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Elektromechanik ohne Stromanschluss

Die Elektro-Mechanik Meisl GmbH hat sich auf Energie- und Umwelttechnik spezialisiert. So sind erneuerbare Energien wie Fotovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke, Kleinwindenergieanlagen oder Kleinwasserkraftwerke wichtige Bestandteile der Firmenphilosophie. Zudem hat sich Stefan Meisl viele Gedanken zu einer optimalen Stromversorgung auf Berghütten gemacht: »Derzeit betreuen wir über 100 Hütten, deutscher und österreichischer Alpenverein zählen zu unseren Hauptkunden«, so der Unternehmer, dessen Bruder Johann in der Bergwerkstraße das Ladengeschäft Meisl betreibt. Um die Stromversorgung hoch oben im Gebirge gewährleisten zu können, fertigt das Team von Meisl unter anderem Kompaktenergieboxen an. Damit können sowohl Wasser aufbereitet wie auch Funkgeräte oder Handys aufgeladen werden. Vor allem für Bergwachthütten finden sich dafür dankbare Abnehmer.

Auf der rechten Seite der Bundesstraße 305 in Richtung Marktschellenberg soll das neue Gewerbegebiet »Almbachklamm Ost« entstehen. Stefan Meisl plant ein komplett ökologisch ausgerichtetes Firmengebäude. Anzeiger-Foto

Auch das neue Firmengebäude im Gewerbegebiet Almbachklamm Ost soll ökologisch ausgerichtet sein. Stefan Meisl möchte auf seinem Grundstück das Firmengebäude so erbauen, dass alle Himmelsrichtungen für Fotovoltaikstrom genützt werden können. Ein Pflanzenölblockheizkraftwerk mit Rapsöl aus der Region soll den Betrieb mit Strom und Wärme versorgen. Zudem werden Speichersysteme für Batterieanlagen und Wasser eingebaut. Das Bürogebäude sowie die Werkstatt sollen in Holzbauweise aus Lärchenholz errichtet werden, daran schließt sich eine Lagerhalle für den Montagebereich an.

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Bislang betreute Stefan Meisl seine Kunden in einer kleinen Werkstatt am Lärcheck in der Oberau. Durch das neue Gebäude an der Bundesstraße 305 Richtung Marktschellenberg würde er ihnen die lange Anfahrt ersparen, zudem wären für seine eigenen Arbeiter die Anbindungen, unter anderem an die österreichische Autobahn, deutlich verbessert. Das Ladengeschäft in der Bergwerkstraße von Bruder Johann bleibt weiter bestehen, im Gewerbegebiet sollen nur Werkstatt- und Montagearbeiten durchgeführt werden. Insgesamt beschäftigt die Elektro-Mechanik Meisl GmbH 14 Mitarbeiter.

Grundsätzlich liegt die Natur Stefan Meisl stark am Herzen: So veranlasste er noch vor Baubeginn eine ökologische Waldrandsanierung auf seinem Grundstück neben der Bundesstraße. Umso weniger kann er deshalb verstehen, dass ihm nun die Ortsgruppe vom Bund Naturschutz Steine in den Weg legt und sein Projekt als »bauliche Sünde« bezeichnet. In ihrer Stellungnahme zu dem Bauvorhaben an die Gemeinde Marktschellenberg fordert die Ortsgruppe, die Ausweisung einer Gewerbefläche an dieser Stelle abzulehnen.

Für Stefan Meisl eine herbe Enttäuschung: »Wir bemühen uns so sehr und dann bekommt man eine Ablehnung. Es tut mir weh, wenn man es aus ökologischer Sicht verteufelt.« Auch kann er es nicht verstehen, dass die Verantwortlichen vom Bund Naturschutz nicht persönlich Kontakt mit ihm aufgenommen oder sich vor Ort ein Bild gemacht haben. Mit einer derartigen pauschalen Verurteilung habe er nicht gerechnet.

Die Regierung von Oberbayern als höhere Planungsbehörde hat ebenfalls Bedenken zu dem Bauvorhaben geäußert. Um diese zu bereinigen, hat Michael Ernst von der Gemeindeverwaltung Marktschellenberg jedoch bereits einen Termin in München anberaumt. Diese Hürde dürfte somit bald bewältigt sein. Ob es aber trotzdem noch mit einem Baubeginn in den nächsten Wochen klappt, steht noch in den Sternen. »Aufgrund der Einwände muss ich die Termine mit den Baufirmen verschieben, aber vielleicht können wir ja doch noch durchstarten«, hofft Stefan Meisl.

Grundsätzlich begrüßt der Marktschellenberger Gemeinderat das Bauvorhaben. »Es ist ein wichtiges Projekt, in Marktschellenberg schaut es mit dem Angebot von Gewerbeflächen einfach nicht so gut aus«, so Bürgermeister Franz Halmich. Auch Sophie Stanggaßinger (CSU) sieht das Bauvorhaben am rechten Ort: »Seien wir froh über diese Möglichkeit, optisch fügt es sich besser ein als auf der gegenüberliegenden Seite vor der Hammerstielwand.« ci