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Gemeinsamer Weg zweier begabter Musiker

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Cellistin Raphaela Gromes und der Münchner Pianist Julian Riem freuen sich über den Beifall nach einem Konzert in Bad Reichenhall. (Foto: Aumiller)

Ein Duo, das sein Publikum immer wieder aufs Neue begeistert: die Münchner Cellistin Raphaela Gromes und der Münchner Pianist Julian Riem. Sie ist eine Virtuosin am Instrument mit einer sprühenden Persönlichkeit, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht. Er ist einer der vielseitigsten Pianisten und der perfekte Klavierbegleiter zum Cello. Am Freitag um 19.30 Uhr hat das Musiksommerpublikum die Gelegenheit, beide Künstler hautnah zu erleben, wenn sie im Festsaal der Schule Sparz in Traunstein ihr Konzert geben. Auf dem Programm stehen Werke von Schumann, Schubert und Brahms.


Bereits mit vier Jahren begann die Münchnerin Raphaela Gromes mit dem Cellounterricht, ging dann mit 14 Jahren als Jungstudentin an die Musikhochschule Leipzig und setzte ihr Studium an der Münchner Musikhochschule bei Wen-Sinn Yang fort. Sie sammelte Konzerterfahrung bei vielen internationalen Musikfestivals und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit 2013 tritt sie regelmäßig mit dem Pianisten Julian Riem als festem Duopartner auf.

Riem studierte bei Michael Schäfer an der Musikhochschule in München und bei Michel Béroff am Conservatoire National Supérieur in Paris. Zuletzt setzte er sein Studium in der Solistenklasse von Rudolf Buchbinder an der Basler Musikakademie fort, wo er das Solistendiplom mit Auszeichnung erhielt. Unsere freie Mitarbeiterin Elisabeth Aumiller sprach im Vorfeld des Konzerts mit Raphaela Gromes.

Frau Gromes, Ihr Terminplan zeigt eine rege Reisetätigkeit. Sind die vielen Konzertauftritte ein folgerichtiger Schritt auf einem steilen Karriereweg und ist damit ein anvisiertes Wunschziel erreicht?

Gromes: Beides, aber mein Wunsch ist nicht vordergründig, Karriere zu machen und berühmt zu werden, sondern mich der Musik zu widmen und Konzerte zu geben. Diesbezüglich geht ein Wunschziel in Erfüllung und das macht mich schon sehr glücklich, vor allem auch in der Zusammenarbeit mit Julian Riem.

Ziehen Sie das Duo-Spiel dem Konzertieren mit Orchester vor?

Gromes: Beides mache ich sehr gerne, beides hat seine eigenen Reize. Aber im Duo mit Julian ergibt sich eine ganz andere Zusammenarbeit, weil wir schon seit sechs Jahren zusammen spielen. Wir können ausführlich proben, sind gut aufeinander eingespielt. Da kann ich vertrauen, dass wir aufeinander hören und einen gemeinsamen musikalischen Weg gehen. Mit Orchester ist es viel aufregender, weil es meist nur eine Probe gibt und ich nicht so oft konzertiere wie im Duo. Aber die Orchesterwerke bieten natürlich unglaubliche Klangfarben, das Orchester trägt den Solisten und es macht riesig Spaß, sich solistisch auf diesen Klangteppich zu setzen. Im Gegensatz zu solch großer Geste ist Kammermusik für mich wie Lyrik, bei der jedes Detail geschliffen und ausgefeilt wird.

Haben Sie freie Wahl für ein Konzertprogramm oder äußern die Veranstalter Wünsche?

Gromes: Beides. Wir machen für jede Saison verschiedene Vorschläge. Daraus können sich die Veranstalter etwas aussuchen. Mir ist es aber wichtig, dass die Stücke zusammenpassen und einen inneren Zusammenhang haben. Die Werke für das Konzert in Traunstein konnten wir frei wählen.

Wie kam es zum Auftritt in Traunstein?

Gromes: Ich glaube, ein Vorstand vom Musiksommer hat mich gehört und mich dann eingeladen.

Vielerorts hegt man große Erwartungen an Sie als neuer Cello-Star. Wie gehen Sie damit um?

Gromes: Daran denke ich nicht, das würde von der Musik ablenken. Auf der Bühne geht es nur noch um Musik, um dem höchsten Anspruch gerecht zu werden. Es ist mir wichtig, die Aussage des Komponisten zu hinterfragen und herauszufinden, was er im Notentext mitteilen möchte und ebenso, dass ich die Intention des Komponisten treffe und das Publikum damit berühren kann.

Beim Konzert in Traunstein spielen Sie Werke von Schumann, Schubert und Brahms, die fast alle Arrangements für Cello und Klavier sind.......

Gromes: Original für Cello und Klavier komponiert ist nur die Sonate F-Dur Nr. 2 op. 99 von Johannes Brahms, eine gigantische mitreißende Sonate. Wunderbar im Kontrast dazu sind als Miniaturen vorweg schöne Liedbearbeitungen von David Geringas, die in Richtung Lyrik weisen, wie etwa von den Liedern Feldeinsamkeit, Sapphische Ode oder Liebestreu. Wie die Brahms-Sonate gehört auch die Arpeggione-Sonate von Franz Schubert zu den Meilensteinen der Literatur. Sie ist intim und introvertiert, hat auch virtuose Passagen, die aber subtil in den innigen Gesang integriert werden müssen. Eine gängige Bearbeitung ist das Adagio und Allegro op. 70 von Robert Schumann, ursprünglich für Horn und Klavier, aber in den langsamen Phrasen geraten die Hornisten oft in Atemnot, während das Cello zum Ausformen getragener melodischer Bögen den »längeren Atem« hat.

Karten gibt es bei der Tourist-Information Traunstein unter Telefon 0861/65500 und bei Inn-Salzach-Ticket unter 01805/723636. Elisabeth Aumiller