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Geigengroove mit Dreigesang

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Unser Bild zeigt von links Evi Keglmaier, Beatrix Wächter, Maria Hofner und Simon Ackermann. (Foto: M. Heel)

Die »Neue Volksmusik«, sie blüht und gedeiht. Und die Ensembles, sie kommen von überall her: »Pflanzplätz« aus der Schweiz, »Opas Diandl« aus Südtirol und die »Blassticks Brass Band« aus Österreich, um nur einige zu nennen, die in letzter Zeit in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS aufgetreten sind.


Nicht ganz so weit hatten es die drei Geigerinnen und der Bassist von »Zwirbeldirn«, die jetzt im fast ausverkauften NUTS zu Gast waren. Sie kommen aus Niederbayern respektive München, spielen seit rund fünf Jahren zusammen und sind mittlerweile in fast allen Genres zuhause: Ob Balladen oder Couplets, Walzer oder Zwiefache oder einfach »wos Schnölls«, sie packen’s an, stimmgewaltig, experimentierfreudig und respektlos. Und auch mal herrlich schräg wie bei der »verkratzten« Wiedergabe eines 1912 auf eine Schellackplatte aufgenommenen Schrammelliedes.

Kennengelernt haben sich Maria Hafner, Evi Keglmaier und Beatrix Wächter der Überlieferung nach zufällig bei einem Geigentag, bei dem sie von einem Wolkenbruch überrascht wurden. Als sie nicht mehr spielen konnten, fingen sie an zu singen und stellten dabei fest, dass sie eigentlich ganz gut zusammenpassen. Wenig später gewannen sie den Fraunhofer Volksmusikpreis 2008, weil sie »musikalisch am interessantesten und charmantesten waren«. Verstärkt durch den Bassisten Simon Ackermann (»der Bub singt nicht«), machen sie seitdem ihre ganz eigene (Volks)Musik, wobei sie nicht nur dank ihres spielerischen Könnens begeistern, sondern auch mit ihren teils deftigen Texten für Vergnügen sorgen. Etwa mit dem Lied von der kunstsinnigen Metzgereiverkäuferin Yvonne, die ihre Verehrer schon mal in Wurst verarbeitet und ein schönes Gedicht dazu verfasst.

Kurzum, ein Auftritt, der Beifallsstürme auslöste. Hoffen wir also, dass sie bald wieder ins NUTS kommen, die Wartezeit bis dahin kann man sich mit ihrer fabelhaften CD »Scheibe Eins« aufs Angenehmste vertreiben. Wolfgang Schweiger