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Erdogan nennt Yücel »Terroristen«

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Der türkische Staatspräsident Erdogan hat Deutschland «Nazi-Praktiken» vorgeworfen. Foto: Murat Cetinmuhurdar Foto: dpa

Istanbul (dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den inhaftierten »Welt«-Korrespondenten Deniz Yücel als »Terroristen« bezeichnet. »Dieser Mann ist kein Journalist«, sagte Erdogan am Sonntagabend in Istanbul unter dem Beifall von Zuhörern.


Zugleich stellte er einen Zusammenhang zwischen dem Journalisten und dem Streit um Wahlkampfauftritte seiner Minister in Deutschland her. »Grund für all diese Ereignisse ist offenbar dieser Terrorist.«

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Unter Applaus fügte Erdogan mit Blick auf die verhinderten Auftritte hinzu: »Ich dachte, dass der Nationalsozialismus in Deutschland beendet ist. Dabei dauert er immer noch an.« Wenige Stunden zuvor hatte Erdogan an die Adresse Deutschlands bereits gesagt: »Eure Praktiken unterscheiden sich nicht von den Nazi-Praktiken in der Vergangenheit.«

Erdogan kritisierte am Sonntagabend, dass nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden Auftritte verhindert wurden. »Oh, Ihr Armseligen«, sagte er. »Meine Brüder, sie denken, Tayyip Erdogan habe nach Deutschland kommen wollen. Wenn ich will, dann komme ich auch. Ich komme. Und wenn Ihr mich nicht durch die Türe lasst oder mich nicht reden lasst, dann werde ich die Welt aufstehen lassen.«

Erdogan sagte weiter: »Wenn wir einen Freiheitskampf führen, wenn wir uns nicht an Gedankenfreiheit stören, wenn wir an Demokratie glauben, dann kann sich uns niemand in den Weg stellen.« Der Staatschef appellierte an seine Landsleute in Europa, bei dem Referendum am 16. April für das von ihm angestrebte Präsidialsystem zu stimmen. »Ich sage, der 16. April wird der Tag sein, an dem sich Europa in Sachen Demokratie auflehnen wird. Und ich erwarte Antwort aus Europa.«