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Wiener Charme und Weltmusik: Das Instrumental-Trio Cobario im Traunsteiner NUTS

Ennio Morricone trifft J. S. Bach

Angefangen haben sie als Straßenmusiker, und zwar »auf den schönsten Straßen der schönsten Städte Europas«, so Georg Aichberger, der Mann mit dem schwarzen Hut, beim Auftritt des Wiener Instrumental-Trios »Cobario« in der gut besuchten Traunsteiner Kulturfabrik NUTS.

Musiker mit fundierter Ausbildung in der Kulturfabrik NUTS: (von links) Georg Aichberger, Herwig Schaffner und Jakob Lackner. (Foto: Heel)

Ein Trio der besonderen Art, wie schnell klar wurde, denn die drei jungen Musiker verstanden es perfekt, Geschichten ohne Gesang zu erzählen, spannend, leidenschaftlich und mit Wiener Charme. Wobei Aichberger meist die Melodie der beiden Gitarren übernahm, so harmonisch wie akzentuiert begleitet von Jakob Lackner an der zweiten Gitarre und Herwig Schaffner an der Geige respektive am Klavier.

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Mit Schwung und lässiger Eleganz spielten sie sich dabei durch das weite Spektrum der Weltmusik, streiften die Klassik, schweiften ab in die Popmusik oder verbreiteten ungarisches Lebensgefühl. Langsamere Stücke wechselten sich dabei mit schnelleren ab, virtuos, anregend und immer auf höchstem Niveau. Schließlich haben sie das Musizieren nicht erst auf der Straße gelernt, sondern haben alle drei eine fundierte Ausbildung hinter sich. So wurde Schaffner bereits im Alter von 16 Jahren am Mozarteum in Salzburg aufgenommen, Aichberger studierte an der Musikuniversität Wien und Lackner hatte Unterricht bei namhaften Gitarristen.

Jede Komposition eröffnete dabei eine Welt für sich, ob in »Seven Seas« die Weite der Weltmeere, im Wiener Western »Goldrausch Variationen« Ennio Morricones »Begegnung« mit Bachs berühmter Komposition, in »Alt Wien« die Klangwelt der mit kubanischen Rhythmen vermischten typischen Wiener Kaffeehausmusik. Und wenn ein Stück den Titel »Nizza« trägt, weiß man auch, was einen erwartet: mediterranes Flair oder wie es klingt, wenn über Nizza die Sonne aufgeht. Neben der musikalischen Darbietung unterhielten die Jungs das Publikum mit etlichen lustigen und komischen Anekdoten aus dem Leben der Gruppe. So erzählten sie von ihrem »Komponierhäuschen« in Ungarn, in dem es zwar keinen Strom und kein fließendes Wasser gibt, dafür aber einen gut gefüllten Weinkeller. Und eine dicke, alte Perserkatze namens Blue, der sie das Stück »The Life Of Blue« sozusagen auf den Leib geschrieben haben. Und dass sie schon mal als »Cabrio aus Wien« angekündigt wurden, dürfte sie bei dem ungewöhnlichen Bandnamen nicht sonderlich überrascht haben.

Wie nach jedem ihrer Konzerte wurde das Publikum gebeten, eine auf den Plätzen ausliegende Karte auszufüllen, wer sie wann und wo wiedersehen möchte. So entstehen nämlich seit einigen Jahren die Winter-Touren der Band. Gut möglich also, dass sie dabei im nächsten Winter auch wieder im NUTS Station machen, denn in der Pause und auch lange noch nach dem Konzert standen die Musiker am Merchandise-Stand und plauderten angeregt mit ihren Fans. Wolfgang Schweiger