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Fridtjof-Nansen-Straße in Traunreut offiziell freigegeben

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Fridtjof-Nansen-Straße in Traunreut offiziell freigegeben
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Im Rahmen der Wiedereröffnung der neu ausgebauten Fridtjof-Nansen-Straße in Traunreut wurden im Bereich des Museums DASMAXIMUM mit Unterstützung der Gäste drei »Beuys-Eichen« gepflanzt. (Foto: Rasch)

Traunreut – An die neue Verkehrsregelung in der ausgebauten Fridtjof-Nansen-Straße in Traunreut müssen sich sowohl die Autofahrer als auch die Radfahrer erst noch gewöhnen. Durch die beidseitig aufgebrachten Fahrradschutzstreifen sind quasi beide Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt. Darauf wies auch Bürgermeister Klaus Ritter bei der offiziellen Wiedereröffnung der Straße nach dem Ausbau hin. Die Zeremonie mit zahlreichen Gästen war zugleich mit einer Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys verbunden. Auf Höhe des Museums DASMAXMIMUM wurden drei Eichen gepflanzt. Jeder Baum bekam auch noch einen steinernen Wächter, einen Balsaltstein, dazu.


Bevor die Ehrengäste und Vertreter der Stadt mit Schaufel und Gießkanne zur Tat schritten, durchtrennten sie symbolisch ein Band und gaben die Straße offiziell wieder frei. »Der heutige Tag ist für mich eine große Ehre, weil damit ein riesen Stück Arbeit beendet werden konnte, an dem mehrere Beteiligte mitgewirkt haben«, sagte Ritter. Aufgrund der Vorgaben der Städtebauförderung »Aktive Zentren« seien im Zuge der Entwurfsplanung viele zusätzliche Überarbeitungen notwendig gewesen. Das Ergebnis könne sich in seinen Augen sehen lassen. Mit der Entscheidung eines einseitigen, 3,50 Meter breiten Gehwegs, habe der Stadtrat lange gerungen, erklärte Ritter. Der Gehweg ermögliche nicht nur einen sicheren Schulweg, sondern biete auch einen gewissen Schutz zur angrenzenden Industrie (Firma Heidenhain). Der beidseitige Fahrradstreifen sei ein Novum in der Stadt und soll konzeptionell auch fortgeschrieben werden. Beispielsweise beim geplanten Ausbau der Adalbert-Stifter-Straße. Dass sich die neu situierten Längsparkplätze und die Bushaltebucht für die Schulbusse an der Werner-von-Siemens-Mittelschule bereits bewährt hätten, sei ihm schon zugetragen worden, sagte Ritter. Als gelungen bezeichnete er auch die neue Lkw-Spur der Firma Heidenhain, die jetzt für mehr Sicherheit sorge. »Es freut mich riesig, dass wir auch das hingebracht haben«, so Ritter. Er erwähnte auch, dass bei der Umbaumaßnahme den Geschäften kein einziger Parkplatz genommen wurde. Sein besonderer Dank galt den Grundstückseigentümern, die dafür Grund abgetreten haben, aber auch den Anliegern für ihr Verständnis während der Bauphase. Lob zollte er ferner den Bauarbeitern, die bei Wind und Wetter und vor allem im Sommer in sengender Hitze ihr Möglichstes getan haben, um den Zeitrahmen einzuhalten.

Zufrieden über den Bauverlauf äußerte sich auch Werner Schmölzl von der gleichnamigen Baufirma. »Die Baumaßnahme konnte ganz normal und zügig abgewickelt werden und wir sind mit den Anliegern und der Firma Heidenhain gut ausgekommen«, sagte Schmölzl.

Bevor mit dem eigentlichen Straßenbau begonnen werden konnte, mussten eine Wasserleitung umgelegt, der Mischkanal erneuert und ein neuer Regenwasserkanal gebaut werden. Diese Arbeiten, die sich etwas in die Länge gezogen hatten, wurden über die Traunreuter Stadtwerke abgewickelt. Die Kosten für den Straßenbau belaufen sich nach Angaben des Bürgermeisters auf rund 1,5 Millionen Euro. Mit 668 000 Euro wird das Projekt vom Freistaat Bayern gefördert.

Professor Dr. Anne Beer, die das Projekt als Stadtplanerin mit begleitete, freute sich, dass sie bei der Eichenpflanzung »mitschaufeln« durfte. Durch das Projekt, das durch mehrere Punkte, dem »Maximum«, die Firma Heidenhain, Schule und den Rathausplatzes verknüpft sei, konnte ein gewisser Meilenstein neu geordnet werden, sagte Beer. Deshalb sei es wichtig gewesen, ein Konzept in Verbindung mit viel Grün zu erarbeiten. Gleichzeitig sei es auch gelungen, den Verkehr gut zu ordnen.

Als Vertreter der Stiftung des Museums DASMAXIMUM richtete der Gesellschafter der Firma Alzmetall, Michael Reich, einige Worte an die Gäste und die Leiterin des Museums, Dr. Birgit Löffler, erklärte, dass mit den drei Eichen im Bereich des Geländes ein gemeinsames Zeichen für ein Stück Zukunft in Traunreut gesetzt werden soll. Josef Beuys sei einer der einflussreichsten europäischen Künstler nach 1950 gewesen und Gründervater der ökologischen Bewegung. Für ihn habe dazu auch ein verantwortungsvolles Handeln im Sinne der Gesellschaft und über die Begrenztheit des eigenen Lebens hinaus gehört. ga