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Faustdicke Überraschung im Alpenstadion

Schönau am Königssee - Dass Fußballergebnisse kaum vorhersehbar sind, zeigte das Lokalderby zwischen den zweiten Mannschaften der SG Schönau und des FC Bischofswiesen. Denn nicht die hoch favorisierten Schönauer, sondern die Gäste aus Bischofswiesen gingen als 2:0-Sieger vom Platz.

Noch vor dem Match hatte Bischofswiesens Coach Aki Senger die junge, gut aufgestellte Schönauer Mannschaft zum Geheimfavoriten im Rennen um den Meistertitel erkoren. Doch es sollte alles ganz anders kommen.

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Weil mehrere Spieler aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung standen, rückte der Gast vom Riedherrn mit einer sogenannten Notelf an, die jedoch über sich selbst hinauswuchs. Als Matchwinner der Bischofswieser durfte sich Schlussmann Tobias Zaar feiern lassen, der die Schönauer mit seinen Glanzparaden schier zum Verzweifeln brachte.

Nachdem die Fußballkenner einen klaren Erfolg der Schönauer erwartet hatten, klingelte es zur Überraschung von Spielern und erstaunlich vielen Zuschauern bereits nach zehn Minuten erstmals auf der anderen Seite, nämlich im Schönauer Kasten. Erdy Aslantay bediente seinen Stürmerkollegen Michael Hirsch ideal, der keine Probleme hatte, SG-Torhüter Christoph Maier zu überwinden.

Nach einer halben Stunde zeigte der Schiedsrichter im Schönauer Strafraum auf den Punkt. Doch dieses Mal blieb Maier beim schwach geschossenen Elfmeter von Stefan Ringsgwandl Sieger. Üblicherweise bauen derartige Aktionen die davon profitierende Mannschaft auf. Doch die Schönauer vermochten ihre Überlegenheit weiterhin nicht in Zählbares umzusetzen und so ging es torlos in die Halbzeitpause.

Auch im zweiten Durchgang bestimmte die SG Schönau das Geschehen, doch FCB-Schlussmann Zaar hielt alles, was auf seinen Kasten kam. Der früh eingewechselte Neuzugang vom FC Ramsau, Michael Flunk, zeigte in der 60. Spielminute all seine Qualitäten, als er ideal Athanassios Moralis bediente, der mit all seiner Routine volley zum vorentscheidenden 2:0 in die Maschen traf. Zehn Minuten vor Spielende hatte die SG Schönau mit einem Elfmeter noch einmal die Chance, das Spiel zu drehen. Doch Hansi Hölzl vergab die große Möglichkeit, seine Mannschaft zurück ins Spiel zu bringen.

»So kann Fußball laufen. Die Schönauer haben 16 Chancen und schießen kein Tor, wir machen aus drei Möglichkeiten zwei Treffer. Im letzten Jahr hatten wir Pech, so gleicht sich immer wieder alles aus«, befand ein recht zufriedener Bischofswieser Coach Senger.

Dagegen zeigte sich der Schönauer Coach Thomas Meißner so sauer, dass er gar nichts mehr zur desolaten Leistung seiner Mannschaft sagen wollte. Immerhin hatte die SG Schönau gegen eine Mannschaft verloren, in der sechs Spieler über 30 Jahre alt sind und einer sogar in den Vierzigern ist.

SG Schönau: C. Maier; Bernsteiner, Stäblein, C. Aschauer, Rolf, Hasenknopf, Kirchhoff, Schwaiger, Engljähringer, Nitsche, H. Hölzl, A. Aschauer, Thurner, Wenig.

FC Bischofswiesen: Zaar; Damböck, N. Böttger, Grötzner, Tobies, Datzmann, Moralis, Ringsgwandl, Lobert, Aslantay, M. Hirsch, Flunk, D. Hirsch, Lochner. cw