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Europa schwärmt von BVB-Juwel Götze

Amsterdam (dpa) - Erneut gab es Vergleiche mit Lionel Messi, wieder einmal eine Gala mit sehenswertem Tor. Fußball-Europa verneigt sich vor Mario Götze. Das 4:1 (3:0) über Ajax Amsterdam in der Champions League beförderte das Juwel von Borussia Dortmund ins Rampenlicht des internationalen Fußball.

Handlungsschnell
Mario Götze war von Ricardo van Rhijn nicht zu stoppen. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

Nur vier Tage nach seinem zauberhaften Treffer gegen Greuther Fürth in der Bundesliga brillierte der Nationalspieler auch in der Champions League. «Mario spielt auf einem unglaublichen Niveau. Mit 20 Jahren ist das überragend», kommentierte BVB-Sportdirektor Michael Zorc euphorisch.

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Dank Götze krönte sich der BVB vorzeitig zum Sieger der wohl stärksten Gruppe des Wettbewerbs. Einen Treffer und drei Assists trug der Jungstar zum ersten Einzug des Revierclubs in die Runde der letzten 16 Mannschaften seit zehn Jahren bei. Die Folgen seiner Schambeinentzündung, die ihn fast die gesamte Rückrunde der vorigen Meistersaison gekostet hatte, scheinen vollends überwunden. Mit den Schmerzen schwanden die Zweifel. «Ich bin einfach froh, dass ich wieder gesund bin und mich sehr gut fühle. Das ist wichtig für mich und für die Mannschaft», sagte Götze.

Im Kreis solcher Edeltechniker wie Marco Reus oder Ilkay Gündogan sticht der Professoren-Sohn dank seiner Handlungsschnelligkeit noch hervor. Zum großen Vergnügen von Jürgen Klopp ist Götze auf gutem Weg, auch seine von vielen Beobachtern als einziges Manko empfundene Abschlussschwäche abzustellen. Die Vorstellung des Ausnahmetalents bezeichnete der Fußball-Lehrer zwar als «außergewöhnlich», aber auch - eher nüchtern - als absehbar und seinen «Fähigkeiten entsprechend».

Die vielen Lobeshymnen auf Götze veranlassten Klopp nach dem achten Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage vielmehr zu einem Hinweis auf die neuen Qualitäten des Dortmunder Kollektivs. Anders als noch bei den mitunter beschämenden Auftritten der Borussia in den vergangenen beiden Europapokal-Jahren gehört das inflationäre Auslassen von Torchancen der Vergangenheit an.

Im Stile einer internationalen Spitzenmannschaft machte der Double-Sieger in Amsterdam fast aus jedem Torabschluss einen Treffer. Das Plus des Gegners beim Ballbesitz fiel deshalb nicht ins Gewicht. Marco Reus, (8. Minute), Götze (36.) und Robert Lewandowski (41./67.) sorgten für den hochverdienten Sieg. «Inzwischen sind wir in den entscheidenden Momenten da. Das gibt eine andere Sicherheit und war ausschlagend für den Gruppensieg», urteilte Götze.

Selbst die niederländische Presse zollte Respekt. «Mit Perlen wie 'Super Mario' Götze und Marco Reus in Bestform gegen Ajax, bekamen die Zuschauer den lebenden Beweis, dass Dortmund die Sensation der Champions League ist», kommentierte «De Telegraaf».

Weil der Tabellenführer BVB (11 Punkte) den direkten Vergleich mit Real Madrid (8) gewonnen hat, geht er als Gruppensieger ins Achtelfinale - unabhängig vom Ausgang der letzten Vorrundenpartie in zwei Wochen gegen den englischen Meister Manchester City. Kevin Großkreutz wertete das als Indiz für gewachsene Reife: «Wahnsinn, wir haben in jedem Gruppenspiel den Gegner beherrscht.»

Eine derartige Dominanz gegen solch arrivierte Gegner erfüllte auch Klopp mit Stolz: «Wir müssen das nicht kleinreden. Es ist ein großer Moment für uns. Ein weiterer Meilenstein in der unglaublichen Entwicklung dieser Mannschaft.» Nervige Kommentare über die Naivität seiner jungen Mannschaft muss der Coach vorerst nicht mehr ertragen. «Man hat uns vorgeworfen, dass wir den deutschen Fußball nicht richtig repräsentieren. Das stand zwar nicht unbedingt auf unserer Rechnung. Aber trotzdem ist uns lieber, wenn das nicht mehr gesagt wird», meinte der BVB-Coach.

Nur einer hatte wenig Grund zur Freude. Beim Blick in den Spiegel erlebte Sven Bender ein Déjà-vu. Der Pechvogel zog sich einen Nasenbeinbruch und damit die dritte Gesichtsverletzung binnen eines Jahres zu. Dennoch soll er im Bundesligaspiel am Samstag beim FSV Mainz 05 im Kader stehen. In der vergangenen Saison hatte ihn ein doppelter Kieferbruch lange außer Gefecht gesetzt. Noch vor wenigen Wochen musste Bender wegen einer Augapfelprellung pausieren. «Sein Gegenspieler ist mit einer Ellenbogenprellung ausgewechselt worden. Das sagt eigentlich alles», klagte Klopp.