weather-image

Freiwillige richten Mitterbergsteig her

4.8
4.8
Bildtext einblenden
Vier Freiwillige haben sich der Mammutaufgabe angenommen, den Mitterbergsteig von den umgestürzten Bäumen und anderen Winterschäden zu säubern. (Fotos: privat)

Bischofswiesen – Ludwig Hochreiter, Josef Landthaler, Martin Hallweger und Hans Sonner richten regelmäßig freiwillig den Mitterbergsteig in der Engedey her. Der Weg ist vor allem bei Einheimischen beliebt, wie Hochreiter dem »Berchtesgadener Anzeiger« berichtet.


Er schrieb auf seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook von dieser Aktion und erntete viel Lob und Anerkennung seitens der Berchtesgadener. Bedauerlich ist nur, dass der Weg immer wieder vom Regen weggespült wird – zuletzt geschehen am Samstag. »Hilft nichts, dann müssen wir eben wieder ausrücken«, sagt Hochreiter.

Anzeige

Nach dem harten Winter war der Mitterbergsteig stark beschädigt und durch umgestürzte Bäume nicht mehr begehbar. Der Steig verbindet den Silberg mit dem Weg zum Söldenköpfl und zum Toten Mann.

Um den Weg wieder begehbar zu machen, trafen sich die drei Engedeyer und der Schönauer Hans Sonner bereits vor vier Wochen zu einem ersten Arbeitseinsatz. Bei schönsten Wetter machten sich die Männer damals mit Motor- und Handsäge, sowie Sapin auf den Weg und fingen an, von Silberg kommend den Weg von umgeknickten, abgebrochenen und umgestürzten Bäumen frei zu schneiden.

Eine Woche später mussten die ehrenamtlichen Arbeiter erneut ausrücken: Der Steig war bei der »Sandreiße« durch einen großen Hangrutsch nicht mehr vorhanden, wie Hochreiter berichtet. Auch blockierten mehrere Bäume, die samt der Wurzel umgestürzt waren, in diesem Bereich den Weg und machten ein Weitergehen unmöglich. Daher entschieden sich die vier Männer, erneut auszurücken.

Bildtext einblenden
Ludwig Hochreiter, Josef Landthaler, Martin Hallweger und Hans Sonner haben sich an einem Samstag an die Arbeit gemacht.

Und so machten sich die vier wieder, schwer beladen mit Pickeln, Eisenstangen und Schaufeln an einem Samstag auf den Weg Richtung Mitterbergsteig. Zuerst wurde eine »Umleitung« an den umgestürzten Bäumen vorbei zur Querung der »Sandreiße« angelegt. Dann wurde in mühevoller Handarbeit ein neuer Weg aus dem Fels herausgearbeitet. Mit Unterlegern wurde der Steig an mehreren Stellen, die abgerutscht waren gesichert, Stufen angelegt und an einigen Stellen verbreitert. Die Gemeinde beauftragte einen forstwirtschaftlichen Betrieb, um die großen, zum Teil verkeilten Bäume noch zu entfernen. Der Mitterbergsteig war wieder eins A hergerichtet.

Und dann kam der Regen. Somit war die aufwändige Arbeit umsonst. Ludwig Hochreiter ist auch Gemeinderatsmitglied in Bischofswiesen und Mitglied des Bauausschusses. Dieser hat am Montag über den Mitterbergsteig gesprochen. Auf eine Lösung, wie man den Weg dauerhaft aufrecht erhalten kann, ist das Gremium nicht gekommen. Der Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen, Rupert Walch, erklärt dem »Anzeiger« auf Nachfrage: »Es macht keinen Sinn, den Weg durch die Sandreiße durchlaufen zu lassen. Er rutscht immer wieder ab.«

Bildtext einblenden
Nach der ganzen Mühe ist der Steig schon wieder erkennbar. Sie mussten ihn neu aus dem Fels herausarbeiten. Der Steig verbindet den Silberg mit dem Weg zum Söldenköpfl.

Eine Möglichkeit wäre, den Steig zu verlegen und eventuell oberhalb des Rutschgebiets entlang laufen zu lassen. »Das geht aber schlecht, weil man ja zuerst mal links und rechts dort oben hinkommen muss. Die Reiße beginnt ja 60, 70 Meter oberhalb«, sagt Hochreiter, der das Gebiet gut kennt. Mit Maschinen käme man ohnehin nicht dort hin. Walch informiert, die zweite Möglichkeit sei eine aufwendige Sanierung inklusive technischer Hangsicherung. »Aber das wäre extrem teuer.« Der Geschäftsleiter habe sich dazu schon mit Bürgermeister Thomas Weber beraten. »Wir sind am überlegen«, informiert er.

Bis eine endgültige Lösung gefunden ist, liegt es an Freiwilligen wie Ludwig Hochreiter, Josef Landthaler, Martin Hallweger und Hans Sonner, den Weg in Schuss zu halten. Das wollen sie auch und zeigen sich unermüdlich. Annabelle Voss

 

Italian Trulli