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Gelingt Huber der vierte Streich in Folge?

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Wenige Tage vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 3. und 4. August in Berlin absolvierte Benedikt Huber noch eine Trainingseinheit im TuS-Sportpark in Traunreut. (Foto: M. Müller)

Auch wenn er sich unlängst seinen zwölften Bayerischen Meistertitel geholt hat, ist der dreifache Deutsche Meister über 800 Meter, Benedikt Huber von der LG Telis Finanz Regensburg, mit seiner bisherigen Saison nicht so richtig zufrieden. Zuletzt wollte der 29-jährige Pallinger beim Abendsportfest in Mannheim eine möglichst schnelle Zeit laufen, um sich für die Team-Europameisterschaften zu empfehlen und nochmals die WM-Norm anzugreifen – doch beides misslang.


Mit einer Laufzeit von 1:47,89 Minuten kam er in seiner Paradedisziplin nicht über den fünften Platz hinaus und musste neben dem überlegenen Sieger Marc Reuther (LG Eintracht Frankfurt) unter anderem zwei weiteren Landsleuten den Vortritt lassen. »Ich wollte mir in dieser Freiluftsaison etwas mehr Zeit lassen, um nicht zu bald in Form zu kommen, vielleicht bin ich es etwas zu locker angegangen«, sagte Huber wenige Tage vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 3. und 4. August in Berlin, wo er über die doppelte Stadionrunde seinen vierten nationalen Titel in Folge holen will.

Mut sollte ihm machen, dass er auch in den drei Vorjahren nie Top-Favorit war, er aber am Ende dennoch immer ganz oben auf dem Podium stand. Der 23-jährige Reuther, der heuer über 800 Meter schon über zwei Sekunden schneller war als Huber, wird sich ungern an die letztjährigen nationalen Titelkämpfe erinnern, als ihn der Pallinger dank seiner Endschnelligkeit noch abfing und es für ihn nach 2016 wieder nur für Bronze reichte. »Marc hat sicherlich mehr Druck als ich. Alle erwarten von ihm den Sieg, doch bei Meisterschaften ist es ihm schon öfters nicht so richtig aufgegangen«, gibt sich Huber gelassen.

Trotzdem hofft er natürlich darauf, nicht schon in seinem Vorlauf am Samstag (ab 12.55 Uhr) auf den deutschen 800-Meter-Hallenmeister von 2018, Reuther zu treffen, denn wenn es, wovon auszugehen ist, drei Vorläufe gibt, stehen nur die drei Sieger sicher im Finale (Sonntag, 18.10 Uhr, live im ZDF). Hinzu kommen die fünf Zeitschnellsten. »Wenn man da einen langsamen Lauf erwischt und Zweiter wird, kann es sein, dass man draußen ist«, weiß Huber um die Gefahr.

Um nicht zu viele Kräfte vor dem Finallauf zu vergeuden, gibt es für ihn hier nur eine optimale Rennstrategie: »So langsam wie möglich den Vorlauf gewinnen.« Bei zwei Vorläufen kämen die jeweils Erst- und Zweitplatzierten sowie vier Zeitschnellste weiter, was es einfacher machen würde, so Huber, der am Freitag nach Berlin fliegen wird. Die Details bespricht er noch mit seinem Regensburger Trainer Kurt Ring, mit dem er regelmäßig telefoniert. Auch er wird nach Berlin reisen.

Dass der Kontakt zu Bundestrainer Georg Schmidt deutlich weniger intensiv ist, scheint nachvollziehbar. Man muss nämlich bedenken, dass Huber 2017 als damals zweifacher Deutscher Meister aus dem deutschen Kader geflogen ist und Schmidt neben seiner Bundestrainertätigkeit auch persönlicher Trainer von Dauerrivale Reuther ist.

Unabhängig davon lebt der Traum des zweifachen EM-Teilnehmers Huber von seiner ersten WM-Teilnahme weiter. Nach der »Deutschen« will er dieses große Ziel nochmals mit ganzer Kraft angehen. Allerdings liegt die 800-Meter-WM-Norm bei beachtlichen 1:45,8 Minuten und da fehlt ihm selbst mit seiner im Vorjahr in Polen aufgestellten persönlichen Bestzeit von 1:46,31 Minuten rund eine halbe Sekunde.

Der derzeit stärkste deutsche 800-Läufer Reuther sicherte sich unlängst sein WM-Ticket beim eingangs erwähnten Abendsportfest in Mannheim und ist damit bisher der einzige deutsche Läufer, der bei der WM sicher dabei ist. Der DLV kann bis zu drei 800-Meter-Läufer für die Titelkämpfe nominieren, vorausgesetzt sie haben die WM-Norm erfüllt. Die 17. Leichtathletik-Weltmeisterschaften steigen von 27. September bis 6. Oktober in Doha/Katar. mmü