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Freundschaftlicher Austausch im Fokus

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Ein Jahr haben Jochen Grab und sein Team an der Organisation des heurigen »Memorial Danilo Re« gearbeitet. (Foto: Rothenbuchner)

Berchtesgaden – Der Nationalpark Berchtesgaden feiert 2018 seinen 40. Geburtstag und organisiert zum Auftakt eine internationale Großveranstaltung: das traditionelle Ranger-Treffen »Memorial Danilo Re«. Auf dem Programm steht für die gut 250 Gäste von Donnerstag bis Sonntag neben einem Seminar und natürlich dem Austausch zwischen den Schutzgebietsmitarbeitern die »Trophäe Danilo Re«, ein sportlicher Wettkampf bestehend aus Skilanglauf, Skibergsteigen, Riesenslalom und Sportschießen. Mit dabei ist diesjährigen auch ein Team der heimischen Bürgermeister.


Seit gut einem Jahr arbeitet Jochen Grab mit seinem Team an der Organisation des 23. »Memorial Danilo Re«. »Für die Vorbereitung des diesjährigen ›Memorial Danilo Re‹ war es schon hilfreich, dass wir die Veranstaltung nach 2006 mittlerweile zum zweiten Mal ausrichten. Ein Teil des Organisationsteams war damals ja schon dabei. Andererseits haben wir dieses Mal ganz andere Voraussetzungen. Mit dem ›Haus der Berge‹ können wir etwa die Räume für die offizielle Eröffnung oder das Seminar selbst stellen.« Trotzdem war im letzten Jahr viel zu tun. Es brauchte einige Vorlaufzeit, um zum Beispiel die Strecken für die Wettkämpfe rechtzeitig zu reservieren oder die Unterkünfte für 250 Gäste zu buchen. »Hier war die gute Zusammenarbeit mit der BGLT und der Bundeswehr sehr hilfreich. Alparc (Netzwerk Alpiner Schutzgebiete) hat uns außerdem bei den Anmelde- und Registrierungsverfahren unterstützt«, erklärt Grab und fügt hinzu: »Das Herzblut und Engagement mit dem unsere Mitarbeiter dabei sind, ist auch für mich die größte Motivation, mich selbst über die Maßen einzubringen.« Außerdem sei es ihm wichtig, als Nationalpark und Region etwas von der Wärme und Herzlichkeit zurückzugeben, die den Nationalparkmitarbeitern in den vergangenen Jahren in den anderen Schutzgebieten entgegengebracht worden waren.

Und damit ist man auch direkt beim Geist der Veranstaltung angelangt: Dem freundschaftlichen Austausch zwischen den Schutzgebieten über Ländergrenzen hinweg. Immerhin treffen sich bei dieser Veranstaltung Teilnehmer aus Frankreich, Italien, der Schweiz, Österreich, Deutschland, Slowenien und der Slowakei. Benannt ist die »Ranger-Olympiade«, wie sie auch genannt wird, nach Danilo Re, einem Schutzgebietsbetreuer aus der Provinz Cuneo in Piemont (Italien), der 1995 im Dienst starb. Er war ein Botaniker, der über die Jahre ein großes forschungswissenschaftliches Netzwerk um sich aufgebaut und stets Wert auf den Austausch zwischen den Schutzgebieten gelegt hatte. Zu seinen Ehren findet seit 1996 jährlich ein Wettkampf statt. Anfangs war das Event nur für Ranger aus Piemont gedacht, später wurde es zur nationalen dann internationalen Veranstaltung.

Neben dem Austausch zwischen den Schutzgebietsmitarbeitern, der sich durch alle Programmpunkte der viertägigen Veranstaltung zieht, stehen ein Seminar für alle Teilnehmer sowie ein sportlicher Wettkampf am Programm. Für das Seminar am Freitag hat der Nationalpark Berchtesgaden das Thema »Umgang mit Sport- und Freizeitaktivitäten in Schutzgebieten – der Alltag von Rangerinnen und Rangern zwischen Klettern, Bergsteigen, Skifahren, Schneeschuhwandern, Camping und überfüllten Berghütten« gewählt. »Es ist ein Thema, das quer über den Alpenraum relevant ist«, bekräftigt Grab. Die verschiedenen Schutzgebiete stellen ihre Gedanken, Probleme und Lösungsansätze dazu in kurzen Vorträgen vor. Mögliche Sprachprobleme – immerhin sind Schutzgebiete aus sieben Nationen dabei – werden durch Simultanübersetzer gelöst. Die Teilnehmer können ihre Beiträge somit in ihren Landessprachen halten.

Für alle interessierten Zuschauer wird es am Samstag beim sportlichen Höhepunkt des »Memorial Danilo Re« spannend. Dann messen sich die Teams der Schutzgebiete in den Disziplinen Skibergsteigen, Riesentorlauf, Langlauf und Schießen miteinander. Vier Mitglieder hat jedes Team, eines pro Disziplin. Es wird sowohl reine Männer- und Frauen- als auch gemischte Teams geben. »Die Anforderungen sind aber für alle die Gleichen«, so Grab. Für den Nationalpark Berchtesgaden will eine Männer- und eine Frauenmannschaft an den Start gehen. Die Erwartungen sind hoch, immerhin sind die Ranger aus dem heimischen Nationalpark Titelverteidiger. Erstmals wird es heuer aber zwei Teams geben, die nicht von den Schutzgebieten gestellt werden: Eine Mannschaft bildet das Umweltministerium, die andere setzt sich aus Vertretern der heimischen Lokalpolitik zusammen. Für das »Bürgermeisterteam« haben sich Schönaus 2. Bürgermeister Richard Lenz (Skibergsteigen), Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp (Riesenslalom), Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp (Langlauf) und Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber (Schießen) gemeldet. Rund 190 Teilnehmer sind dieses Jahr beim Wettbewerb dabei, das sind deutlich mehr Teams als in den vergangenen Jahren. Die Bewerbe im Skibergsteigen (ab 8.30 Uhr) und im Riesentorlauf (ab 10.30 Uhr) werden beide am Götschen ausgetragen. Der Langlaufwettkampf (ab 13.30 Uhr) sowie das Schießen (ab 15 Uhr) finden beide am Silberg auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr statt.

Bereits am Donnerstag kommen die Teilnehmer des 23. »Memorial Danilo Re« in Berchtesgaden an. Von 18.45 bis 19.15 Uhr ist ein feierlicher Marsch aller Teilnehmer vom Hotel »Edelweiß« zum Schlossplatz geplant. Im Anschluss daran eröffnet der Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums, Dr. Christian Barth, offiziell die Veranstaltung.

Am Freitagvormittag findet im »Haus der Berge« die Generalversammlung von Alparc statt. Nationalparkleiter Dr. Roland Baier ist derzeit Generalsekretär des Netzwerks. Zeitgleich haben alle Teilnehmer des Wettkampfs die Gelegenheit am Götschen und Silberg zu trainieren, damit sie am Samstag gut vorbereitet in den Wettkampf starten können. Bei der Siegerehrung und Abschlussfeier im »Haus der Berge« gibt es dann sicherlich wieder viel Gelegenheit zum Austausch zwischen den Schutzgebietsmitarbeitern. Alexandra Rothenbuchner