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Gitarrenmusik, angereichert mit Gesang und Blockflöte

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Das Gitarrenensemble »Accordial« gestaltete eine Abendmusik in der Irsinger Kirche, von links: Tina Haas, Conny Kretzschmar, Sonja Burghartswieser, Christa Kaufmann, Ina Viebahn, Doris Tanner, Andi Obermeier (hinten), Martina Strohhammer, Henry Scholtysik und Leiter Heinz Lichtmannegger. In der Bildmitte steht Sopranistin Maria Bodensteiner. (Foto: Eder)

Es ist immer ein entspannender, wohltuender Musikgenuss, das Gitarrenensemble Accordial zu hören. Bedingt durch den Charakter der Instrumente sind die Konzerte ein Ohrenschmaus der ruhigen Art, was nicht heißt, dass nicht technisch sehr anspruchsvolle musikalische Interpretationen auf dem Programm stehen. Die jüngste Konzertstunde in der Kirche von Irsing war wieder von dieser Art. Mit dabei bei einigen Stücken des zehnköpfigen Ensembles waren die Sängerin Maria Bodensteiner beziehungsweise Gabriele Bauer-Will an der Altblockflöte.


Die normalerweise elf Mitglieder von Accordial setzen sich aus elf Gitarristen zusammen, die fast alle einst Schüler von Heinz Lichtmannegger waren, dem passionierten Musiker und Leiter der Musiklehrervereinigung. Schon 25 Jahre ist es her, dass das Ensemble mit seinen Mitgliedern aus Traunreut und Umgebung unter dem Namen »Orchester für Saiteninstrumente« gegründet worden ist. Sie stellen unter Beweis, dass die Gitarre nicht nur als Soloinstrument, sondern auch in großer Besetzung besticht.

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Das Programm, das an diesem Abend gespielt wurde, war schwerpunktmäßig der alten Musik gewidmet, wie Heinz Lichtmannegger in seiner Einführung angekündigt hatte, die Hälfte der Stücke von ihm bearbeitet. Allein fünf der gespielten Komponisten wirkten bereits im 16. Jahrhundert: Girolamo Frescobaldi, John Dowland, Thomas Campion, Thomas Morley und S. L. Weiss. Stücke von ihnen waren es größtenteils, zu denen Maria Bodensteiner mit ihrer klaren Stimme den Gesangspart übernahm: »Author of light« von Campion, »Come again«, »Wilt thou unkind« und »Fine knacks for ladys« von Dowland sowie »It was a lover and his lass« von Morley – abwechslungsreich begleitet von den Gitarren.

Interessant ist hier ein Blick auf die Instrumente, die der anspruchsvollen Musik der »Accordial«-Musiker angepasst sind. Das Gros sind hochwertige Konzertgitarren, darunter mischt sich gelegentlich das eine oder andere kleine Geschwisterchen, sogenannte Oktavgitarren. Diese sind nicht nur deutlich kleiner, sondern klingen auch, wie der Name schon andeutet, eine Oktave höher. Das Gegenstück dazu ist das Instrument von Ensembleleiter Lichtmannegger – eine Konzert-Bassgitarre.

Dieses Schmuckstück ist speziell für das Ensemble angefertigt, von dem Gitarrenbauer Peter Bamberger aus Hallein. Mit diesem Instrument verleiht Lichtmannegger dem Ensembleklang sozusagen den stützenden Unterbau. Dieser war besonders gut bei den temperamentvollen spanisch klingenden Stücken zu hören, einer Berceuse von Isaak Albeniz und einer Zarabanda aus den »Spanischen Tänzen« von Enrique Granados, zwei Komponisten aus der Zeit um 1900. Georg Friedrich Händel kam auch zu Konzertehren mit seinem Konzert in F-Dur op. 1/11 in vier Sätzen: Hier konnte die Flötistin Gabriele Bauer-Will ihre Virtuosität unter Beweis stellen. Die Gitarren und die jubilierende Altflöte zauberten gemeinsam einen wunderbaren musikalischen Klang in die kleine Kirche mit ihrer angenehmen Akustik. Und last but noch least konnte Tina Haas einmal mehr eine Probe ihrer Fingerfertigkeit ablegen: bei dem Konzert in D-Moll von S. L. Weiss, ebenfalls in vier Sätzen. Der Besucher hört die harmonischen Melodien und blickt gleichzeitig mit Staunen auf die Finger der Musiker, die behende über die Saiten hüpfen und die schönen Zusammenklänge ermöglichen. Das alles kommt natürlich nicht von selbst. Jede Woche wird geprobt und das seit mehr als zwei Jahrzehnten. Als Dank gab es wieder reichen Beifall von den Besuchern in der vollen Kirche von Irsing, die nach diesem Musikgenuss zufrieden und erfüllt nach Hause gingen. Hans Eder

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