weather-image
13°

Freiburg gibt Gas - Werder konsterniert

0.0
0.0
Siegeswille
Bildtext einblenden
Pavel Krmas, Julian Schuster und Christian Günter (v.l.) feiern mit Freiburg den zweiten Sieg in Serie. Foto: Patrick Seeger Foto: dpa

Freiburg (dpa) - So steigt der SC Freiburg nicht ab - Werder Bremen vielleicht aber doch noch. Mit diesem Gefühl verließen die 24 000 Zuschauer nach dem 3:1 (1:0)-Sieg der Breisgauer in der Fußball-Bundesliga das Stadion.


Die Sportclub-Fans feierten begeistert ihre Profis, die mit einer enormen Willens-, Energie- und Laufleistung die Mannschaft des früheren Freiburger Trainers Robin Dutt auseinandernahm und ihre Chance nutzen will.

«Wir dürfen kein Stückchen nachlassen, das muss jedem klar sein. Bis zum 10. Mai gibt's kein Durchschnaufen», sagte Freiburgs Kapitän und Torschütze Julian Schuster.

Neben Schuster (15. Minute) hatten für die Freiburger Felix Klaus (53.) und Admir Mehmedi (59.) getroffen. Auch nach dem Bremer Ehrentreffer durch den eingewechselten Petersen (70.) hatte kaum jemand im Stadion das Gefühl, dass Werder noch für die Wende sorgen kann.

Die Gastgeber durften sich nur kurz an dem so wichtigen Erfolg berauschen. Unmittelbar nach dem Spiel holte Christian Streich in der Kabine seine Spieler wieder runter. «Fakt ist: Uns steht das Wasser bis zum Hals. Wir haben nichts, aber auch gar nichts erreicht», sagte der SC-Trainer in der Pressekonferenz.

Dabei hat Freiburg fünf Tage nach dem 4:1 in Frankfurt den zweiten direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib deutlich besiegt - und der Rest muss sich auch noch an den Stehaufmännchen messen: Am Mittwoch geht's für den Sportclub nach Hamburg, dann gegen den 1. FC Nürnberg, zum VfB Stuttgart und gegen Eintracht Braunschweig. «Wenn wir nur einen Millimeter nachlassen, dann kriegen wir fünf in Hamburg», warnte Streich eindringlich und sagte noch einmal: «Wir haben nichts, aber auch gar nichts erreicht. Es gibt keine Euphorie. Uns steht das Wasser bis zum Hals, seit dem ersten Spieltag.»

Werder hat am Dienstag erstmal das Derby gegen Wolfsburg vor der Brust - und nahm aus Freiburg wenig mutmachende Erkenntnisse mit. «Das war heute hinten nix, in der Mitte nix und vorne nix», kritisierte Geschäftsführer Thomas Eichin bei Sky. Fragen nach der Aufstellung wollte er nicht beantworten. Robin Dutt hatte nämlich überraschend Ludovic Obraniak und den Ex-Freiburger Cedrick Makiadi gebracht und Torjäger Nils Petersen zunächst auf die Bank gesetzt.

Eichin fand die Gründe der Niederlage darin, «dass wir von hinten nicht nachgerückt sind. Wir sind nur hinter dem Ball hergelaufen.» Auch Trainer Dutt erklärte: «Ich glaube, es lag daran, dass wir die Räume von der letzten bis zur ersten Linie viel zu groß gehalten haben und gar nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen sind.» Mit Blick auf den Statistikzettel rätselte der 49-Jährige: «Ich weiß gar nicht, wie wir auf 50 Prozent Ballbesitz kommen.»

Den Hanseaten fehlte an diesem Tag einfach der Biss. «Hochverdient», so Dutt, sei der Freiburger Sieg. Dabei hätte sein Team mit einem Sieg einen Riesenschritt in Richtung Klassenverbleib machen können. «Alle, die uns vor diesem Spiel schon in Sicherheit wiegen wollten, mussten sich eines Besseren belehren lassen», meinte Dutt.