weather-image
13°

Finanzierungslücke bei Obersee-Kanal

3.4
3.4
Bildtext einblenden
Die Fischunkelalm soll mit einer Abwasserleitung erschlossen werden. Doch zuerst muss nach den Vorgaben des Gemeinderats Schönau am Königssee die Finanzierung gesichert sein. (Foto: B. Stanggassinger)

Schönau am Königssee – Der Gemeinderat Schönau am Königssee ist grundsätzlich für den Bau eines Abwasserkanals durch den Obersee zur Erschließung der Fischunkelalm. Allerdings muss das 600 000-Euro-Projekt nach dem Willen der Lokalpolitiker zu 100 Prozent durch Zuschüsse abgedeckt sein. So freute man sich zwar in der Sitzung am Dienstag über die Inaussichtstellung einer 60-prozentigen Förderung durch das bayerische Umweltministerium. Man will das Projekt aber erst in Angriff nehmen, wenn die noch bestehende Finanzierungslücke von 240 000 Euro geschlossen ist.


Wegen des Besucheranstiegs auf der Südseite des Obersees war der Bauer von der Fischunkelalm angehalten worden, eine Kläranlage zu bauen. Daraufhin hatte er sich an die Gemeinde gewandt und die Erweiterung der bis Salet bestehenden Abwasserleitung beantragt. Der Gemeinderat hatte dem Wunsch vor einigen Monaten zugestimmt, will das Projekt allerdings nur in Angriff nehmen, wenn der Gemeinde keine Kosten entstehen. Man wollte deshalb versuchen, über das Umweltministerium, den Nationalpark und das Biosphärenreservat verschiedene Fördertöpfe anzuzapfen.

Jetzt kam laut Bürgermeister Hannes Rasp vom bayerischen Umweltministerium, das die Abwasserleitungspläne sehr begrüßt, die Inaussichtstellung einer 60-prozentigen Förderung. Darüber hinaus regte das Ministerium an, auch die beiden Kaser auf der Saletalm im Zuge der Bauarbeiten anzuschließen. »Wir kriegen die 60 Prozent wohl ausbezahlt, aber dann bleiben immer noch 40 Prozent bei uns. Das ist zuviel«, stellte Bürgermeister Rasp fest. Der verwies aber auf die Möglichkeit eines Sonderförderungsprogramms, über das der Landtag noch entscheiden will. »Wir haben unser Projekt eingereicht, aber noch keine Zusage. Wir sollten deshalb warten, bis eine Entscheidung gefallen ist«, sagte Rasp.

Geplant ist, im Zuge der Kanalarbeiten auch eine Stromleitung von Salet bis zum Obersee zu verlegen, um dort eine Mobilfunkanlage zu errichten.

»Das Projekt zieht sich aber ohnehin. Wir können also ruhig auch den Kanalbau erst einmal zurückstellen«, erklärte der Rathauschef. So sah es auch der Gemeinderat. UK