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Geschäftsführer Florian Brunner gibt Einblick inZiele, Zahlen und Zukunft

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Die Wohnanlage »An der Ache« ist im Besitz der Gemeinde Bischofswiesen. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Bischofswiesen - 17 Wohnanlagen und 484 Wohnungen besitzt das Wohnbauwerk Berchtesgadener Land in der Gemeinde Bischofswiesen. Alleine neun Gebäude stehen im Ortsteil Winkl. Geht es nach dem Wohnbauwerk, könnten zwei weitere Häuser dazu kommen und zwar die in Gemeindebesitz befindlichen Wohnanlagen »Göllstraße« und »An der Ache«. Auf Einladung von Bürgermeister Toni Altkofer gab Geschäftsführer Florian Brunner in der jüngsten Gemeinderatsitzung einen Überblick über Unternehmenszahlen, -ziele und Planungen für die Zukunft.


Das Wohnbauwerk Berchtesgadener Land wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Zu dieser Zeit benötigte man für eine wachsende Bevölkerung mehr Wohnraum. Sukzessive konnten die Vertriebenen aus den Lagern Winkel und Piding in Wohnbauwerkswohnungen umgesiedelt werden. In den 1960er und 1970er Jahren gab es einen weiteren Anstieg der Bevölkerung. Die Wirtschaft boomte, viele Zuwanderer kamen in den Landkreis und viele Babys wurden geboren.

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»Da hatten wir die zweite große Bauwelle des Wohnbauwerkes«, warf Florian Brunner einen kurzen Blick in die Geschichte des Unternehmens. Seit fast genau vier Jahren leitet der 38-Jährige das Wohnbauwerk, dessen vorrangiger Zweck es ist, breiten Schichten der einheimischen Bevölkerung sozial verantwortbare Wohnungsversorgung zu bieten. Auch wenn seit 1990 keine Gemeinnützigkeit mehr besteht, fühle man sich den Werten der sozial orientierten Wohnungswirtschaft verpflichtet, so Brunner. Das Geschäftsgebiet des Wohnbauwerkes bezieht sich auf den ganzen Landkreis, der Schwerpunkt liegt allerdings südlich der Bundesautobahn. Zu 40,16 Prozent ist der Landkreis Gesellschafter, 35,18 Prozent hält Berchtesgaden, 5,5 Prozent Bischofswiesen, der Rest verteilt sich auf Bad Reichenhall und alle südlichen Gemeinden.

Das Wohnbauwerk verwaltet 1 177 eigene Wohn- und fünf Gewerbeeinheiten, dazu diverse Tiefgaragen, Stellplätze und Carports, 38 sonstige Einheiten und zwei Betriebsgebäude. Zusätzlich wird fremdes Wohnungseigentum betreut sowie die Geschäfte der Reichenhaller und Berchtesgadener Genossenschaft besorgt. In den 17 Bischofswieser Wohnanlagen und 484 Wohnungen leben rund 1 000 Bürger. Das entspricht etwa 16 Prozent der gesamten Gemeindebevölkerung.

»Wir haben in Bischofswiesen unseren größten Wohnungsbestand«, zählte Brunner auf. 267 Wohnungen liegen im »Wohnbauwerksland« Winkl, 105 im Hauptort, 54 in der Strub, 28 in der Stanggaß, 24 in der Engedey und sechs am Eisenrichter. Die durchschnittliche kalte Wohnungsmiete liegt beim Wohnbauwerk bei 4,85 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Die Unternehmensziele umschrieb der Geschäftsführer so: »Wir stellen nachhaltig guten und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung, zum Wohlergehen und zur Zufriedenheit der Mieter. Wir schaffen barrierefreien und behindertengerechten Wohnraum und sparen durch hohe Investitionen in energetische Sanierungen Energie ein. «Die Umsetzung seiner Ziele lässt sich das Wohnbauwerk einiges kosten. Jährlich werden zwischen zwei und drei Millionen Euro in Modernisierungen und 900 000 Euro in Instandhaltungen investiert. In jüngster Zeit wurden unter anderem am Tristramweg in Bischofswiesen 28 neue Wohnungen errichtet, in Bad Reichenhall, Ortsteil Schwarzbach, 37 Wohneinheiten generalmodernisiert und am Tradenlehen in Schönau am Königssee 24 Einheiten energetisch überholt.

Bis 2019 sollen weitere 200 Wohnungen komplett modernisiert, Sanitäranlagen erneuert, der Kanal saniert und weitere Parkplätze angelegt werden. Außerdem plane man die Spielplätze neu zu gestalten, so Brunner. 15 Millionen Euro seien dafür veranschlagt und 3,2 weitere Millionen für Neubaumaßnahmen in der Bayerisch Gmainer Schillerallee.

In Bischofswiesen wolle man 2013 den Parkplatz am Andreas-Fendt-Ring fertigstellen, den an der Gregor-Mendel-Straße erweitern und alle Spielplatzanlagen überarbeiten. Die Generalmodernisierung der Wohnanlagen an der Von-Eichendorff-Straße 7 und am Stangerötz stehen von 2017 bis 2019 auf dem Programm. Würde man den Kaufzuschlag für die gemeindlichen Wohnanlagen »Göllstraße« und »An der Ache« bekommen, werde man sie weiter nach sozial orientierten Maßstäben betreiben, eine umfangreiche Sozialcharta anbieten und sie in die Strategie des Wohnbauwerkes integrieren, versicherte Geschäftsführer Brunner. Auch wenn die beiden Häuser keine Sozialwohnungen mehr seien, werde man sie nach sozialen Gesichtspunkten führen. Im Übrigen bedeute Sozialwohnung nicht automatisch günstiges Wohnen.

»Der Mietpreis von Sozialwohnungen ist gleich oder teilweise sogar teurer als bei modernisierten Wohnungen aus den 1950er und 1960er Jahren. Unsere Wohnungen liegen bei der Warmmiete alle rund 1,50 Euro pro Quadratmeter und Monat unter Marktniveau.« Kathrin Thoma-Bregar

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