weather-image

»Garantie für eine farbige Zukunft«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Sie hatten allen Grund zum Feiern (v.l.): Obermeister Heribert Walter, Prüfungsvorsitzender Georg Renoth, der anwesende Prüfungsbeste Sebastian Hillebrand, Florian Springl (bestes Lehrtagebuch) und Freilassings 1. Bürgermeister Josef Flatscher. Foto: Anzeiger/Wittenzellner

Freilassing – Nach einer dreijährigen Lehrzeit wurden am Freitag elf junge Malerlehrlinge der Maler- und Lackiererinnung Berchtesgadener Land in der Freilassinger Lokwelt gemäß einer jahrhundertealten Tradition freigesprochen. Stolz empfingen die Jung-Gesellen zumeist unter Anwesenheit der Ausbilder und Angehörigen aus der Hand des Innungsobermeisters Heribert Walter den Gesellenbrief.


Der Innungsobermeister machte in einem kurzen Filmbeitrag und in seiner Ansprache deutlich, dass das Handwerk gemäß einem alten Spruch »goldenen Boden« habe, der Malerberuf sei ein Beruf für Kopf, Herz und Hand. »Wer den Gesellenbrief in der Hand hat, dem steht die Welt offen«, war das gemeinsame Credo daraus, es sei eine »farbige Zukunft« garantiert. Walter stellte dem gegenüber, dass gerade eine fehlende erfolgreiche Ausbildung oft ein Grund für Arbeitslosigkeit sei. Arbeit sei aber mehr als die Möglichkeit, sich den Lebensunterhalt zu verdienen. »Arbeit ist auch Selbstbestätigung und Selbstverwirklichung«, so der Obermeister, dabei sei oft auch Durchhaltevermögen gefragt.

Freilassings 1. Bürgermeister, Josef Flatscher, ging auf die Bedeutung der Freisprechungen ein, deren Historie bis in die Zünfte des Mittelalters zurückreiche und einerseits ein Freisprechen vom Lehrmeister zur Grundlage gehabt habe, aber auch erstmalig die Möglichkeit, für seine Arbeit einen Lohn zu verlangen, beinhaltete.

Die Schulleiterin der Staatlichen Berufsschule Freilassing, Rosa Mayer, machte deutlich, dass ein erlernter Beruf eine gute wirtschaftliche Grundlage sei: »Ein gut erlernter Beruf ist mehr wert als ein großes Erbe«, zog sie ein bekanntes Zitat als Argumentation mit heran. Die jungen Maler hätten einen soliden Handwerksberuf gelernt, der gerade auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ein sicherer Beruf sei. Die Maler-Lehrlinge hätten die Berufsschule optisch verschönert, erwähnte sie lobend.

Prüfungsvorsitzender Georg Renoth wies darauf hin, dass die Leistungen der Gesellen sehr ordentlich gewesen seien. »Die Prüfung ist heuer sehr gut ausgefallen«, sagte der Prüfungsvorsitzende. Im praktischen Teil hatten die Gesellen die Aufgabe, einen Wellness-Bereich zu gestalten und hierfür 20 Stunden Zeit. Es sei gut und sauber gearbeitet worden, betonte Renoth. Schriftlich wurden unter anderem Themen wie Gestaltungen, aber auch Instandhaltungen und der Bautenschutz abgefragt. Die Prüflinge erreichten einen Notendurchschnitt von 1,7 (Praxis) und 2,5 (Theorie). Prüfungsbester ist Thomas Block vom Ausbildungsbetrieb Georg Renoth in Berchtesgaden vor Sebastian Hillebrand vom Ausbildungsbetrieb Beppo Maltan und Florian Springl, erneut vom Ausbildungsbetrieb Georg Renoth. Springl war Bester bei der Führung des Lehrtagebuchs, vor Gerhard Nafe vom Ausbildungsbetrieb Markus Mayer und der weiblichen Gesellin Julia Zinner vom Ausbildungsbetrieb Florian Mayer.

Im Rahmen der Freisprechungsfeier würdigte der Obermeister noch die jahrzehntelange Mitarbeit von Max Graspeuntner aus Piding, der in der Zeit von 1976 bis 2012 dem Prüfungsausschuss angehörte. »Sein ganzes Berufsleben ist er Maler, fast ein ganzes Berufsleben hat er als Mitglied des Prüfungsausschusses ehrenamtlich gewirkt«, bedankte sich Walter. Andreas Wittenzellner

Dieses Video könnte Sie auch interessieren: