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Glanz und Größe des Austro-Pop

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Die Musiker der S.T.S.-Coverband »Auf a Wort« haben bei ihrem Konzert im sehr gut besuchten Traunreuter k 1 die große Zeit des Austro-Pop wieder aufleben lassen. (Foto: M. Heel)

Fällt der Name Austro-Pop, denken wir gewöhnlich an Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich und den 2007 im Alter von 64 Jahren verstorbenen Georg Danzer, die auch gemeinsam in der Formation Austria-3 auftraten. Aber auch an Bands wie die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV), an den Ostbahn Kurti & Die Chefpartie und S.T.S., an Peter Cornelius, Stefanie Werger und Hubert von Goisern, den Erfinder des Alpenrock. Und unvergessen sind natürlich auch Falco und Ludwig Hirsch, die ebenfalls nicht mehr unter uns weilen.


Vielleicht nicht begründet, so doch populär gemacht wurde das Genre des Austro-Pop von Marianne Mendt mit ihrem Lied »Wia a Glock’n« (1970; Text: Gerhard Bronner) und von Wolfgang Ambros mit seiner Moritat »Da Hofa« (1971; Text: Joesi Prokopetz), gefolgt von Georg Danzer, der 1975 mit »Jö schau« seinen Durchbruch als Liedermacher hatte. Ausgehend vom Erfolg dieser Lieder war der Dialekt in der österreichischen Popmusik nun endgültig etabliert.

Jetzt haben die Musiker der S.T.S.-Coverband »Auf a Wort« im sehr gut besuchten Traunreuter k 1 die große Zeit des Austro-Pop wieder aufleben lassen, mit dem programmatischen Titel »I am from Austria« und mit vielen der besten und schönsten Hits der bereits erwähnten Stars. Als Frontmänner agierten dabei Matthias Rasch, Peter Schuster und Christian Huber, die mit ausdrucksstarkem Gesang und fabelhaftem Gitarrenspiel sofort für sich einnahmen, während Bernhard Schmied am Bass und Robert Ertl am Schlagzeug für ausgewogenen Rhythmus und Drive sorgten, kompetent ergänzt von Reiner Winterstetter am Keyboard.

Das Konzert war eine gut zweieinhalbstündige, so gefühlvolle wie mitreißende Zeitreise, die mit »Jö schau« eröffnet wurde und mit Österreichs heimlicher Nationalhymne, Rainhard Fendrichs »I am from Austria«, ihr Ende fand. Dazwischen gab es mit »Weiße Pferde« und »Lass mi amoi no d’Sunn aufgeh’ segn« etliche weitere Songs von Georg Danzer, dem »uneingeschränkten König des Wiener Chanson« (Fendrich), zu hören. Von Wolfgang Ambros standen unter anderem »Die Blume vom Gemeindebau« und »Schifoan« und von Rainhard Fendrich, der am stärksten vertreten war, natürlich »Strada del Sole«, »Macho Macho« und vieles mehr auf dem Programm. Sehr schön waren auch, um nur einige Titel zu nennen, Falcos »Der Kommissar« und »Märchenprinz« (EAV), »Feuer« vom Ostbahn-Kurti und seiner Chefpartie, Peter Cornelius’ »Du entschuldige, i kenn di«, und natürlich, quasi als Heimspiel für die neu gegründete Formation, die Hits von S.T.S. wie »Fürstenfeld« oder »Da kummt de Sunn« (nach »Here Comes the Sun« von den Beatles), mit dem die steirische Kultband ihren ersten großen Erfolg hatte. Nicht zu vergessen Ludwig Hirsch, dessen »Komm, schwarzer Vogel« spätabends im Radio nicht gespielt werden durfte, wie Peter Schuster erklärte. Weil man Angst hatte, dass sich jemand umbringen könnte. Von ihm war »Geh, du mogst mi« zu hören.

Kurzum, es war ein ungemein kurzweiliges Konzert, das den ganzen Glanz und die einzigartige Größe des Austro-Pop in geballter Form Revue passieren ließ, entsprechend heftig war der Applaus des begeisterten Publikums. Wolfgang Schweiger