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Erster Sieg im Weltcup

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Ramona Hofmeister vom WSV Bischofswiesen hat am letzten Wochenende ihr erstes Weltcuprennen gewonnen und reist als eine der großen Favoritinnen zu den Olympischen Winterspielen. (Foto: SVD)

Die 21-jährige Snowboarderin Ramona Hofmeister vom WSV Bischofswiesen feierte am letzten Wochenende in Bad Gastein ihren bisher größten Erfolg. Sie hat den Weltcup im Parallel-Slalom in Bad Gastein gewonnen. Dabei wäre sie im Viertelfinale nach einem Sturz kurz vor dem Ziel beinahe schon draußen gewesen. Doch im Halbfinale und im Finale legte Hofmeister gleich mehrere Meter Vorsprung zwischen sich und ihre beiden Konkurrentinnen Michel Dekker aus den Niederlanden und die Russin Ekaterina Tudegesheva.


Wie fühlt man sich nach seinem ersten Weltcupsieg?

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Ramona Hofmeister: Das war ein Wahnsinnserlebnis, das man wohl nie vergisst. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben und muss das erst noch realisieren. In der Saisonvorbereitung hat mich eine Blinddarm-Operation fast um einen Monat zurückgeworfen. Als ich dann in Bad Gastein als Erste über die Ziellinie gefahren bin, wusste ich nicht, ob ich weinen oder schreien sollte. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden.

Dabei war nach Ihrem Sturz schon fast alles vorbei.

Hofmeister: Ich bin im Viertelfinale gegen die Österreicherin Claudia Riegler kurz vor dem Ziel weggerutscht und schon gelegen. Weil ich jedoch aus dem ersten Lauf einen großen Vorsprung hatte und auch in diesem Lauf schon recht weit vorne gelegen bin, konnte ich mich noch ins Ziel retten und mit knappem Vorsprung gewinnen.

Wie war es nach dem ersten großen Sieg im Weltcup?

Hofmeister: Zunächst einmal haben wir in Bad Gastein gefeiert. Bei meiner Rückkehr nach Hause haben mir meine Familie und meine Freunde einen tollen Empfang bereitet. Ich wurde auch erstmals zum Bayerischen Rundfunk eingeladen, wo ich in der Sendung »Blickpunkt Sport« am Sonntagabend bei der netten Moderatorin Julia Scharf war. Mit mir waren noch der Alpine Stefan Luitz und der Biathlet Johannes Kühn dabei. Ich habe nach der Sendung noch Kühn nach Ruhpolding gefahren und war dann um kurz vor zwei Uhr nachts zu Hause.

Gibt es neben der Vorbereitung auf dem Board auch ein mentales Training?

Hofmeister: Wir haben bei den Wettkämpfen einen Sport-Psychologen dabei, zu dem ich auch ab und zu gehe. Das kann ja nicht schaden.

Man kennt Sie aber immer als recht locker. Wie sieht es mit dem Nervenkostüm aus, die K.o.-Duelle müssen doch an die Psyche gehen?

Hofmeister: Ich mache mich da nicht verrückt, schlafe vor den Wettkämpfen wie ein Stein und habe auch vor den Starts keinerlei nervliche Probleme. Freilich muss man eine gewisse Spannung aufbauen und seine Startvorbereitung abrufen.

Viele Sportler haben kurz vor dem Start ein Ritual. Einige hauen sich beispielsweise mit den Fäusten gegen die Brust. Was machen Sie?

Hofmeister: Ich haue mir vor dem Start immer zweimal auf den Helm. Das bringt mir höchste Konzentration für die Abfahrt und das Duell.

Schauen Sie den vor ihnen Gestarteten zu?

Hofmeister: Das kommt auf meine Startnummer an. Aber wenn es geht, beobachte ich andere schon, denn dann kann man sehen, wo unter Umständen Probleme aufkommen können.

Gibt es psychische Scharmützel unter den Läuferinnen?

Hofmeister: Natürlich sind die K.o.-Duelle etwas Besonderes. Es gibt Läuferinnen, die erst in letzter Sekunde vor dem Start bekannt geben, ob sie den blauen oder den roten Kurs wählen. Das ist mir jedoch egal, ich stelle mich auf jede Situation ein und lasse mich nicht ablenken.

Wann geht es nach Korea?

Hofmeister: Wir fliegen am 12. Februar. Zehn Tage später findet die Qualifikation und am 24. das Finale statt.

Wie sieht die Vorbereitung dafür aus?

Hofmeister: Vom 5. bis 9. Februar bereiten wir uns in Toblach weiter vor. Und wir trainieren ja auch noch in Pyeongchang.

Sie waren beim Olympiatest in Korea Vierte.

Hofmeister: Ich fand den vierten Platz gar nicht so schlecht. Freilich wäre dieser Platz bei Olympia der denkbar ungünstigste.

Wer sind die großen Konkurrentinnen?

Hofmeister: Da gibt es natürlich mehrere, die um die Medaillen kämpfen. Vor allem auch aus unserer Mannschaft.

Die aber noch gar nicht ganz aufgestellt ist.

Hofmeister: Es finden ja noch vier Weltcupbewerbe statt und vier aus unserer Mannschaft haben bisher erst die halbe Qualifikation. Da kann noch viel passieren. Fix ist neben mir wohl Selina Jörg, die in Cortina Zweite war. Aber die anderen fünf Mannschaftskameradinnen haben noch die Chance, sich mit guten Ergebnissen in Rogla und Bansko für die Olympiamannschaft zu qualifizieren. cw

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