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Börse in Frankfurt

Fester Euro vermasselt Dax den Wochenbeginn

Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts eines kräftig gestiegenen Eurokurses ist dem deutschen Aktienmarkt der Start in die neue Börsenwoche missglückt.

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpanitf3

Der Dax büßte am Montag 0,82 Prozent auf 12065,99 Punkte ein. Damit verteidigte er aber immerhin die Marke von 12 000 Zählern. Die Gemeinschaftswährung, die am Morgen noch 1,1731 US-Dollar gekostet hatte, legte im Tagesverlauf bis auf 1,1825 Dollar zu.

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Mit einem festen Euro können sich die Ausfuhrchancen deutscher Unternehmen verschlechtern, was den Dax als exportorientierten Index belastet. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern ging die Kursbewegung am Devisenmarkt vom Dollar aus, der am Nachmittag zu allen wichtigen Währungen unter Druck stand. Sie verwiesen auf das Polit-Chaos in der US-Regierung.

Der MDax sank um 0,51 Prozent auf 24701,49 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,58 Prozent auf 2245,52 Zähler ein. Analyst Jens Klatt von JFD Brokers wies darauf hin, dass sich der US-Volatilitätsindex Vix, auch «Angstbarometer» genannt, noch immer auf der Höhe des Jahreshochs bewege. Das spiegele eine anhaltende Nervosität am US-Markt wider, «die alles andere als Sicherheit versprüht und zeigt, dass auch der Dax noch lange nicht über den Berg ist», folgerte der Experte. Ein Rückfall des Dax unter 12 000 Punkte sei also durchaus realistisch.

Auch an anderen europäischen Börsenplätzen ging es bergab: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,65 Prozent auf 3423,53 Punkte nach. Der Pariser Leitindex CAC-40 fiel um 0,52 Prozent. In London hielten sich die Kursverluste hingegen in Grenzen. In den USA zeigte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss kaum verändert, ebenso wie die anderen wichtigen Indizes.

Im weiteren Verlauf der Woche dürfte sich das Interesse der Anleger immer mehr auf die Zentralbankkonferenz im US-Ort Jackson Hole richten. Das Treffen, von dem sich Marktteilnehmer frische geldpolitische Signale erhoffen, beginnt an diesem Donnerstag. Daran teilnehmen werden sowohl EZB-Präsident Mario Draghi als auch die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Janet Yellen.

Aus Unternehmenssicht stand weiterhin die Zukunft von Air Berlin im Anlegerfokus. Chef Thomas Winkelmann will den Verkauf der insolventen Fluggesellschaft «spätestens im September» abschließen. Zu den aussichtsreichsten Kaufinteressenten gehören Easyjet, Tuifly, Condor und vor allem die Lufthansa. Deren Aktien gewannen an der Dax-Spitze 0,6 Prozent. Aktionäre setzten darauf, dass sich die größte deutsche Fluggesellschaft günstig einige «Filetstücke» von Air Berlin angeln könne, hieß es am Markt.

Thyssenkrupp-Papiere waren mit einem Minus von 3,18 Prozent Schlusslicht im Dax. Laut einem Händler belastete die Bekanntgabe einer Leerverkaufsposition durch den Hedgefonds Capital Fund Management den Kurs. Ein anderer Händler begründete die Kursschwäche damit, dass einige Anleger auf einen raschen Abschluss der Zusammenlegung der europäischen Stahlaktivitäten von Thyssenkrupp mit denen von Tata Steel Europe gesetzt hätten. Dieser Deal drohe sich aber nun doch länger hinzuziehen, sagte der Händler.

Stada-Aktien setzten den Rekordlauf mit einem Sprung von 3,8 Prozent auf 75,31 Euro fort. Am Freitag waren die Aktien nach der geglückten Übernahme des Arzneimittelherstellers durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven um mehr als 13 Prozent nach oben geschnellt. Geboten hatten Bain und Cinven 66,25 Euro je Aktie.

Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Warburg Research gab den Aktien der Software AG frischen Schwung. Mit einem Plus von 1,96 Prozent auf 36,375 Euro ließen sie den Bereich um die 36-Euro-Marke hinter sich, der zuletzt mehrfach eine zu hohe Hürde gewesen war. Analyst Andreas Wolf hält die Papiere auch wegen des Gewinnwachstums für attraktiv.

Sixt-Papiere waren mit einem Minus von 5,27 Prozent schwächster Wert im SDax. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem der Kurs seit Mitte Juli um mehr als 20 Prozent gestiegen war und in der Vorwoche ein Rekordhoch erreicht hatte. Der Autovermieter hatte zuvor gute Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht und die Jahresprognose erhöht.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 141,50 Punkte. Der Bund-Future stieg am frühen Abend um 0,33 Prozent auf 164,40 Punkte. Für einen Euro wurden 1,1817 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1761 (Freitag: 1,1740) Dollar festgesetzt.