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Gegen den Lärm auf dem Hochschloss Stein

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Den Informationen der »Bürgergemeinschaft Fasanenjäger« zufolge ist das Thema einer neuen Zufahrt zur Burg vom Tisch. Demnach will die Schlossbrauerei die bisherige Straße zum Hochschloss, die in einem desolaten Zustand ist, herrichten lassen. (Foto: Eder)

Traunreut – Für »viele verärgerte Bürger von Stein und Umgebung« haben Wilfried Schinzel und Johann Engelmaier jetzt einen Antrag an die Stadt gestellt, dass auf der Steiner Burg keine Großveranstaltungen mehr durchgeführt werden. Das soll der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen beschließen. Schinzel hat das Schreiben samt ausführlicher Begründung diese Woche an Bürgermeister Klaus Ritter übergeben.


Hintergrund sind die Konzerte, die im Juli anlässlich des Steiner Burgfestivals stattgefunden haben. Der unerträgliche Lärm, den die Anwohner an den Konzerttagen etwa zwischen 18 bis 23 Uhr aushalten mussten, habe dazu geführt, dass man sich gezwungen sah, etwas zu unternehmen. Viele Gleichgesinnte hätten sich laut Schinzel der Initiative angeschlossen und die Aktion mit 247 Unterschriften unterstützt.

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Grund für die erneute Initiative war, wie Schinzel und Engelmaier in einem Gespräch mit unserer Zeitung betonten, die Tatsache, dass sie auf ihre erste Eingabe keine Antwort erhalten haben. Deshalb habe man sich nun gezwungen gesehen, ganz offiziell einen Antrag zu stellen. In dem neuen Schreiben der »Bürgergemeinschaft Fasanenjäger« heißt es: »Die auf einem Nagelfluhfelsen hoch über dem Trauntal gelegene Burganlage, ringsherum Wohngebiete, eignet sich absolut nicht für großangelegte Rock- und Popkonzerte, die von Verstärker- und Lautsprechertechnik leben. Wie von einer Kanzel beschallen Schlagzeugsalven beziehungsweise dröhnen Bässe unerträglich durch das Trauntal von Altenmarkt bis Hörpolding. (...) Dazu kommt das rücksichtslose Verhalten der Konzertbesucher – unter anderem Gegröle, überall Müllablagerungen, ungeregelter Autoverkehr, Wildpiselei –, aufgepeitscht durch Musik und Getränke, lässt die genervten Anwohner bis in die frühen Morgenstunden nicht zur Ruhe kommen.«

Daher solle, wie es in dem Schreiben weiter heißt, der Stadtrat Folgendes beschließen: »Wegen nicht verantwortbarer Nachteile und Belästigungen für die Menschen in Stein und Umgebung, erheblicher Beeinträchtigung von Natur und Landschaft am Veranstaltungsort und in dessen Umkreis, des einzigartigen und charakteristischen Burgdenkmals sowie der besonderen Problematik, die durch Großveranstaltungen dort zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung entstehen, werden Großveranstaltungen auf der Burganlage Hochschloss in Stein an der Traun nicht mehr zugelassen.« Veranstaltungen, die den Burgcharakter wahren, können nach Ansicht der Antragsteller aber weiterhin stattfinden.

Die Sprecher der »Bürgergemeinschaft Fasanenjäger« wollen sich nicht mit der Zusicherung der für die bisherigen Konzerte verantwortlichen Agentur zufriedengeben, der zufolge nur »zwei bis drei Veranstaltungen pro Jahr« dort abgehalten werden sollten.

Zudem fehlten laut Antragsteller die notwendigen Parkplätze, durch das wilde Parken würde die Wiese, die zudem im Trinkwassereinzugsgebiet der Schlossbrauerei Stein liege, beeinträchtigt. Außerdem würden durch die Eingangskontrollen die Bewohner der umgebenden Häuser in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Diese Bedenken wollen die Sprecher der Bürgergemeinschaft auch dem Landrat vortragen: Ein Termin mit Siegfried Walch ist für den 6. November vereinbart.

Ursprünglich hatte sich die Bürgergemeinschaft auch vehement dagegen ausgesprochen, dass eine neue Straße zum Hochschloss gebaut werden soll. Dies ist allerdings, so die Informationen von Schinzel und Engelmaier, jetzt wohl vom Tisch. Die Schlossbrauerei hat in einem Treffen zugesagt, die bisherige Zufahrt, die in einem ganz schlimmen Zustand ist, herzurichten; Bürgermeister Klaus Ritter hat dabei eine Beteiligung der Stadt in Aussicht gestellt. he

 

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