weather-image
21°

Entlassener erschießt vor Empire State Building Ex-Kollegen

New York (dpa) - Ein gefeuerter Angestellter hat beim Empire State Building in New York seinen früheren Kollegen erschossen und die Touristenmetropole am Freitag aufgeschreckt. Der 58-jährige Täter wurde daraufhin von der Polizei getötet.

Schießerei
Ermittler der New Yorker Polizei untersuchen den Ort der Schießerei. Foto: Peter Foley Foto: dpa

Bei der Schießerei im Herzen der Stadt wurden zudem neun Menschen verletzt. Der Täter und sein 41 Jahre alter Ex-Kollege seien bereits seit längerem in einen Streit über Belästigung am Arbeitsplatz verwickelt gewesen, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Polizeiangaben. Die Männer sollen im Vorfeld der Schießerei Klage gegeneinander eingereicht haben.

Anzeige

Nach Angaben von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg heißt der Täter Jeffrey Johnson. Sein Alter hatte die Polizei zunächst mit 53 Jahren angegeben, sie korrigierte es jedoch später auf 58 Jahre. Der Polizei zufolge war der Mann vor einem Jahr nach einem Disput aus der Importfirma entlassen worden. Wie CNN berichtete, soll er in einen Anzug gekleidet und mit einer Aktenmappe unter dem Arm am Freitagmorgen gegen 9 Uhr (Ortszeit) zu seinem alten Arbeitsplatz gegangen sein. In der Tasche habe sich weitere Munition für die Waffe befunden.

Bloomberg zufolge wurden außer den beiden Todesopfern zwei Frauen und sieben Männer von Kugeln getroffen. «Es sieht nicht so aus, als würde einer von ihnen sterben», sagte Bloomberg. Er schloss nicht aus, dass die Verletzten auch von der Polizei angeschossen wurden. «Einige sind möglicherweise versehentlich getroffen worden». Die Opfer seien auf zwei Krankenhäuser in Manhattan verteilt worden.

Der Bürgermeister lobte das Verhalten eines Bauarbeiters und mehrerer Polizisten als «Heldenakt». Ihr mutiges Vorgehen habe möglicherweise mehr Blutvergießen verhindert. Nach Angaben von Polizeichef Raymond Kelly war ein Bauarbeiter dem Schützen gefolgt, nachdem der zuvor entlassene Mann einen Ex-Kollegen auf der Straße erschossen hatte. Der Bauarbeiter verständigte Polizisten vor dem Empire State Building, die den Schützen aufzuhalten versuchten. Als der Täter seine Waffe auf einen Beamten richtete, streckten ihn andere Polizisten nieder. Er starb nach Angaben der Ermittler vor dem Gebäude, das jedes Jahr von vier Millionen Touristen besucht wird.

Der Schütze war nach ersten Ermittlungen der Polizei bisher nicht durch Straftaten in Erscheinung getreten. Er habe im Zuge eines Personalabbaus seinen Job bei der Importfirma Hazan Imports verloren. Nach Angaben von New Yorks Polizeichef Raymond Kelly handelt die Firma mit Damenunterwäsche.

Touristen, die sich an dem sonnigen Freitagmorgen für die Turmbesteigung vor dem Empire State Building angestellt hatten, stoben schutzsuchend auseinander. Augenzeugen schilderten eine Situation «wie im Wilden Westen». Laut CBS wurden einige Verletzte in der Lobby des Wolkenkratzers gefunden, andere auf der Straße.

Ein New Yorker, der in der Nähe des Empire State Buildings arbeitet, erzählte einem CNN-Reporter, dass er mindestens neun Schüsse gehört habe. «Wir sind im Büro alle aufgeschreckt», so der Mann. Mehrere Straßen um das Gebäude, das sich an der 5th Avenue und der 34th Street befindet, wurden von der Polizei weiträumig abgeriegelt. Ein Augenzeuge erzählte dem Sender CNN, dass der Täter eine «große Schusswaffe» bei sich getragen habe.

Auch andere Zeugen beschrieben chaotische Szenen: «Ich saß draußen und hörte drei Schüsse und sah wie Menschen vom Empire State Building weg die Park Avenue hoch rannten», sagte eine Frau dem Sender CBS. Es seien 10 bis 15 Schüsse gefallen. Die Polizei sei gegen 9 Uhr (Ortszeit) am Tatort eingetroffen, berichtete CNN.

Das Empire State Building ist eines der berühmtesten Wahrzeichen New Yorks. Es ist mit jährlich etwa 3,5 Millionen Besuchern nach dem Eiffelturm in Paris das meistbesuchte Gebäude der Welt. Bei der Fertigstellung 1931 war es mit seinen 102 Stockwerken und 381 Metern auch das weltweit höchste Gebäude.

Erst vor zwei Wochen war ein Mann nahe dem Times Square, einem anderen Touristenziel der Stadt, erschossen worden. Polizisten sprachen den Mann an, als er einen Joint rauchte. Er floh, die Beamten verfolgten ihn. Als er sich ein paar Straßenblocks weiter mit einem Küchenmesser auf einen Polizisten zu werfen drohte, wurde er von dessen Kollegen niedergestreckt und starb auf der Stelle.