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Schweizer Jazzformation »Le Plot« begeistert bei Konzert im Traunsteiner »Tropical«

Fundstücke aus der »musikalischen Ursuppe«

Jazz-Improvisation »par excellence« boten die fünf Musiker der Schweizer Jazzband »Le Plot« beim Konzert in Traunstein. (Foto: Heigl)

Das erste Konzert nach der Sommerpause der Jazzreihe im Traunsteiner »Tropical« mit »Le Plot« begann mit bösen, schrillen Frickeleien auf der Gitarre, die sich mit den dumpfen Klängen der abgedeckten Schlagzeugtrommeln verbündeten.


Die Trompete schickte mit viel Hall nervöse kleine Schreie in den Äther, die das Cello unaufgeregt aber spannungsgeladen kommentierte, während das E-Piano schwungvoll aber mit Eleganz davonstürmte. So gestaltete die fünfköpfige Jazz-Formation aus der Schweiz, die noch einen Tag zuvor in der Münchner Seidlvilla ein akustisches Konzert gespielt hatte, ihren Einstieg in Traunstein.

Der hochspannende rumpelnde Beginn verwandelte sich nach und nach in einen Stratosphären-Tanz der musikalischen Moleküle, der etwa eine Dreiviertelstunde am Stück dauerte. Die ekstatischen Klangbilder, der fraktal-monumentale Monstersound, die meditativen Elemente und der uferlose Space-Sound, der wie alles andere auch in reiner Improvisation entstand, begeisterte das Publikum vom ersten Moment an. Es schien, als würden die Musiker in einer Art musikalischen Ursuppe schwimmen und tief darin herumtauchen, um dem Publikum die aufregendsten Fundstücke zu präsentieren. Sie fanden dort unter anderem hörspielartige Frequenzen, halluzinatorisches Rauschen und frönten auch mal ganz entspannt dem »großen Geblubber«. Nach zwei weiteren großen Sets bedankte sich das Publikum mit stürmischem Beifall bei den sympathischen Musikern. Das war ganz großes Ohrenkino und mit das Beste, was man bisher im »Tropical« gehört hat. Barbara Heigl