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Gemeinde Ruhpolding baut Skateplatz im Speedway-Stadion

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Ruhpolding: Gemeinde baut Skateplatz im Speedway-Stadion
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Ruhpolding bekommt jetzt einen Skateplatz, den sich viele Jugendliche und Junggebliebene seit Jahren wünschen: Eine Fläche des früheren Speedway-Stadions hat die Gemeinde asphaltiert. Am Freitag, so die Planung im Rathaus, liefert eine Firma die Rampen – und dann ist alles fertig. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Die Gemeinde macht jetzt Nägel mit Köpfen: Im Bereich des ehemaligen Speedway-Stadions schafft sie in diesen Tagen den Skateplatz, den sich Jugendliche und Junggebliebene schon seit Jahren wünschen. Die Kommune hat den Platz asphaltiert, eine Firma liefert noch in dieser Woche die Rampen – und dann können alle Skateboardfahrer loslegen.


Die Lieferung und Montage der Rampen hatte die Gemeinde im Mai dieses Jahres an eine Spezialfirma in Fürstenzell vergeben, Gleichzeitig beschloss sie damals, die Trägerschaft zu übernehmen. Aufgrund der starken Auftragslage habe sich die Produktion und Lieferung der Rampen verzögert, so Bürgermeister Claus Pichler in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, dass der Aufbau noch in den Sommerferien erfolgt. Als Termin für die Lieferung und Montage sei nun Freitag dieser Woche vereinbart worden. Laut Pichler können die Jugendlichen dann kommen und bei den Aufbauarbeiten mithelfen.

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Braun: Gemeinde hat Projekt einschlafen lassen

Bernhard Braun, der Ortsvorsitzende der Jungen Union (JU), kritisiert, dass alles viel zu lange gedauert habe. Schließlich seien sechseinhalb Jahre vergangenen, seitdem ein erster Antrag im Februar 2013 an Bürgermeister Pichler gegangen sei. Der Gemeinderat habe im Sommer desselben Jahres dem Projekt zwar offiziell zugestimmt und eine Umsetzung beschlossen. Doch das Projekt sei in der Folgezeit eingeschlafen, weil sich die Platzsuche schwieriger als erwartet gestaltet habe. Erst vier Jahre später sei das Vorhaben dann wieder auf den Tisch gekommen. Nachdem die Initiatoren mit Unterstützung der Jungen Union 581 Unterschriften gesammelt hatten, habe der Gemeinderat, so der JU-Ortsvorsitzende weiter, erneut einen Beschluss gefasst.

Braun kritisiert, dass die Gemeinde ein hervorgehobenes Interesse, das Vorhaben umsetzen zu wollen, in den vergangenen Jahren habe vermissen lassen. Und er zeigt in diesem Zusammenhang dann auch, dass die Verwaltung im Rathaus die Hilfe von Ehrenamtlichen über Gebühr in Anspruch genommen habe. Für die JU sei es, wie ihr Vorsitzender sagt, »völlig unverständlich, dass Gemeindemitarbeiter Aufgaben ihres Tätigkeitsbereichs an Freiwillige abtreten, die sich in ihrer Freizeit dafür einsetzen, dass in Ruhpolding so etwas realisiert wird«.

Pichler: Junge Union ist »sehr anmaßend«

Bürgermeister Pichler (SPD) weist die Kritik, die aus der CSU-Nachwuchsorganisation kommt, zurück. Die Gemeinde habe in den zurückliegenden Jahren immer wieder versucht, ein Grundstück für den Bau eines Skateplatzes zu bekommen. »Der gute Wille war immer da«, unterstreicht der Rathauschef. Die Gemeinde habe verschiedene Standorte geprüft, sie habe mit den Grundstückseigentümern verhandelt. Wenn die Gespräche dann aber konkret geworden sind, seien immer wieder Rückzieher gemacht worden. Häufig sei man bei den benachbarten Grundstücksbesitzern immer wieder auf Widerstand gestoßen. Die Standortsuche sei »sehr schwierig« gewesen.

Die Gemeinde baut den Skateplatz jetzt im Bereich des ehemaligen Speedway-Stadions – und damit auf einem Grundstück, das sie nicht hat kaufen müssen. In diesem Fall waren keine Verhandlungen nötig, der Grund und Boden gehört ihr selbst. Pichler spricht von einem Kompromiss.

Der Ton, den die JU – in angehenden Wahlkampfzeiten – anschlage, sei, so Pichler »einigermaßen gewagt«. Und der Bürgermeister weiter: Die Junge Union sei »sehr anmaßend«, wenn sie sagt, die Verwaltung habe die Last der Planung an die CSU-Nachfolgeorganisation »abgeschoben«. Die Verwaltung habe ganz bewusst auch und gerade mit den jungen Leuten Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, welche Rampen sie auf dem Skateplatz sehen wollen. »Ich kenne keine Kommune, die Erfahrungen mit der Auswahl von Geräten hat.«

Pfeifer: »Über das Ziel hinausgeschossen«

Im CSU-Ortsverband regt sich unterdessen leise Kritik am Vorgehen der JU. So sagte Justus Pfeifer (CSU) im Bauausschuss des Gemeinderats, dass die Junge Union in Bezug auf den Skate-Platz »über das Ziel hinausgeschossen« sei. Er sei nicht unbedingt mit der Meinungsäußerung einverstanden. »Der Ton macht die Musik.« pü/hab

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