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Exkursion in den Wald

Ramsau/Schönau a. K. - Eine Gruppe des Bundesforstbetriebs Hohenfels war kürzlich zu Besuch im Nationalpark Berchtesgaden. Die Betreuung übernahm der frühere Nationalparkchef Dr. Hubert Zierl.

Die Gruppe aus dem Bundesforstbetrieb Hohenfels im Klausbachtal bei der Diskussion über Themen des Waldes im Nationalpark Berchtesgaden. Das Nebeneinander von Resten eines absterbenden Altbestandes und des sich natürlich verjüngenden neuen Bergmischwaldes bot reichlich Gesprächsstoff. Dritter von links der stellvertretende Leiter, Forstdirektor Manfred Kellner. Foto: privat

Die Bundesforste sind eine Sparte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. In ihrer Verantwortung stehen die forstlichen Aufgaben des Bundes. Hierzu gehört insbesondere die Betreuung der Wälder im Eigentum des Bundes. Sie sind vor allem auf Truppenübungsplätzen vertreten.

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Der Bundesforstbetrieb Hohenfels umfasst die Liegenschaften des Bundes von insgesamt 38 000 Hektar in Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und großen Teilen der Oberpfalz sowie Mittelfrankens. Davon sind 18 000 Hektar Wald. Die größte Einzelliegenschaft ist der Truppenübungsplatz Hohenfels mit 16 000 Hektar. Zu den übrigen rund 200 Liegenschaften gehört auch der Standortübungsplatz am Sillberg in Bischofswiesen.

Die Besuchergruppe aus Hohenfels bestand aus 60 Teilnehmern unter Leitung des stellvertretenden Leiters Forstdirektor Manfred Kellner. Nach einer kurzen Visite am Sillberg stand zwei Tage lang der Nationalpark Berchtesgaden auf dem Programm. Die Exkursionsleitung hatte der ehemalige Nationalparkleiter Dr. Hubert Zierl mit Unterstützung der Angehörigen des Nationalparkdienstes, Rosemarie Stocker und Josef Egger, übernommen.

Das Klausbachtal und St. Bartholomä am Königssee waren als Exkursionsgebiete ausgewählt. Auf den Wegen konnten viele Themen des Nationalparks vorgestellt werden: Trennung von Wald und Weide, Schalenwildregulierung, Wanderwegenetz, Besucherangebote, Besucherlenkung, Verkehrssicherung, Forschung und manches mehr.

Für die forstlichen Fachleute stand natürlich der Wald im Vordergrund des Interesses. Einführend erfuhren sie das Wichtigste über Waldgeschichte, Geologie, Böden, Klima und die Waldvegetationsstufen der nördlichen Kalkalpen, von denen die bis zu einer Höhe von etwa 1 400 Meter reichende Stufe des montanen Bergmischwaldes als Umfeld der bevorstehenden Exkursionswege den Schwerpunkt bildete.

Der erste, der Gatterlmaisweg am Nord-Ost-Abhang des Hochkalters, bot sogleich innerhalb einer kurzen Wegstrecke den kontrastreichen Gegensatz zwischen einem Fichten-Reinbestand aus der Zeit intensiver Holznutzung gegenüber einem artenreichen Jungbestand auf ehemaliger Windwurffläche. Am zweiten Tag, auf der Fahrt über den Königssee, war der Reiz der Landschaft trotz eingetrübten Himmels ein fotogenes Umfeld. Der in der Vergangenheit wohl kaum genutzte, urwaldartige Wald auf dem Weg in Richtung Eiskapelle vermittelte, welches Ziel der Waldumbau im Nationalpark sich gestellt hat und wie man sich künftige Wälder im Nationalpark vorstellen kann. H.Z.