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Figurengruppe »Bedrohte Familie« in Marquartstein

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Figurengruppe »Bedrohte Familie«. (Foto: Giesen)

Mit der Figurengruppe »Bedrohte Familie« des Unterwössener Künstlers Andreas Kuhnlein wurde die ökumenische Ausstellungsreihe »Worauf es ankommt« in der evangelischen Erlöserkirche in Marquartstein eröffnet.


Zum Anlass der Reformation vor 500 Jahren werden nacheinander in fünf Kirchen im Achental jeweils eine Arbeit des international bekannten Künstlers zu sehen sein. Pfarrer Rainer Maier, der die Ausstellungsreihe initiiert hatte, nahm die Figurengruppe zum Anlass seiner Predigt. Durch ihre starre, zurückgenommene Haltung vermitteln die Eltern, dass sie sich kaum mehr etwas zu sagen haben. Beide aber sind dem Kind zugewandt.

Besonders faszinierend ist die Entstehungsgeschichte des Kunstwerks, das Andreas Kuhnlein vor 14 Jahren aus Ulmenholz geschaffen hat. Wie er erzählt, wollte er inmitten der entfremdeten Eltern ein unverletztes Kind setzen. So arbeitete er den Säugling aus dem Kernholz der Ulme, weil das gewöhnlich nicht reißt. Aber nach einigen Wochen riss die Skulptur des Kindes dennoch der Länge nach mitten durch, entgegen aller Wahrscheinlichkeit. Die Skulptur gibt die Möglichkeit zu vielerlei Deutungen und regt den Gedankenaustausch an, wie die Situation geändert werden kann. Das zeigten nach der Predigt und dem Gottesdienst die vielen angeregten Gespräche im Gemeindezentrum. Viele Besucher nutzten auch die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit dem Künstler.

Das nächste Kunstwerk »Gefallene« ist am Sonntag, 14. Mai in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Übersee zu sehen, an den darauf folgenden Sonntagen »Tiefgang« in der Filialkirche St. Peter und Paul und »Lichtblick« in der evangelischen Ewigkeitskirche jeweils in Übersee. Letzte Station am 28. Mai ist die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Grassau, wo Kuhnlein seine Skulptur »Narziß« zeigt. Alle Kunstwerke sind bis einschließlich Pfingstmontag, 5. Juni, in den Kirchen zu sehen. gi