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Nach Differenzen mit dem Vorstand beendet Peter Hüttinger seine Tätigkeit als Höhlenführer

Eiszeit in der Schellenberger Eishöhle

Peter Hüttinger war mit Leib und Seele Höhlenführer, musste jedoch wegen Differenzen mit dem Vorstand seine Arbeit für die Schellenberger Eishöhle beenden. (Foto: privat)

Marktschellenberg – 20 Jahre lang führte Peter Hüttinger Gäste und Einheimische durch die mystische Welt der Schellenberger Eishöhle, deren Eisformationen auf ein Alter von 3 000 Jahren geschätzt wird. Wenn im Mai die Führungssaison wieder beginnt, wird Hüttinger nicht mehr dabei sein.


Der Vorstand des SC Schellenberg war nicht nur einfach ein Höhlenführer, die Eishöhle war vielmehr sein »Kind«. Hüttinger organisierte und managte 20 Jahre lang alles in und um die Höhle. Doch ein Zwischenfall im letzten Sommer führte aufgrund unüberbrückbarer Differenzen mit dem Vorstand des »Vereins für Höhlenkunde Schellenberg«, Dieter Förster, zum Eklat und zum vorzeitigen Aus für Hüttinger.

Ursache des Streits waren Höhlenführungen im Rahmen der 24-Stunden-Wanderung von BGLT und Toni Graßl. Als Rahmenprogramm zur Tour auf den Untersberg lud Hüttinger die Teilnehmer zu einem Besuch in die Eishöhle ein, womit Vorstand Förster nicht einverstanden war und Hüttinger vorwarf, eigenmächtig gehandelt zu haben. Hüttinger erhielt dafür von der Vorstandschaft eine schriftliche Rüge. »Ich bin mir vorgekommen wie ein Schulkind«, erklärt Hüttinger dazu. Tief gekränkt, wollte der Schellenberger daraufhin seine Arbeit sofort einstellen. Doch seine zwei Höhlen-Kameraden redeten ihm gut zu und so zog er die Saison 2015 noch bis zum Ende durch. Gleichzeitig verlangte er vom Vorstand eine schriftliche Entschuldigung, die er jedoch nie bekommen hat. Stattdessen gab es die Kündigung. Da half ihm auch das Dankesschreiben von Toni Graßl, Organisator der 24-Stunden-Bergwanderung, nichts mehr. Der hatte die Höhlenbesichtigung im Rahmen der verschiedenen Wanderungen als absoluten Höhepunkt bezeichnet.

Im Gespräch mit Peter Hüttinger ist dem Marktschellenberger anzumerken, mit wieviel Herzblut der 74-Jährige immer noch an der Höhle hängt. Schließlich hätte er seinen Job schon noch gerne drei bis vier Jahre ausgeübt, erklärte der langjährige Höhlenführer, der auch für die gesamte Führungsorganisation verantwortlich zeichnete. Er und seine beiden Kollegen führten pro Saison rund 7 000 Besucher durch die beeindruckende Eiswelt, die Spitzenzahl lag im Jahr 2001 sogar bei über 10 000 Gästen.

Am schönsten am Berg empfand Hüttinger immer die frühe Morgenzeit, wenn beim Sonnenaufgang die ganze Schönheit der Landschaft zu sehen war. Ein besonderes Erlebnis war auch die totale Sonnenfinsternis im Jahr 2000. Da seien die Natur und die Tiere für einige Minuten völlig still gestanden. Jetzt sieht der ehemalige Höhlenführer der Jahreshauptversammlung des Vereins für Höhlenkunde Schellenberg mit Spannung entgegen, die am 9. April stattfindet. Christian Wechslinger