren in schwindelerregenden Höhen wundervoll auf »Bugler’s holiday« von Leroy Anderson abstimmte.

»Suite Americana« als weiterer Höhepunkt

Ein weiterer Höhepunkt waren drei Sätze aus der »Suite Americana« von Enrique Crespo, die das Quintett vor zwei Jahren für einen internationalen Blechbläserwettbewerb einstudiert hatte. Zackig und akkurat begannen sie mit dem Ragtime, bevor die Tuba melancholisch und sicher durch die Vals Peruano führte.

Im abschließenden »Son de Mexico« und letzten Satz zeigten sie noch einmal ihr Können, bevor sie sich mit Haindlings »Blasmusik in Moll« und einem Kinderliedermedley »Mouse and friends« unter lang anhaltendem Applaus verabschiedeten.

Renaissance, Barock, Klassik, Romantik und Jazz, Ernstes wie Erheiterndes – in allen Stilepochen fühlen sich die »Brassmatiker« wohl und zeigen ihre musikalische Gewitztheit, die sie sich an Musikhochschulen und auf Konzertreisen im In- und Ausland erworben haben. Zugleich guten Zwecken zu dienen, ist das vorrangige Ziel ihrer Benefizkonzerte. Mit ihrem Auftritt in Seeon erspielten sie für die Lebenshilfe Traunstein 1600 Euro. Gabi Rasch