weather-image

Fortuna macht Schlagzeilen - vor allem dank Giefer

0.0
0.0
Abwehrkünstler
Bildtext einblenden
Nach dem Sieg in Fürth jubeln die weiter Gegentorlosen Düsseldorfer Spieler. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

Fürth (dpa) - Auch nach dem fünften Bundesligaspiel hat Fortuna Düsseldorf noch immer kein Gegentor kassiert. Ein Alleinstellungsmerkmal für den Club vom Rhein, das er vor allem seinem Torhüter zu verdanken hat.


Manager Wolf Werner wandelte nach der Fortsetzung der Düsseldorfer Zu-Null-Serie mit euphorisiertem Honigkuchenlächeln durch die Katakomben. Fortuna-Trainer Norbert Meier analysierte die »sehr, sehr gute« Vorstellung seiner Mannen beim 2:0 beim Mitaufsteiger Greuther Fürth in aller Emotionslosigkeit. Auch im fünften Bundesligaspiel in der noch jungen Fußballsaison blieben die Rheinländer ohne Gegentor - momentan ein Alleinstellungsmerkmal von Fortuna Düsseldorf, und zwar weit über den deutschen Profifußball hinaus.

»Wir funktionieren schon in der gesamten Saison defensiv super«, bekannte Keeper Fabian Giefer, der für seinen wiederum guten Auftritt reichlich Lob bekam. »Fabi hat souverän alles runtergepflückt, was von der Seite reingekommen ist«, meinte Mittelfeldmann Oliver Fink. Werner schwärmte derweil von seinem »sehr sicher aufgetretenen« Sommer-Transfer. Aus Leverkusen war das 1,96 Meter große Talent gekommen, prompt zur Nummer eins befördert worden - jetzt sorgt er mit seiner Präsenz und starken Paraden für viel Erstaunen in der Fußball-Beletage.

»Fabi macht Schlagzeilen - Fortuna generell macht jetzt Schlagzeilen«, freute sich Werner. Ebenfalls positiv: Nach drei torlosen Remis in Serie klappte es gegen biedere Fürther endlich auch mal mit dem Toreschießen. Oliver Fink mit seinem ersten Bundesligatreffer (26. Spielminute) und Ken Ilsö (33.) sicherten Düsseldorf den zweiten Saisonsieg. »Nach der medialen Schelte, dass wir keine Tore schießen, war das die richtige Antwort«, befand Manager Werner. Der Dienstag sei ein »Festtag« gewesen.

Für die Spielvereinigung war er das glatte Gegenteil. Drittes Heimspiel, dritte klare Niederlage - noch immer ohne eigenen Treffer. »Das ist natürlich eine grausame Ausbeute«, befand Verteidiger Thomas Kleine, der seine Mitspieler schon Mitte der ersten Halbzeit auf dem Platz anblaffte, auch um ihnen die Bedeutung des Spiels klar zu machen. »Wenn man zu Hause keine Punkte holt, kann man auch nicht in der Liga bleiben, das ist ganz klar«, meinte der langjährige Fürther.

Auch sein Trainer haderte mit dem Auftreten. Elf Individualisten habe er auf dem Platz gesehen, aber kein Team, gestand Mike Büskens ein bisschen desillusioniert. Dabei hatten die Franken ihre Mannschaft - im Gegensatz zur Fortuna - im Sommer gar nicht runderneuert, sondern aufs bewährte Aufstiegspersonal gesetzt. »Die Niederlage gibt uns zu denken. Wir haben uns in vielen Situationen einfach den Schneid abkaufen lassen«, urteilte Kapitän Mergim Mavraj.

Die mehr als 16 500 Zuschauer ließen sich von der Fürther Schwäche allerdings nicht beeindrucken - sie klatschen auch so immer wieder Befall, weil der Stolz über den Bundesligaaufstieg noch immer deutlich größer ist als die Angst vor dem sofortigen Wiederabstieg. Als Mitte der zweiten Halbzeit nach langem Leerlauf immerhin mal ein Eckball heraussprang, applaudierten die Hartgesottenen auf der Haupttribüne beinahe schon panisch. Mit ihren Fans haben es Büskens & Co. also noch lange nicht verspielt - trotz magerer Heimausbeute.