weather-image
10°

Freude über den 6. Sieg

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Start der Mountainbiker in der Langen Gasse. Ganz rechts Einzelstart-Sieger Andi Huber, 32, ganz links Lokalmatador Thomas Brengartner, 53, der letztes Jahr so schwer gestürzt war.
Bildtext einblenden
Spektakuläre Flugeinlagen zeigten einige Paraglider im Anflug auf die Weitwiese. (Fotos: Bittner)
Bildtext einblenden
Gleitschirmflieger Michi Zelzer vom Berchtesgadener Team kam mit Skibrille ins Ziel.

Bad Reichenhall – Die Bedingungen für den 23. Stadtwerke-Grazi-Man waren perfekt. 233 Teilnehmer beim Dreikampf mit Mountainbiken, Berglaufen und Gleitschirmfliegen bedeuteten einen neuen Rekord. 72 Teams wurden gebildet. 17 Frauen und Männer nahmen alle drei Disziplinen solo in Angriff – auch in dieser Kategorie erlebte der Grazi-Man in diesem Jahr eine Bestmarke.


Reichenhalls Sportreferent Andreas Staller schickte 89 Mountainbiker in der Langen Gasse pünktlich auf die 6,5-Kilometer- und 400-Höhenmeter-Reise Richtung Höllenbachalm. Andreas Huber aus Ruhpolding kam dort als Erster an, musste als Einzelstarter auf den letzten Metern aber etwas rausnehmen, um »am ersten Anstieg nicht wie ein Kartoffelsack stehen zu bleiben«. Der 32-jährige Ruhpoldinger lief schließlich in guten 37:33 Minuten zur Zwieselalm. »Eine ganz passable Zeit für mich«, lachte er. Huber fuhr schließlich mit dem Gleitschirm bei seinem 6. Start in der Einzelwertung auch den 6. vollen Erfolg ein. Im gesamten Feld bedeutete das einen sensationellen 7. Rang. Platz 2 sicherte sich Anderl Eder vor Martin Traut und dem enorm starken Senior Pele Faßbender.

Anzeige

»Zeit zum Aufhör'n«, sagte dagegen der routinierte Flieger Stefan Wiebel augenzwinkernd. Der 48-jährige Reichenhaller legte die mit Abstand härteste Landung hin, rollte aber perfekt ab und vermied so eine schwere Knieverletzung. Mit seinem Team »Mille Grazi« mit Radler Wasti Schöndorfer und Bergläufer Andreas Soyter kam er auf Rang 41: »Dabeisein ist alles, nicht mehr das Gewinnen«, so Abenteurer Wiebel zur Grundintention des sportlichen Bewerbs. Mit Balint Komjati reiste einmal mehr ein Einzelstarter aus Ungarn an, Alexander Müller kam extra aus Krefeld und war begeistert: »So was habe ich noch nicht erlebt, das Startgeld ist ja viel zu wenig.«

Der leichte Ostwind war für die Flieger nahezu perfekt, da er ihnen talwärts entgegenkam. Ab der Boje auf der Weitwiesen-Linde kam er jedoch von hinten und war schon eher schwierig zu meistern, weil viele bereits deutlich an Höhe verloren hatten. Die meisten schafften dennoch eine Landung im oder knapp außerhalb eines der beiden Landekreise mit einem Durchmesser von 15 Metern.

Freilich ging die Sicherheit vor. Wer es nicht auf den Bolzplatz schaffte, landete souverän auf dem großen Areal, musste dann halt eine weitere Laufstrecke bis ins Ziel absolvieren. Wer die Weitwiesen-Boje verpasst hatte, bekam fünf Strafminuten aufgebrummt. Wer nicht auf beiden Füßen landete, erhielt 60 Sekunden auf seine Zeit obendrauf.

Als schnellstes Team wurde »Physio Fuchs – Die Welt ist nicht genug« mit Tom Trainer, Toni Lautenbacher und Dietmar Siglbauer der Favoritenrolle vollauf gerecht. Das Siegertrio legte 48 Sekunden zwischen sich und die zweitplatzierten Josef Huber, Stefan Knopf und Andreas Eder, die als »Physio Fuchs – Die Herausforderer« angetreten waren.

Palzer schafft 600 Höhenmeter in 27 Minuten

Das Berchtesgadener Team Lukas Graßl, Toni Palzer und Michi Zelzer holte als »Mit Druck« Bronze. Spitzensportler Palzer aus der Ramsau schaffte dabei einen neuen Grazi-Man-Berglauf-Rekord auf der 600-Höhenmeter-Strecke zwischen der Höllenbach- und der Zwieselalm: 27:42 Minuten. »Nicht normal«, schüttelte Moderator Martin Dufter gleichermaßen begeistert wie ungläubig den Kopf. Drei Frauen nahmen den Dreikampf als Solo-Starterinnen in Angriff, Caroline Fischer gewann. Bestes Frauenteam war wie 2017 die Flugschule Hochries Ladies mit den Niederreuther-Schwestern Ramona und Melanie, die Bergläuferin Julia Schollerer einrahmten. Viele Helfer des Gleitschirmclubs Albatros hatten einmal mehr bei Traumwetter für einen reibungslosen Grazi-Man gesorgt. Die Bergwacht war mit 18 Mann, vier Fahrzeugen und einem Notarzt vertreten, musste aber nicht »einschreiten«. Als Strecken- beziehungsweise Disziplin-Chefs fungierten Wolfgang Krämer und Gerhard Pötsch an der Zwieselalm für die Flieger und Bernd Winkler am Weitwiesen-Landeplatz. Bis zur Höllenbachalm hatte die Bergwacht ein wachsames Auge auf das Rennen.

Bei der Siegerehrung, die Martin Dufter, Babsi Winkler und Ursula Pötsch durchführten, schaute Stadtwerke-Vorstand Jörg Schmitt in Vertretung des Hauptsponsors vorbei. Für die Sieger gab es Pokale und Wertgutscheine sowie Sachpreise bis Rang 5. Die Liveband »Parashoot« spielte an dem lauen Sommerabend Hits aus den 1970ern. Hans-Joachim Bittner

Italian Trulli