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Erneute Gay-Gala: Weltjahresbestzeit über 200 Meter

Des Moines (dpa) - Tyson Gay gibt Gas: Zwei Tage nach seiner Weltjahresbestzeit über die 100 Meter (9,75 Sekunden) schickte der 30-Jährige zum Abschluss der US-Leichtathletik-Meisterschaften am Sonntag in Des Moines/Iowa eine weitere Kampfansage zu Usain Bolt in die Karibik.

Sprinter
Tyson Gay lief erneut eine Weltjahresbestzeit. Foto: Peter Foley Foto: dpa

Auf der knallblauen Bahn des Drake Stadiums sprintete Gay vor 10 003 Zuschauern in im Jahr 2013 noch unerreichten 19,74 Sekunden zum Sieg und unterbot die vor zehn Tagen in Oslo gelaufene Jahres-Bestmarke von Bolt um 5/100. «Die Zeit war ok, ein bisschen schleppend», zeigte sich Gay beeindruckend unbeeindruckt.

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Vielleicht war ihm klar, dass es zu dieser Rekordzeit gar nicht hätte kommen dürfen. Im Halbfinale, das der dreimalige Weltmeister von 2007 in 20,07 Sekunden gewann, trat Gay in der Kurve gleich mehrere Male auf die Bahnmarkierung. Die laut Regularien fällige Disqualifikation blieb jedoch aus. «Kein Offizieller hat's gesehen und was wir hier sagen, ist egal», meinte Ex-Sprintstar Ato Boldon als Experte des TV-Senders NBC. Boldon hatte den Regelverstoß als Erster bemerkt. Gay vermied jeglichen Kommentar, ließ lediglich wissen, dass er die Kurve schon einige Zeit nicht mehr gelaufen sei und daher die Tendenz habe, sich zu sehr nach innen zu lehnen.

Nach seinen Fabelzeiten gilt der Routinier bei den Weltmeisterschaften im August in Moskau nun als größter Herausforderer von Sprint-King Bolt. Er sei gut drauf, so Gay, der Bolt über die halbe Stadionrunde zuletzt bei seinem WM-Erfolg 2007 in Osaka besiegt hatte und über die 100 Meter seit drei Jahren nicht mehr gegen den Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordhalter gewinnen konnte.

Bei den Frauen musste Allyson Felix über die 200 Meter eine überraschende Niederlage einstecken. Die Olympiasiegerin kam in 21,85 Sekunden nur als Zweite hinter Kimberlyn Duncan (21,80) ins Ziel und meinte anschließend: «Ich will jetzt nach Hause und hart trainieren.» Hallenweltmeister Ryan Whiting gewann das Kugelstoßen mit hervorragen 22,11 Meter, verpasste seine Jahresweltbestleistung nur um 17 Zentimeter und gilt in Moskau als ernst zu nehmender Kontrahent in Moskau für Titelverteidiger David Storl.