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»The Fiddler on the Moon« als sechstes Konzert des Chiemgauer Musikfrühlings

Fesselndes Musikerlebnis

Ein indischer Raga, der in Tanzbodenmusik mündete – gespielt mit Geige (Fiddel) Akkordeon, Flöte und indischer Gesangstechnik –, war nur eine der vielen Überraschungen, die die Musiker des Chiemgauer Musikfrühlings beim Konzert »The Fiddler on the Moon« für das Publikum bereithielten.

Gilles Apap (Violine, links) und Stian Carstensen brachten das Thema des Konzerts »The Fiddler on the Moon« in der Traunsteiner Klosterkirche auf den Punkt. (Foto: Heigl)

Razvan Popovici und Diana Ketler haben zu dem Kammermusikfestival wieder Freunde eingeladen, die eine ganz andere Herangehensweise an die Musik haben als sie selbst. Das ist jedes Mal außerordentlich spannend. Musikalisches und musikantisches Virtuosentum gaben sich auch an diesem Konzertabend fröhlich und ungeniert die Hand und ergänzten sich auf sehr unterhaltsame Weise. Das Thema des Abends »The Fiddler on the Moon« spielten aber nicht nur die Gäste Gilles Apap (Violine) und Stian Carstensen (Akkordeon und Banjo) für das Publikum auf den Punkt, der musikalische Funke sprang auch auf die »ernsten« Musiker über.

Schon mit dem ersten Musikstück, Variationen von Johan Halvorsen (1864-1935) über das Stück »Passacaglia« für Violine und Viola von Georg Friedrich Händel, gespielt von Daniel Rowland und Gilles Apap, begann für die Zuhörer ein fesselndes musikalisches Erlebnis. Weitere fröhlich-temperamentvolle und hitzige Zwiegespräche zwischen den verschiedenen Gattungen kochten die Stimmung immer weiter hoch. Mit Musik von Claude Debussy, Maurice Ravel und Pablo de Sarasate spielten sich die Musiker gemeinsam immer mehr in eine musikalische Sternstunde hinein, bis zum Schluss die Funken flogen. Die Zuhörer waren auch nach der dritten Zugabe noch so lautstark begeistert – Grund war das von allen Musikern gespielte »Hangmen«, bei dem sich die Zuhörer schon fast wie zum Squaredance aufstellen wollten. Western-Lousian-Salonmusik vom Feinsten also, es fehlten nur noch die leicht bekleideten Tänzerinnen.

Der Jubel schien daraufhin nicht abzureißen und so nahm sich der frisch in Traunstein eingetroffene Cellist Thomas Caroll dem Publikum an und besänftigte mit dem »Schwan« aus dem Karneval der Tiere von Charles Camille Saint-Saëns die Gemüter und überzeugte mit einem unglaublich feinfühlig geführten Bogenstrich. Thomas Caroll ist bereits heute, Freitag, um 19.30 Uhr wieder im Traunsteiner Kunstraum Klosterkirche beim siebten Musikfrühling-Konzert »Fantasia« zu hören Barbara Heigl