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Freie Fahrt am Eisenrichter-Berg ab Mittwoch

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Martin Bambach blickt auf die Baustelle: Er ist mit der Leistung der Arbeiter überaus zufrieden. Alles wurde pünktlich zum Wintereinbruch fertig. (Foto: Fischer)

Bischofswiesen – Der erste Abschnitt der Sanierung der B20 am Eisenrichter-Berg ist fertig. Das teilte der zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Baumt Traunstein, Martin Bambach, bei einem Ortstermin am Dienstag mit. Bereits im Laufe des Mittwochs soll der Verkehr wieder ohne Ampel in beide Richtungen fließen. Die Maßnahme hat rund eine Million Euro gekostet.


Eiseskälte am Eisenrichter: Beim kurzfristig angesetzten Ortstermin für Pressevertreter am Dienstagvormittag pfiff ein frostiger Winterwind über das Winkl-Land. Alles war weiß vom Schnee. Erstmals durften Journalisten direkt in der Baustelle filmen und fotografieren. Schon beeindruckend: Man merkte, unter welch prekären Bedingungen dort gearbeitet wurde. Rechts der Abhang zum Bahngleis, links die Straße mit eiligen Autofahrern. Dazu der Lärm, die Abgase und – seit ein paar Tagen – Kälte und Schnee.

Mittendrin steht Martin Bambach mit seiner knallig orangefarbenen Warnweste und erklärt die Lage. Es sei optimal, dass die Bauarbeiten nun pünktlich zum Wintereinbruch fertig geworden sind. »Bei Schnee würde die Ampelregelung nicht mehr funktionieren. Keine Chance«, stellt der Mann vom Bauamt klar. Denn der Räumdienst hätte bei den beengten Verhältnissen ärgste Schwierigkeiten. »Außerdem muss man bedenken, dass eine Schleife drei Stunden dauert«, so Martin Bambach. Viel zu lang, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Knapp ein halbes Jahr ist seit dem Hangrutsch am 27. Juni vergangen. Nach der provisorischen Sicherung des etwa 70 Meter langen Abschnitts der Bundesstraße begann in Abstimmung mit Geologen, Planern und Ingenieuren Anfang September die Sanierung. »Wenn wir was machen, dann machen wir's gleich g'scheit«, hatte Bambach seinerzeit gesagt. Das Damoklesschwert einer Einbahnregelung Richtung Berchtesgaden schwebte seit Juli über den Köpfen von Pendlern und Zulieferern. Kommunalpolitiker aller Parteien machten Druck. Sogar die Idee eines Tunnels machte die Runde.

Doch in Abstimmung mit der Baufirma und dem Planungsbüro gelang es dem Staatlichen Bauamt in den rund vier Monaten Bauzeit, die Ampelregelung bis zuletzt aufrecht zu erhalten. Dafür gab es in den Sozialen Medien viel Anerkennung aus der Bevölkerung. Eine Vollsperrung der Strecke war wegen der Bedeutung der Straße und der damit einhergehenden hohen Verkehrsbelastung sowie in Anbetracht der weiten Umleitungsstrecken ohnehin nicht vorgesehen.

Welcher Abschnitt als nächstes saniert wird, steht laut Martin Bambach noch nicht fest. Auch der Zeitpunkt ist noch unklar. Gesetzt ist aber, dass das Staatliche Bauamt nächstes Jahr im Talkessel im Dauereinsatz sein wird. Denn auch die Kreisverkehre an der Bischofswieser Umgehungsbrücke und der Ramsauer Ortseinfahrt sind fix eingeplant. Christian Fischer