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Es braucht Standards für digitale Pflegehelfer

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Pflege
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Ein Medizinethiker der Uni Bochum schlägt vor, dass zukünftig viele kleine Arbeiten in Pflegeeinrichtungen nicht mehr von Menschen, sondern von Robotern erledigt werden könnten. Foto: Marijan Murat/dpa Foto: dpa

Ersetzt die Maschine den Mensch? Ein Stück weit könnte es in der Pflege so kommen. Doch die Betroffenen sollten am Ende immer noch die Wahl haben können, betont ein Experte.


Bochum (dpa/tmn) - Um Engpässe in der Pflege zu vermeiden, könnten Pflegeroboter und andere Assistenzsysteme in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Das schlägt der Medizinethiker Joschka Haltaufderheide vor.

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»Wir werden erleben, dass sich solche und weiterentwickelte Systeme zunehmend in den Alltag von älteren und hilfsbedürftigen Menschen integrieren«, sagt der Medizinethiker. »Die werden ein Stück Normalität.«

Der Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum setzt sich mit dem Thema und daraus erwachsenden ethischen Fragen auseinander. Seiner Einschätzung zufolge werden in der stationären Pflege wahrscheinlich kurzfristig eine Vielzahl von robotischen Systemen zum Einsatz kommen, die einfache Aufgaben übernehmen: zum Beispiel Pflegebedürftige zum Mittagessen rufen, ihnen das Fernsehprogramm ansagen oder sie zum Spielen in geselligen Runden anregen zum Beispiel.

Doch die Systeme entwickeln sich weiter, prognostiziert Haltaufderheide. »Das wird sich Stück für Stück steigern und komplexer werden, je besser die Maschinen darin werden, soziale Interaktion von Menschen untereinander zu verstehen und nachzuahmen.« Aus Sicht des Philosophen und Medizinethikers ist es wichtig, genau hinzuschauen, in welchen Umständen die Technik eingesetzt wird und wie es um den Zustand und das Wissen des Pflegebedürftigen bestellt ist.

© dpa-infocom, dpa:200728-99-953253/4

Profil Joschka Haltaufderheide