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»Giovani Talenti« in der Christuskirche Inzell

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Unser Bild zeigt Tim Blagrave mit den Schülerinnen Julia und Lena Abstreiter. (Foto: Bauregger)

Bereits zum vierten Mal gaben junge Musiktalente der Inzeller Sing- und Musikschule unter dem klangvollen Motto »Giovani Talenti« und der gefühlvollen Leitung von Tim Blagrave einem breiteren Publikum eine Kostprobe ihres Könnens. Solistisch oder im Ensemble gespielt, standen in diesem Jahr die Gitarre, das Klavier, die Querflöte, die Violine, die Viola, das Flügelhorn und die Trompete im Mittelpunkt der Vorträge.


Julia Abstreiter aus Hammer auf der Violine trat mit ihrer Cousine auf der Viola, begleitet von Tim Blagrave auf dem Klavier, mit drei Sätzen Introduzione Terza-Moderato-Presto aus dem Stück »Mercordi« (aus Scherzi Melodichi) von G. Ph. Telemann vor die Zuhörer. Die anfängliche Nervosität war spätestens im Moderato verflogen, der Vortag wurde dadurch freier. Besonders überzeugten die Beiden durch sichere Melodieführung und harmonisches Zusammenspiel.

Anna Lena Seitz am Klavier trug Johann Sebastian Bachs »Präludium 1. BWV 933« aus »Sechs kleine Präludien« vor. Die junge Pianistin aus Inzell setzte schöne, dynamische Läufe bei sicherem Anschlag und einer Körpersprache, die eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlte.

Steffi Alf aus Siegsdorf ließ danach das »Konzertstück« von Nicoiò Paganini auf ihrer Violine erklingen, begleitet von ihrem Vater Michael am Klavier. Sie bestach durch eine homogene Tonausprägung sowohl in den tiefen wie auch hohen Lagen und meisterte schwierige Läufe, Tonsprünge und eine Cadenz ohne Probleme. Souverän spielte sie mit den unterschiedlichen Tonstärken in einem dynamischen, ausdrucksstarken Vortrag.

Alexander Fußstetter aus Siegsdorf bereicherte das Programm als Bläser mit dem Flügelhorn und später mit der Trompete. Im ersten Teil intonierte er das »Ave Maria« von Franz Schubert mit feinem weichen Ton, gefühl- und rücksichtsvoll von Tim Blagrave am Klavier begleitet. Im zweiten Teil setzte er in den drei Sätzen Allegro-Grave-Allegro der »Sonate« von Pietro Baldassari seine Trompete ebenso gefühlvoll ein und meisterte Triller, Herausforderungen in der Dynamik, schwierige Läufe und Harmonien mit klarem, tragendem Ton.

Eva Bauregger aus Weißbach brachte mit ihrer Querflöte danach eine Klangvariante aus Israel ins Konzert. Flüssig, leicht und frisch verstand sie es, das bewegte Stück »Uri Tzion (Wach auf, Zion)« von M. Takeda zu spielen oder mit einem weichen, ausdrucksstarken Ton, sicher in Vortrag auch bei schwierigen Läufen und einer guten Körpersprache die Komposition »Zemer Atik (altes Lied)« von Amitai Néeman zum Klingen zu bringen.

Die Musikstücke »Eine nette Musette« von Hans Brüderl oder »Have a Dream« von ABBA hatte sich das Gitarrentrio Elisabeth Dauher und Carina Michel aus Siegsdorf, die mit Tobias Schuler aus Weißbach vor die Zuhörer traten, ausgesucht. Sie brachten ihre Saiten in schöner Betonung, sehr gut gestimmt und in einem harmonischen, rhythmischen Zusammenspiel ausdrucksstark zum Schwingen.

Rebecca Thurner aus Traunstein hatte sich mit dem »Concerto No. 1 a-Moll« von J. B. Accolay ein sehr schwieriges Konzertstück aufgelegt. Mit einem beherzten, energiegeladenen Einsatz, gepaart mit einem kräftigen, in Höhen und Tiefen ausgeglichenen Ton, sicheren Tonsprüngen, Trillern und einer angepassten Körpersprache schaffte sie selbst schwierigste Partiturstellen, in denen ihr Begleiter auf dem Klavier, Tim Blagrave, ihr eine großartige, rücksichtsvolle und feinfühlige Stütze war.

Marina Plereiter aus Inzell saß als Nächste am Klavier. Sie schaffte es ausgezeichnet, Frederick Chopins »Nocturne cis-Moll op. Posthumus« in der eigenen Klangfarbe des Komponisten vorzutragen. Sicher, dynamisch, technisch sicher mit einem differenzierten Tastenanschlag bewegte sich die junge Musikerin, spielerisch leicht, in passender Körpersprache durch die Partitur.

Noah Hütter aus Inzell folgte ihr auf dem Instrument mit dem kurzen, sehr flotten Stück »Solfeggietto Wq 117/2 von C. P. E. Bach. Dass ihm, im sonst tadellosen Vorspiel, in einigen schnellen Passagen die Nervosität hinderlich war, gehört sicher zu den zwar schmerzlichen, aber jedem Musiker nicht unbekannten Reifeprozessen.

Steffi Götz aus Inzell trug auf ihrer Querflöte im Anschluss die »Sonate G-Dur« von Georg Friedrich Händel in den Sätzen Adagio-Allegro-Adagio-Bourrèe anglaise-Minuetto vor, deren charakteristische Tempi sie im Zusammenspiel mit Tim Blagrave sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Ihre Stärken lagen im beweglichen Spiel, flüssigen Läufen und einer bestechenden Dynamik.

Das zeitgenössische Werk »Skyfall« von Adele Adkins und Paul Eqworth hatte sich schließlich Dominique Richly aus Hammer am Klavier aufgelegt. Rhythmisch mitreißend, technisch sicher, engagiert und gefühlvoll zugleich verstand sie es gut, die Charakteristik des Werkes zu interpretieren. Neben ausgezeichneten Musikdarbietungen erfuhr der Abend eine interessante Aufwertung durch literarische Kurzbeiträge, die über eine Soundanlage eingespielt wurden. Die Zuhörer bedankten sich mit viel Applaus. Werner Bauregger