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Gegen Ajax: Tottenham muss aufholen wie Ajax - Brych pfeift

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Tottenham Hotspur will den Rückstand in Amsterdam aufholen. Foto: Adam Davy/PA Wire Foto: dpa

Bei der erhofften Aufholjagd gegen Ajax Amsterdam im Halbfinal-Rückspiel der Champions League hat Tottenham Hotspur ein Vorbild: Ajax Amsterdam. Die Niederländer haben als einziger Verein nach einer Hinspiel-Niederlage daheim noch das Endspiel erreicht.


Amsterdam (dpa) - Es ist das Duell der Außenseiter. Am heutigen Mittwoch ermitteln Ajax Amsterdam und Tottenham Hotspur den zweiten Finalisten in der Champions League. Und damit den Gegner des FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp am 1. Juni in Madrid.

Für Ajax wäre es das erste Champions-League-Endspiel seit 1996, für Tottenham sogar das erste überhaupt. Die Niederländer wären der erste Finalist seit 2004, der nicht aus den vier großen Ligen in England, Spanien, Italien und Deutschland kommt.

AUFHOLJAGD: Ajax ist nach dem 1:0 in Hinspiel in London klar im Vorteil. Von den 17 Mannschaften, die in der Geschichte der Champions League das Halbfinal-Hinspiel auswärts gewannen, schied nur eine noch aus. Panathinaikos im Jahr 1996 - gegen Ajax. Wie eine Aufholjagd funktionieren kann, demonstrierte auch der FC Liverpool am Dienstagabend mit seinem sensationellen 4:0 an der heimischen Anfield Road gegen den FC Barcelona - nach einer 0:3-Niederlage im Hinspiel.

EUROPACUP-HISTORIE: Tottenham ist zwar dreifacher Europacup-Sieger, könnte aber dennoch Vereinsgeschichte schreiben. Die Spurs gewannen 1963 den Europapokal der Pokalsieger sowie 1972 und 1984 den UEFA-Pokal. In der Champions League wie auch im Vorgänger-Wettbewerb, dem Europapokal der Landesmeister, standen sie aber noch nie im Finale. Ajax ist neben Juventus Turin, dem FC Bayern München, dem FC Chelsea und Manchester United einer von fünf Vereinen, der alle drei Europacups schon mal gewonnen hat. Der letzte Titel ist aber 24 Jahre her: 1995 gewann ein vom späteren Bayern-Coach Louis van Gaal trainiertes Team die Champions League. Ein Jahr später stand Ajax wieder im Finale, verlor aber gegen Juventus Turin.

DEUTSCHER BEZUG: Die Bundesliga war schon im Viertelfinale nicht mehr im Wettbewerb vertreten und im Gegensatz zum anderen Duell zwischen Barcelona mit Torhüter Marc-André ter Stegen und Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp sind in diesem Halbfinale auch keine deutschen Spieler oder Trainer dabei. Nur sechs Unparteiische mit Schiedsrichter Felix Brych aus München an der Spitze. Einige Profis und Offizielle haben aber eine deutsche Vergangenheit. Ajax wird trainiert von Erik ten Hag, einst Coach der 2. Mannschaft des FC Bayern, und Assistent Alfred Schreuder. Der war Co-Trainer von Julian Nagelsmann in Hoffenheim und wird im Sommer dessen Nachfolger als Chef. Immerhin noch Edeljoker bei Ajax ist der 35 Jahre alte Ex-Schalker Klaas-Jan Huntelaar. Bei Tottenham ist Heung-Min Son, der einst für den Hamburger SV und Bayer Leverkusen in der Bundesliga spielte, nach seiner Sperre im Hinspiel der Hoffnungsträger.

DAS SAGEN DIE BETEILIGTEN: Ajax-Verteidiger Daley Blind versicherte, dass die Feierlichkeiten nach dem gewonnenen Pokalfinale am Wochenende keinen Einfluss haben werden. »Das ist kein Problem. Wir haben es langsam angehen lassen, weil wir schon an dieses Spiel gedacht haben.« Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino hält sich und sein Team derweil schon jetzt für Gewinner. »Wir leben einen Traum«, sagte der Argentinier am Dienstag: »Vor fünf Jahren wollten wir den Rückstand auf die vier besten Teams England verkürzen. Dann war das Ziel, uns für die Champions League zu qualifizieren. Dann, dort in die K.o.-Runde einzuziehen. Und nun stehen wir im Halbfinale.«

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