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Führerscheinabzocke?

Berchtesgaden - Kritik an deutschen Fahrschulen äußert in einer neuen Studie der »Autoclub Europa« (ACE). Demnach falle jeder dritte Fahrschüler aufgrund mangelhafter Vorbereitung in den Prüfungen durch. Nicht bestätigen kann das Fahrschullehrer Christoph Renoth. »Wir haben eine sehr geringe Durchfallquote.«

Zusatzangebot für Führerscheinneulinge: das Fahrsicherheitstraining am Königssee. Anzeiger-Archiv

Hunderttausende sind es, die laut ACE jedes Jahr durch die Führerscheinprüfung rauschen. Zu viel, befindet der Club, und gibt die Schuld an die Fahrschulen weiter. Mangelhaft sei die dortige Vorbereitung, daher liege die Durchfallquote auf einem Allzeithoch.

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Christoph Renoth von der gleichnamigen Fahrschule sagt, dass man solche Quoten mit Vorsicht genießen müsse. »Das ist regional sehr verschieden«, weiß der Experte. So gebe es in Hamburg deutlich mehr Aspiranten, die es im ersten Versuch nicht zum Führerschein bringen als etwa in Berchtesgaden. »Bei uns ist es bei Weitem nicht so schlimm«, sagt Renoth.

In der Studie beruft sich der »Autoclub Europa« auf das Kraftfahrtbundesamt. Danach sind 2011 etwa 28 Prozent aller Fahrschüler mindestens einmal durch eine Prüfung gefallen. Der ACE wirft den Fahrschulen vor, Abzocke zu betreiben. »Sie spekulieren auf eine hohe Durchfallquote, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können«, sagt etwa ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

Christoph Renoth meint, dass der Druck unter den Fahrschulen zwar zugenommen habe. Auch werde im Fahrschul-Gewerbe viel über den Preis gemacht. Doch Abzocke? Das kann er hinsichtlich der guten Ergebnisse seiner Schüler nicht bestätigen.

Fahrschullehrer Roman Nietmann hält von der Studie rein gar nichts. »Schwachsinn ist das«, sagt er. Den »Autoclub Europa« kenne er nicht mal, daher wollte er sich auch zu keinem Statement bewegen lassen. Außerdem gebe es ständig »irgendwelche Studien, in denen Fahrschulen kritisiert werden.«

Der ACE ruft Führerscheinaspiranten dazu auf, Fahrschulen nicht nach dem Preis zu wählen, sondern nach einer hohen Erfolgsquote bei den Prüflingen. In Berchtesgaden scheinen die Aussichten gut zu sein. kp