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Gemeinderat im Sog des Bürgermeisters

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Viel Lob habe die Gemeinde für den Ausbau des Schneckenmühlwegs bekommen, sagte Bürgermeister Thomas Weber am Dienstag in seinem Jahresrückblick. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Fast hat man den Eindruck, der Bischofswieser Gemeinderat kommt mit dem Arbeitstempo seines Bürgermeisters Thomas Weber nicht mehr richtig mit. Von einem »hohen Arbeitspensum« war auf der Jahresabschlusssitzung am Dienstag die Rede, Bernhard Heitauer stellte fest, der Gemeinderat sei »gefordert wie noch nie« und 2. Bürgermeister Thomas Resch riet dem Rathauschef sogar, er solle »einen Gang zurück schalten«.


Vorausgegangen war den Stellungnahmen der Fraktionssprecher eine umfassende Jahresrückschau von Bürgermeister Weber, der bislang noch nicht zur Weihnachtsbesinnung gekommen ist. »Es geht immer noch hektisch zu«, stellte er fest. Das war aber das ganze Jahr über nicht anders, wie die Auflistung von Großprojekten zeigte: Beim städtebaulichen Wettbewerb zur Gestaltung des Gemeindezentrums gibt es bereits über 100 Interessenten, bei der Ortsentwicklung visiert man für April einen wichtigen Termin an, am Gewerbegebiet Pfaffenfeld II besteht großes Interesse. Gut angenommen wird auch die neue Schutzhütte im Waldkindergarten Winkl, gelobt wurde man für den Ausbau des Schneckenmühlwegs, bei der Feuerwehr wurde ein Fahrzeug ausgemustert und dafür ein neues gekauft.

Thomas Weber wusste aber auch zu berichten, dass man im abgelaufenen Jahr wieder viele kleinere Straßen und auch Wanderwege saniert habe – zum Teil mit Unterstützung des Wegereferenten Wolfgang Fegg und ehrenamtlicher Helfer. Dazu kamen die Anlegung einer Streuobstwiese und Sanierungsarbeiten in der Schule.

Dass es in Zukunft in der Gemeinde nicht ruhiger zugehen wird, wurde schnell klar. An neuen Herausforderungen nannte Bürgermeister Weber weitere Straßensanierungen, die Sanierung von Kanal- und Wasserleitungen nach einer Prioritätenliste und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Außerdem werde man genug zu tun haben, um eventuell weitere Asylbewerber in der Gemeinde unterzubringen und zu integrieren. »Auch hier werden wir uns unserer Verantwortung nicht entziehen«, versprach der Bürgermeister. All das könne man aber nur schaffen, »wenn alle an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen«. Bürgermeister Weber lobte den fairen Umgang miteinander, weshalb ihm die Arbeit im Gemeinderat auch großen Spaß mache.

Das bekräftigten im Anschluss auch die Fraktionssprecher. Bernhard Heitauer (CSU) verglich die Arbeit des Gemeinderats mit der Fahrt eines großen Schiffes, das zwar mit großer Geschwindigkeit unterwegs sei, aber sich dennoch nicht auf Schlingerkurs befinde. »Ich habe noch nie ein Jahr erlebt, in dem der Gemeinderat so gefordert war wie heuer«, sagte Heitauer. Dennoch lobte er die Vorgehensweise des Bürgermeisters, der unter anderem Klausurtagungen zur Vorbesprechung verschiedener Themen eingeführt habe. Heitauer zählte noch weitere Projekte auf, die Thomas Weber derzeit beschäftigen: BGLT, Watzmann Therme, Hotel Geiger, Kurklinik. »Ich weiß nicht, wann er das alles macht. Das ist ein enormes Arbeitspensum«, sagte Heitauer.

Das konnte Hans Metzenleitner (SPD) nur unterstreichen. Der freute sich über den Ideenreichtum des Bürgermeisters, der den Takt angebe, während der Gemeinderat für die Melodie zuständig sei. Trotz weitgehender Harmonie sei man aber nicht kritiklos, »doch wir ringen immer um die Sache«, sagte Metzenleitner und betonte: »Wir haben jetzt die Chance, Bischofswiesen für die nächsten Generationen positiv zu verändern.«

»Es geht was weiter und es herrscht ein guter Umgangston«, stellte auch 2. Bürgermeister Thomas Resch (Freie Wähler) fest. Das Arbeitstempo des Bürgermeisters veranlasste ihn aber auch zu einem Rat an den Bürgermeister: »Ich würde einen Gang zurück schalten, denn wir brauchen Dich noch länger.«

Für die positive Zusammenarbeit bedankten sich auch Michael Sturm (Grüne) und Paul Grafwallner (UBB) beim Bürgermeister. Grafwallner stellte aber auch fest, dass die Arbeit im Gemeinderat nichts ohne die Basis, nämlich die Bürger, sei. Denen habe man es auch zu verdanken, dass das Seniorenwohnheim »Felicitas« erhalten werden konnte. 4 000 Unterschriften im Talkessel habe man dafür sammeln können. Grafwallner zeigte sich genauso überzeugt, dass man den Flüchtlingszustrom im Griff habe: »Die derzeit anwesenden 100 Flüchtlinge spüren wir kaum. Da brauchen wir auch keine Angst zu haben, wenn noch einmal 60 kommen.« Damit muss die Gemeinde nämlich im kommenden Jahr rechnen, wenn die Prognosen für den Landkreis stimmen. Ulli Kastner