Feuerwehren leiden unter Ausbildungsstau

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Foto: Hobmaier

»Es treibt mir wirklich die Sorgenfalten auf die Stirn, wenn ich mich auch freue, dass wir für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein etwas Abhilfe schaffen konnten«, erklärt Kreisbrandrat Christof Grundner. Es ist bayernweit derzeit ein heiß diskutiertes Thema, den Bedarf an Nachwuchsführungskräften nachhaltig zu decken.


An den Feuerwehrschulen sind die Wartelisten bei besonders wichtigen Lehrgängen extrem lang, und bis die Steigerung der Ausbildungskapazitäten möglich ist, werden »noch Jahre ins Land ziehen«, so Grundner. Elf Frauen und Männer aus Traunstein bestanden erst jetzt einen Lehrgang bei der Werkfeuerwehr InfraServ Gendorf.

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Hauptproblem sei die fehlende Bereitschaft des Freistaats zur Übernahme der Lehrgangsgebühren an nicht-staatlichen Ausbildungsstätten. Die Gemeinden als Sachaufwandsträger der Feuerwehren müssen diese, im Gegensatz zu einem Lehrgang an der Feuerwehrschule, komplett aus der eigenen Tasche bezahlen. »Dies ist ein Zustand, der mir in keiner Weise gefällt«, so Grundner. »Deshalb ist es aus meiner Sicht zwingend erforderlich, dass die Lehrgangskosten für anerkannte Ausbildungsbetriebe auch außerhalb der Schulen in Geretsried, Regensburg und Würzburg vom Staatssäckel getragen werden, bis die Kapazitätssteigerungen greifen«.

Qualitativ steht der Lehrgang in Gendorf dem an der Feuerwehrschule in nichts nach. Dies zeigen in erster Linie die durchwegs guten Prüfungsergebnisse. Dabei kommen extra Prüfer aus Geretsried und überzeugen sich persönlich vom Wissensstand der angehenden Gruppenführer. Das bestätigt auch Lehrgangsleiter Christian Rapp, »wir hatten in diesem Lehrgang lauter hoch motivierte Leute, die allesamt das Zeug zum Gruppenführer haben«. Im Gegensatz zum einwöchigen Kurs bei einer Feuerwehrschule findet dieser Lehrgang in Form einer »Abendschule« sowie an Samstagen statt, was vielen Teilnehmern entgegenkommt.

Katrin Geisreiter von der Feuerwehr Hochberg zeigte sich vom Lehrgang total begeistert, »es darf hier auch mal was schief gehen und die Ausbilder begegnen einem immer auf Augenhöhe«, berichtet sie. Für Bernhard Huber, der vom Landkreis Traunstein im Rahmen seiner Aufgaben in der Unterstützungsgruppe »Örtliche Einsatzleitung« zu diesem Lehrgang entsandt wurde, bildet das breite Übungsspektrum den Kern des seiner Meinung nach »absolut empfehlenswerten« Lehrgangs. »Von der ausgelösten Brandmeldeanlage bis zum schweren Verkehrsunfall, an den Samstagen geht es übungsmäßig Schlag auf Schlag«, so Huber. Er lobt dabei ausdrücklich das konstruktive Feedback am Ende jeder Übung.

Für Kreisbrandrat Grundner sind die langen Wartelisten bei den »Gruppenführern« nicht das einzige Problem. Im laufenden Jahr habe er einen Lehrgangsbedarf für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein von 371 Lehrgängen gemeldet. »Bekommen haben wir lediglich 207 Plätze, also etwas mehr als die Hälfte des Bedarfs«. In den 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein gibt es 4500 Einsatzkräfte. Der Kreisfeuerwehrverband selbst bietet jährlich etwa 3300 Aus- und Fortbildungen an, darf allerdings keine Gruppenführer »auf Landkreisebene« ausbilden.

Besonders prekär ist die Situation derzeit bei den Lehrgängen für Jugendwarte, also den Feuerwehrlern, die sich um den Nachwuchs kümmern, den Gerätewarten und eben den Gruppenführern. »Hier hätten wir einen Bedarf von 82 Plätzen gemeldet, nur 49 Frauen und Männer wurden an eine Feuerwehrschule eingeladen – und der Bedarf wird weiter steigen, da viele Feuerwehren aufgrund der zunehmenden Arbeitsbelastung einen zweiten stellvertretenden Kommandanten einführen, der diesen Lehrgang als Mindestqualifikation mitbringen muss«, so Grundner.

»Ich hoffe wirklich, dass wir da weiter kommen und eine tragfähige Lösung finden. In erster Linie freue ich mich, dass wir nun elf weitere, gut ausgebildete Gruppenführer im Landkreis Traunstein haben, die die Feuerwehren Hammer, Kienberg, Matzing, Hochberg, Gaden, Heiligkreuz, Staudach-Egerndach sowie die UG-OEL unterstützen. Es ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber wir werden alles unternehmen, damit wir die Situation verbessern.« Hob

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Eine Lehrgangsleiterkonferenz. Foto: Hobmaier