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Florianijünger blicken auf intensives Einsatzjahr zurück

Berchtesgaden - Stark gefordert war die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden in den vergangenen zwölf Monaten, wie bei der 146. Dienstversammlung im Hotel »Vier Jahreszeiten« deutlich wurde. Die Einsatzzahl ist auf dem höchsten Stand seit 2004 und auch die einzelnen Unglücksfälle waren zum Teil sehr belastend - wie etwa erst vor Kurzem der schwere Lkw-Unfall am Reckensberg. Aber auch der Blick voraus hält Herausforderungen und Veränderungen für die Florianijünger bereit - Kommando und Vereinsvorstand werden bei den Wahlen im nächsten Jahr nicht mehr antreten.

1. Kommandant Anton Brandner (r.) ehrte Benjamin Wohlrab (l.) und Michael Lindner für 15-jährigen aktiven Dienst. Fotos: Anzeiger/tj

Nach dem Totengedenken trat Bürgermeister Franz Rasp als Dienstherr der Feuerwehr ans Mikrofon. Er ging vor allem auf den Bedarfsplan ein, eines der prägenden Themen an diesem Abend. Für Rasp war dies die »größte strategische Arbeit der vergangenen Jahre, der Bedarfsplan schafft Planungssicherheit für die Gemeinde und die Feuerwehr steht nicht mehr als Bittsteller da«. Schließlich geht es auch um die Sicherheit der Bürger, denn es gibt nun eine Auflistung aller Häuser, die nicht innerhalb der Hilfsfrist von zehn Minuten erreicht werden können. Insgesamt handelt es sich um rund 600 Haushalte, die zwischenzeitlich alle von der Gemeinde angeschrieben wurden.

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Einen Überblick über die Einsatzstatistik der vergangenen zwölf Monate gab 2. Kommandant Peter Lenz. Insgesamt standen 133 Übungen auf dem Dienstplan, die mit über 3 700 Stunden zu Buche schlugen. Zudem musste die Wehr zu 216 Einsätzen ausrücken, das ist die höchste Zahl seit 2004 und eine Steigerung um sieben Prozent zum Vorjahr. Noch deutlicher fällt diese Tendenz bei der Zeit aus, denn die Feuerwehrler waren knapp 2 900 Stunden im Einsatz, das ist ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Gesamtbilanz stehen für die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden mehr als 10 100 ehrenamtlich geleistete Stunden.

Ebenfalls viel Lob für den Bedarfsplan gab es vom 1. Kommandanten Anton Brandner: »Das war ein Riesenschritt für die weitere Planung und macht für sehr lange Zeit alles berechenbarer.« Mit einer Bilderschau ließ Brandner dann die herausragenden Einsätze 2012 Revue passieren, unter anderem einen Vegetationsbrand an den Barmsteinen im Mai, einen Schwelbrand im Altenwohnheim sowie die schweren Verkehrsunfälle auf der B 305. Gerade erst einen guten Monat her ist der schwere Lkw-Unfall am Reckensberg, bei dem der Fahrer getötet wurde.

Da es auch für Brandner die letzte Dienstversammlung als Kommandant war, blickte er auch zurück auf die prägendsten Einsätze der vergangenen zwölf Jahre. Brandner nannte dabei unter anderem den Brand im Hotel Post im April 2003, den Einsturz der Reichenhaller Eishalle 2006, das Sturmtief »Kyrill« und den Waldbrand am Thumsee 2007, den Brandalarm am Kehlsteinhaus 2008 sowie den Großbrand bei der Firma Frank 2010.

Kreisbrandrat Rudi Zeif zeigte sich in seinem Grußwort sehr beeindruckt von den Berchtesgadener Einsatzzahlen: »Im Schnitt 350 Mal pro Jahr sind die aktiven Feuerwehrmänner und -frauen für die Öffentlichkeit da gewesen, das ist nicht selbstverständlich.« Er bezog in seinen Dank auch die Partner der Aktiven sowie die Firmen ein, die so viel Verständnis für dieses Ehrenamt aufbringen. Zeif ging ebenfalls auf den Bedarfsplan ein und war nicht ganz glücklich, dass er bei der Berichterstattung über dieses Thema schlecht weggekommen ist: »Meine Damen und Herren des Marktgemeinderats, die Kreisbrandinspektion hat den Feuerwehrbedarfsplan von Anfang an für gut gehalten. Nur Marktgemeinderatsmitglied Dr. Wimmer hat behauptet, dass die Kreisbrandinspektion dagegen wäre, das lassen wir nicht auf uns sitzen. Diese Aussage ist falsch und populistisch, aber das sind wir von Dr. Wimmer ja gewohnt.«

Mit Ehrungen und Beförderungen (siehe Kasten) ging die Dienstversammlung zu Ende. Über die Jahreshauptversammlung des Feuerwehrvereins berichten wir in einer unserer nächsten Ausgaben. tj