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Familienwochenende nach der Winterpause

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»Es macht Spaß, wenn man etwas selber ausprobieren darf. Und vielleicht bekommt man dadurch ein Lieblingskunstwerk!« sagte Alicia (von links) beim Probelauf Chamberlain mit ihrer Schulkameradin Micha von der Mittelschule Traunreut sowie Karen Krämer.

Wenn das Museum »DASMAXIMUM« in Traunreut am ersten Wochenende im Januar wieder seine Tore öffnet, werden sie da sein: die ersten Familien-Begleitbögen, die nach einem Jahr Vorbereitungszeit nun von kleinen Entdeckern mit ihren Eltern im Museum genutzt werden dürfen.


Es war ein großer Wunsch des Museumsteams, jungen Menschen und Familien eine Möglichkeit zu geben, die Kunst auch eigenständig zu erkunden. Im »DASMAXIMUM« tragen die Auswahl weniger Künstler und großer Werkgruppen sowie Ruhe, Licht und Weite ganz bewusst zur Intensität der Kunstbegegnung bei. Die Beständigkeit der Sammlung ist ein Anlass zur Wiederkehr und Neuentdeckung. Umso mehr soll auch der Museumsführer keinen schnellen Gesamtrundgang illustrieren, sondern ein Anlass sein zur Vertiefung einzelner Bereiche.

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Zusammen mit der Kunstpädagogin Susanne Frigge und Jugendlichen aus der Mittelschule Traunreut wurden Wünsche formuliert, Ideen entwickelt und die Bögen getestet: welches sind die Lieblingswerke der Kinder, welches die brennendsten Fragen? Und wenn es bei der Kunst unserer Zeit nicht um »Gefallen« oder »Interpretieren« geht, worum geht es dann?

In den Begleitbögen wird auf die positive Erfahrung des Museums mit ungeübten Museumsgästen und Kindern gebaut, die oft durch ihr unmittelbares, einfühlsames Verständnis der Kunst überraschen und darüber hinaus ein hohes kreatives Potential besitzen. Die großen, einladenden Bögen fragen dementsprechend kein Wissen ab, sondern enthalten zum Beispiel Materialien zum spielerischen Ausprobieren und wirken über den Museumsbesuch hinaus. So können auch die Eltern – unter Anleitung ihrer Kinder und zusammen mit ihnen – durch kleine praktische Aufgaben behutsam geführt, die Kunst auf intuitive Weise erfassen.

Anregen – Neugier wecken – Selbermachen, das sind die drei Säulen der Museumsbegleiter. Da die aufwändig gestalteten Blätter für den Freundes- und Förderkreis des Museums neben seinen zahlreichen weiteren Projekten finanziell nicht zu stemmen waren, wurde die Hauck & Aufhäuser Kulturstiftung auf das Konzept aufmerksam. Die Geschäftsführerin der Stiftung, Karen Krämer, sorgte kurzerhand für die Finanzierung und ließ es sich nicht nehmen, auch operativ mit einzusteigen: »Ich konnte erleben, mit wie viel Freude und Engagement Schulklassen außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Museum besuchen und Kunst entdecken können: ein Museumsführer für Familien ist hier ein Muss!«

Der US-Amerikaner John Chamberlain und der deutsche Georg Baselitz sind nun die ersten Künstler, zu denen die Entdeckungsreise einlädt. Ganz im Sinne des Museumsstifters Heiner Friedrich werden damit Möglichkeiten der Annäherung geschaffen, die einmal nicht über den Weg kunsthistorischer Fakten führen und hoffentlich die Lust wecken auf weitere gemeinsame Begegnungen mit der Kunst.

Am ersten Januar-Wochenende ist der Eintritt für Erwachsene ermäßigt, Kinder sind frei.