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Feuer beim Feuerwerk

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Mehrere Feuerwehren mussten in der Silvesternacht zu einem Flächenbrand auf dem Roßfeld ausrücken. Foto: FFW Berchtesgaden

Berchtesgaden – (ffw/cfs) Pünktlich zum Jahreswechsel mussten die Feuerwehr Berchtesgaden und der Löschzug Au zu einem Flächenbrand auf das Roßfeld ausrücken. Durch Raketen und Knallkörper hatte sich eine trockene Wiese auf einer Fläche von 7 500 Quadratmetern entzündet.


Mehrere Hundert Personen hatten auf dem Gipfelgrat auf rund 1 500 Meter Höhe den Jahreswechsel gefeiert. Während die Wiesen nördlich des Gipfelgrats tief verschneit sind, war der in Richtung Kuchl abfallende Südhang weitestgehend schneefrei und an der Oberfläche völlig ausgetrocknet.

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Durch Feuerwerk kam es kurz vor Mitternacht in diesem Bereich auf einer Fläche von rund 7 500 Quadratmetern zu mehreren kleinen Flächenbränden, deren Saum sich jeweils rasch ausbreitete. Zeitweise schlugen die Flammen meterhoch und bedrohten auch einige Bäume.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten sich zunächst den Weg durch den teilweise tiefen Schnee zur Einsatzstelle bahnen und zwei Schlauchleitungen auf den Gipfelgrat aufbauen, um von dort den Brand bekämpfen zu können. Mehrere Trupps gingen zur Bandbekämpfung und Erkundung mit Wärmebildkameras in den steilen Hang vor. Die Sicherung übernahmen eigene Kameraden beziehungsweise Einsatzkräfte der Bergwacht Altötting, die sich gerade im Rahmen des Wintervorsorgedienstes auf dem Roßfeld befanden.

Bis zu 60 Meter musste ein Trupp in den Hang abgeseilt werden, um dort einzelne Glutnester abzulöschen und mit der Wärmebildkamera zu erkunden. Es gelang sehr schnell, das Feuer zu löschen und die Lage unter Kontrolle zu bringen. Weitere Sicherungsmaßnahmen durch die ebenfalls alarmierte Bergwacht Berchtesgaden mussten nicht mehr durchgeführt werden.

Da die Wasserversorgung in diesem Bereich insbesondere im Winter sehr schwierig ist, wurden die Feuerwehr Hallein und ihr Löschzug Bad Dürrnberg mit zwei weiteren Tanklöschfahrzeugen für einen eventuellen Löschwasser-Pendelverkehr nachalarmiert. Teile der bei der Feuerwehr Berchtesgaden vorgehaltenen Spezialausrüstung für Gebirgswaldbrände wurden ebenfalls zur Einsatzstelle gebracht, mussten aber nicht mehr eingesetzt werden.

Im Einsatz waren rund 50 Kräfte der Feuerwehren Berchtesgaden, Au, Hallein und Bad Dürrnberg, der Kreisbrandinspektion sowie mehrere Einsatzkräfte der Bergwacht-Bereitschaften Altötting und Berchtesgaden. Der Liftbetreiber unterstützte die Einsatzmaßnahmen mit zwei Pistenfahrzeugen. Nach rund zwei Stunden konnte der Einsatz beendet werden.

Die vom Brand betroffene Stelle lag, genauso wie auch schon bei einem Flächenbrand zum Jahreswechsel 2006/07, jenseits der Landesgrenze im Gebiet der österreichischen Gemeinde Kuchl. Eine Zufahrt ist allerdings nur über die Roßfeld-Höhenringstraße von bayerischer Seite möglich, weshalb die Berchtesgadener Kräfte für Erstmaßnahmen zuständig sind. Der Kuchler Ortsfeuerwehrkommandant selbst verbrachte jedoch den Jahreswechsel am Roßfeld und hat umgehend eine erste Erkundung vorgenommen und die eintreffenden Einsatzkräfte eingewiesen.

Für alle Einsatzkräfte unverständlich ist das rücksichtslose Verhalten einiger anwesender Personen. Direkt neben den trockenen Grasflächen wurde durch Hunderte Personen Feuerwerk gezündet. Und das selbst dann noch , als sich Feuer und Rauch bereits weit sichtbar ausgebreitet hatten. Kräfte der Feuerwehr mussten erst die auf dem Gipfelgrat anwesenden Personen auffordern, diesen zu verlassen und insbesondere das Abbrennen von Feuerwerk einzustellen. Der Kuchler Kommandant erntete sogar Gelächter auf seine Frage, ob schon jemand die Feuerwehr gerufen habe.

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