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Fall Out Boy: Kurz vorm Wahnsinn?

Es geht um Probleme in der Jugend, Neurosen - und darum, die Welt zu vergessen. Auf ihrem siebte Studioalbum spielen Fall Out Boy auch mit musikalischen Genres.

Fall Out Boy
Das neue Album von Fall Out Boy ist mit Verzögerung erschienen. Foto: Universal Music Foto: dpa

Stuttgart (dpa) - Die Buchstaben driften mehr und mehr auseinander. «M A N I A» lautet der Titel des siebten Studioalbums von Fall Out Boy. Sind die US-Rocker kurz vorm Wahnsinn?

«'Mania' ist mit Buchstaben geschrieben, die immer weiter auseinandergehen. Das ist die Art, wie sich mein Hirn manchmal fühlt, wenn ich nicht geschlafen habe», erklärt Bassist und Songschreiber Pete Wentz. «Genauso ist es, wenn du auf Tournee bist, weil du dann nicht viel schläfst.» Auf Tour dürften die vier Jungs von Fall Out Boy künftig öfter sein: Jetzt ist «Mania» erschienen - vier Monate später als geplant.

Übersetzt bedeutet der Titel: Wahnsinn, Raserei oder Manie - für Musiker auch ein hilfreicher Zustand, wie Wentz erklärt. «Wenn man durch eine manische Phase geht, ist es einfacher, kreativ zu sein.»

So richtig zufrieden war die Band mit ihrer Arbeit zunächst aber offenbar nicht. «Die Wahrheit ist, dass wir ein besseres Album haben wollen als das, was wir in den nächsten Wochen machen können», erklärte Lead-Sänger Patrick Stump im vergangenen Jahr auf Twitter. «Das wird etwas länger dauern.» Der für den 15. September geplante Erscheinungstermin wurde daher verschoben.

Und wie ist das Album nun geworden? Auf jeden Fall alles andere als vorhersehbar. Der bereits veröffentlichte Titel «Young And Menace» etwa ist eher im Stil elektronischer Tanzmusik gehalten als im für die Band typischen Alternative-Rock. Der Song «Champion», der ebenfalls bereits bekannt ist, ist eher poppig-rockig. Insgesamt sind einige Tracks fürs Ohr zunächst etwas weniger eingängig als bekannte Hits wie «The Poenix» oder «My Songs Know What You Did In The Dark.»

Das Album selbst dreht sich um das Thema Menschlichkeit, wie Pete Wentz erklärt. Er denke viel über Neurosen nach. «Ich denke, das macht uns menschlich.» Über Ängste und Trauer zu sprechen, kann Menschen seiner Ansicht nach näher zusammenbringen. Das Album thematisiert unter anderem auch unsichere Jugendliche.

«Es geht um das Außenseiterdasein, das Anderssein als die breite Masse - und um die gemischten Emotionen, die damit verknüpft sind», erklärt die Plattenfirma Universal Music mit Blick auf «Young And Menace». Auch «Champion» beschäftigt sich mit dem Thema. Darin heißt es: «I'm just young enough to still believe (...). But young enough not to know what to believe in» - also: Ich bin jung genug um noch (an etwas) zu glauben, aber jung genug, nicht zu wissen, woran ich glauben soll.»

Der Song drehe sich auch um eigene Kindheitserinnerungen, erklärt Wentz. «Er richtet sich nicht an eine bestimmte Generation.» Für junge Leute hat der 38-Jährige, der in diesem Jahr zum dritten Mal Vater wird, einen Ratschlag: «Du musst dir Zeit nehmen, um dich selbst zu finden. Das ist wichtig.»

Einen Beitrag dazu könnten möglicherweise auch die zehn Songs von «Mania» leisten: «Ich denke, man kann sich das Album als eine Form von Eskapismus anhören», sagt Wentz. «Man kann es sich anhören und einfach die Welt vergessen.»

Ob das klappt, können Fans demnächst live überprüfen: Nach Stationen in Australien, Neuseeland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden macht die Band auf ihrer Tour auch Halt in Deutschland - im April in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf.

Patrick Stump bei Twitter

Website Fall Out Boy