weather-image
-1°

Ex-»Costa Concordia«-Kapitän muss 16 Jahre ins Gefängnis

0.0
0.0
Francesco Schettino
Bildtext einblenden
Francesco Schettino, der ehemalige Kapitän des Kreuzfahrtschiffes, bei einem Gerichtstermin. Foto: Carlo Ferraro Foto: dpa
Costa Concordia
Bildtext einblenden
Die «Costa Concordia» vor der italienischen Insel Giglio. Foto: Massimo Percossi Foto: dpa
Bergung der «Costa Concordia»
Bildtext einblenden
Bergungsschiffe liegen im Juli 2013 in der Nähe des havarierten Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» an der Küste der Insel Giglio. Foto: Enzo Russo Foto: dpa
Verschrottung
Bildtext einblenden
Überreste der «Costa Concordia»: Das Schiff wird im Hafen von Genua verschrottet. Foto: Luca Zennaro Foto: dpa
Letzte Fahrt
Bildtext einblenden
Die letzte Fahrt der «Costa Concordia»: Das Wrack wird zum Hafen von Genua geschleppt. Foto: Luca Zennaro Foto: dpa
Bergung
Bildtext einblenden
Mit gewaltigen Auftriebskörpern wurde die «Costa Concordia» stabilisiert, um sie zum Abwracken zu bringen. Foto: Italienische Küstenwache Foto: dpa
Wrack
Bildtext einblenden
Vom Traumschiff zum Wrack: die «Costa Concordia» nach ihrer Bergung. Foto: Paolo Zeggio Foto: dpa
«Costa Concordia»
Bildtext einblenden
Nach mehr als drei Jahren vor der Insel Giglio: die traurigen Überreste der «Costa Concordia» im Hafen von Genua. Foto: Paolo Zeggio Foto: dpa

Mehr als fünf Jahre nach der Katastrophe fällt das höchste Gericht Italiens das lang ersehnte Urteil im Fall »Costa Concordia«. Ex-Kapitän Schettino muss ins Gefängnis. Um das zu verhindern, ging er durch alle Instanzen.


Rom (dpa) - Der Ex-Kapitän der »Costa Concordia« muss wegen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes ins Gefängnis. Das höchste Gericht Italiens bestätigte im Berufungsprozess das Urteil gegen Francesco Schettino, das 16 Jahre Haft für den 56-Jährigen vorsieht, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Abend berichtete.

Anzeige

Seine Anwälte hatten am Freitag angekündigt, dass sich Schettino der Justiz umgehend stellen werde. Schettino hatte den Luxusliner mit mehr als 4000 Passagieren im Januar 2012 zu nah an eine Insel gesteuert. Bei der Katastrophe starben 32 Menschen. Unter den Todesopfern waren 12 Deutsche.

Das Urteil dürfte bei den Opfern für Erleichterung sorgen. »Die Opfer wollen endlich abschließen«, hatte der Marler Rechtsanwalt Hans Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Rom am Freitag gesagt. »Diesen Fall wird niemand vergessen.« Der Name Schettino sei in den Köpfen der Menschen untrennbar mit den Bildern des Untergangs des Schiffes verknüpft. Reinhardt hatte in dem Fall mehr als 30 Mandanten vertreten. Noch immer laufen Zivil- und Schadensersatzprozesse.

Im Februar 2015 war Schettino wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte mit einem Plädoyer für 26 Jahre Haft eine deutlich höhere Strafe für Schettino gefordert, der nach dem Unglück in einem Rettungsboot die »Costa Concordia« verlassen hatte, obwohl noch Menschen an Bord waren.

Nachdem Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt hatten, kam der Fall im Mai 2016 vor das Berufungsgericht in Florenz. Die Richter bestätigten das Urteil. Doch Schettino - der stets seine Unschuld beteuert hatte - zog in eine weitere Instanz - und auch die Staatsanwaltschaft legte erneut Berufung ein.

Mit der Entscheidung der Kassationsrichter ist das Urteil gegen Schettino rechtskräftig. Schettino war bei der Verhandlung am Freitag nicht anwesend.